Geld verursacht bei mir die Gefühle Angst, Wut und Scham, bestenfalls Erleichterung. Warum? Genau da setzt das Buch "Wie viel" von Mareice Kaiser an, sie verbindet das Persönliche mit dem Strukturellen. Ich finde sie macht das sehr klug, offen und klar, mit so interessanten Stimmen, und das Buch ist mega aktuell: die Inflation, der angebliche Benzinpreisdeckel, alles schon unangestrengt mit drin.
Vor allem aber halt die Stimmen: Kernstück des Buches sind einige Reportagen über Menschen, die sehr wenig, sehr viel Geld oder irgendwas dazwischen haben. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich so unprätentiöse, respektvolle und doch ungeschönte Reportagen gelesen habe über die soziale Situation in Deutschland.