Als in einem Ossarium des Kaisers ein überzähliges Skelett gefunden wird, erhält die Privatermittlerin Mary Parker den Auftrag, die Identität des Toten festzustellen. Schnell findet sie zusammen mit einem jungen Forensiker heraus, wer der Tote war - eine brisante Information, die den Frieden des abgeschotteten Reichs in Gefahr bringen könnte. Aber damit nicht genug: Der Tote ist ermordet worden. Und Verdächtige gibt es im kaiserlichen Palast im Überfluss…
Ein Kriminalroman im fiktiven Deutschen Autonomen Kaiserreich des neunzehnten Jahrhunderts inmitten von Dampfmaschinen und umgeben von einer allumfassenden Mauer.
Mein erster SteamPunk Krimi - moderne Zeiten mit Querverbindungen zur Zeit der Dampfmaschine, ein Mordfall und eine Ermittlerin, die bei Hofe alles klären soll. Dies alles in einem Deutschland, in dem der Kaiser regiert, Technik hochgelobt und andere Länder nur als Soldat besuchbar sind. Eine Religion mit knochenbasierter Anbetung und ein überraschender Spannungsbogen machen die Geschichte rund.
Im Knochenhaus des kaiserlichen Palastes liegt ein Skelett, welches da nicht sein sollte. Im Auftrag des Kaisers ermittelt Mary Parker wer der Tote wirklich war und wer ihn umgebracht hat. Die Identität ist schnell bestätigt, der eigentliche Mörder jedoch ist nicht so schnell zu finden.
Knochen & Dampf ist ein Steampunk-Krimi, welches in einem fiktiven Deutschland des 19. Jahrhunderts spielt. Deutschland ist nach einem Krieg von einer unüberwindbaren Mauer umschlossen und wird von einem Kaiser regiert. Und damit kommen wir schon zu meinem größten Problem des Buches: world-building. Abgesehen von der wagen Angabe, dass es im 19. Jahrhundert in einem fiktiven Deutschland, in welchem Dampfmaschinen aller Art genutzt werden, spielt, gibt es nicht viele Informationen. Es werden nur drei oder vier Städte erwähnt und damit muss der Leser sich begnügen. Wie groß das Deutsche Autonome Territorium (weil das ist der richtige Name und nicht wie in der Zusammenfassung angegeben: Deutsches Autonomes Kaiserreich) ist, ist nicht ersichtlich. Als Leser ist es einem selbst überlassen, ob sich das fiktive Deutschland auf moderne Ländergrenzen bezieht oder auf die Ländergrenzen vor 1914 als Deutschland noch einen Kaiser hatte. Teilweise gibt es Andeutungen zur Geschichte des Kaiserreiches, aber die sind oberflächlich und geben dem Leser manchmal das Gefühl, dass das Buch eigentlich Teil einer größeren Reihe ist und man definitiv die vorherigen Teile hätte lesen sollen, um alles zu verstehen. Zudem wird auch nicht geklärt warum Deutschland auf einmal nur Dampfmaschinen hat, die anderen Länder anscheinend nicht (obwohl die Erwähnung von Kriegsmaschinen irgendwie trotzdem drauf hinweisen kann) und wie lange die Mauer schon existiert. Da "die Taten von Ihnen und Ihrer Vorfahren" erwähnt werden, vermute ich, dass die Mauer schon lange existieren muss und das Kaiserreich sich eher am Abgrund befindet. Zudem werden Rebellen erwähnt, die den Kaiser stürzen wollen und die Mauer abschaffen möchten. Genaue Angaben gibt es leider (wie bei den Grenzen) nicht.
Zur Problematik "world-building" kommt auch die Problematik Religion. Die Autorin hat eine neue Religion entwickelt, welche auf der Verehrung von Knochen basiert. Im Grunde ist es auf dem orthodoxen Christentum basiert, aber bei den Ossariern wurde das mit den Reliquien auf die Spitze getrieben. Es werden Knochen von jedem Menschen genutzt, d.h. es gibt keine direkte Heiligenverehrung. Stattdessen glauben Ossarier, dass immer ein Teil des Geistes des Toten in seinen Knochen zu finden ist, und dies kann den Stärken, der im Besitz der Knochen ist. Die Knochen werden auch für Messen genutzt sowie für Beichten, da die Energien/Geister in den Knochen den Gläubigen zu einem inneren Austausch bringen soll. Per se habe ich kein Problem damit, wenn eine Religion entwickelt wird und man sie mit dem Christentum in Verbindung bringt, aber die ganze Darstellung der Religion ist sehr schwammig bzw. negativ dargestellt, weil Mary keine Anhängerin ist. Zudem ist der Priester Johannes auch noch Berater der Kaiserin, was mir Rasputin Vibes gegeben hat.
