Lichterfelde, 1968: Zum ersten Mal in ihrem Leben reist die junge Tänzerin Maria nach Deutschland, in die Heimat ihrer Mutter Vera. Hier an der Deutschen Oper in Berlin hat sie ihr erstes Solo-Engagement als Ballerina erhalten. Sie taucht ein in die spannende Musikszene der Stadt - und sie macht sich auf die Suche nach den Spuren ihrer Herkunft. Wer wohnt heute in der Villa am Karlsplatz, die ihre Mutter 1945 überstürzt verließ? Was hat ihr Vater, der jüdische Künstler David, hier während der Naziherrschaft erlebt und erlitten? Die schwierige Beziehung ihrer Eltern gibt Maria Rätsel auf. Auch sie selbst gerät in Tuchfühlung mit der Liebe. Der Choreograph Alfred, der sie umwirbt, scheint der Richtige zu sein. Weshalb nur lässt Maria dann der Gedanke an ihren jungen Tanzpartner Juri nicht los, mit dem sie doch nur eine Freundschaft verbindet?
Ein bewegendes Frauenschicksal um eine junge Berliner Tänzerin – Band 4 der mitreißenden Reihe von der Bestsellerautorin Anne Stern, der ursprünglich unter dem Titel "Weihnachten am Karlsplatz. Maria" erschienen ist.
Inhalt siehe Klappentext. Ich habe kürzlich die ersten 3 Teile von Anne Sterns Lichterfelde-Reihe „Die Frauen vom Karlsplatz“ gehört, jetzt hat Jana Kozewa mit dem 4. Teil „Maria“ in 7:41 Stunden Laufzeit mein Gehör gefunden. Ich höre meist in 1,25-facher Geschwindigkeit, so klingt es für mich am angenehmsten, nebenher habe ich im eBook mitgelesen. Vera (Teil 3) war damals schwanger nach Argentinien ausgewandert, Tochter Maria kennt die Heimat der Mutter, Deutschland, Berlin, nicht und steht nun vor ihrem ersten Ballerina-Auftritt. Ihre Geschichte spielt 1968, inzwischen ist Berlin schon einige Jahre geteilt, es gibt in der Familie noch immer Geheimnisse und Maria macht sich neben ihrer Arbeit auf die Suche. Man erfährt etwas über ihr Privatleben, übers Bühnenleben, sie trifft auf alte Bekannte der Mutter, kommt sogar ihrem Vater näher, der aus Amerika für seine Ausstellung einreist. An sich eine schöne Ergänzung zu den anderen drei Bänden, die für mich aber schon in sich abgeschlossen genug waren. Ich habe mich gerne nochmal in die Welt der Baumgartens entführen lassen, hätte aber tatsächlich diesen Abschluss nicht unbedingt gebraucht. Dank der angenehmen Stimme, wenn auch eine andere als bei den anderen Bänden, die flüssig vorträgt, verdiente 3,5-4 Sterne.
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und ist wunderschön geschrieben. Die Protagonistin habe ich direkt ins Herz geschlossen und mit ihr mitgefühlt. Die Geschichte allgemein ist meiner Ansicht nach sehr gelungen. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass das Buch im Jahr 1968 spielt und deswegen auch die Folgen des Krieges auf die überlebenden Menschen und deren Kindern erläutert wird (die DDR wird ebenfalls kurz thematisiert)..
Mein einziger Kritikpunkt ist das Cover; so stimmt die Haarfarbe der Frau dort nicht mit der im Buch beschrieben überein und die gewählte Szene auf der Eislaufbahn ist nicht das ideale Thema für eine Tänzer*in.