Mein zweites Problem mit dem Buch waren definitiv die Charaktere. Mary ist eine ehemalige Generalin und die Tochter eines Britisch-Deutschen Paares, aber sie sieht sich als Deutsch an und dem Kaiserreich verbunden hat. Bei ihr schwingt eine dezente non-binary Tendenz mit, weil sie nicht als "Frau Parker" sondern nur als "Parker"/"General Parker" angesprochen werden möchte. Max hingegen ist ein junger Akademiker aus reichem Hause (nepo baby deluxe), welcher auf Kosten seiner Eltern ein eigenes Labor am Stadtrand hat und es nicht leiden kann, wenn man ihn auf seine Herkunft anspricht. Max hat leichte neurodivergente Züge, und ich bin mir noch nicht sicher, ob er als autistisch dargestellt werden soll oder als jemand mit ADHS. Beide sind wie Elefanten in einem Porzellanladen: Mary ist einfach nur unhöflich und rabiat, Max hat einige Manieren aber sein Übereifer für seine Arbeit (aka Forensik) lässt ihn seine Manieren definitiv vergessen. Trotz Hintergrundgeschichten für beide Figuren haben sie sich immer noch unausgereift und platt angefühlt (oder wie ich es auf Englisch sagen würde "two-dimensional characters without any actual character traits that makes them human"). Sympathisch fand ich beide nicht, und falls die Autorin je eine Fortsetzung schreibt (Anklänge gibt es dazu im letzten Kapitel), so habe ich das Gefühl, dass eine Romanze zwischen den Beiden entstehen soll, die auf "Gegensätze ziehen sich an" basiert, obwohl Mary und Max keinerlei Chemie haben.
Abgesehen von dem fehlenden world-building und den Charakteren, habe ich mit dem Schreibstil teilweise echt zu kämpfen gehabt. Zum Einen befinden sich immer noch genug Rechtschreib- und Logikfehler im Buch, und zum Anderen klingt alles furchtbar hölzern. Vor allem die Dialoge fühlen sich unheimlich gestelzt an bzw. enden teilweise sehr abrupt. Die Dialoge, welche die beiden Ermittler mit der Kaiserfamilie führen, fühlen sich derweil unheimlich lax als ob sie mit Freunden sprechen und nicht mit dem Herrscher eines Reiches.
Bzgl. des Mordes: wer die Person umgebracht hat, war leider sehr früh absehbar. Ich hätte mir gewünscht, dass es bis zum letzten Kapitel nicht klar gewesen wäre wer der Mörder ist, um beim Leser einen "Wtf? Ich dachte, XY ist der Mörder!" erzeugt.
Der Schreibstil von Jasmin lässt sich meines Erachtens sehr leicht und flüssig lesen. Es gibt keine unnötig langen Ausschweifungen und trotzdem erhält man einen guten Eindruck der steampunkigen Umgebung. Dementsprechend ist auch die Atmosphäre in diesem Buch eine ganz besondere; es fiel mir zu keinem Zeit schwer, mir die Dampfmaschinen und Automobile rund um das Geschehen vorzustellen.
Des Weiteren haucht Jasmin mit ihrer Art, Worte aufs Papier zu bringen, allen Figuren ein individuelles Leben ein. Jeder einzelne Charakter hat eine eigene Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen, wodurch ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Sie wirkten auch nicht übertrieben, sondern authentisch und menschlich.
Wo wir schon einmal bei den Charakteren sind, mache ich doch gleich damit weiter. Da wäre zum einen natürlich Mary Parker, unsere Protagonistin. Sie ist Privatermittlerin und hat früher in der Armee als General gedient. Mary ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sicherlich eine Vorbildfunktion darstellt. Mit ihrer sorgfältigen und manchmal auch grimmigen Art fand ich sie sofort sympathisch.
Ebenso erging es mir mit Max – einem jungen Mann, der nach seinem abgeschlossenen Studium ein eigenes Labor eröffnet hat und nur darauf wartet, einen großen Auftrag an Land zu ziehen; in etwa so wie der, mit dem Mary ihn aufsucht, wobei er sicherlich nicht mit dieser Größenordnung gerechnet hätte. Wo Mary seriös erscheint, ist Max oftmals ein wenig zu begeistert. Er strotzt nur so vor Enthusiasmus und ist so energiegeladen, dass ich manchmal ganz schön Mitleid mit Mary bekommen habe. Nichtsdestotrotz ist er einfach nur liebenswürdig und erledigt seine Arbeit gewissenhafter, als es manch anderer womöglich getan hätte.
Doch auch die anderen Charaktere, die im Vergleich zu Mary und Max eine eher untergeordnete Rolle spielen, waren toll ausgearbeitet. Der Kaiser wirkt auf der einen Seite sehr human und aufrichtig, auch wenn er auf der anderen Seite so patriotisch ist, dass er die Mauer rund um das Deutsche Autonome Territorium verteidigt, wo er nur kann. Was als Kaiser sicherlich auch sein Job ist, andererseits ist er ein Herrscher, der nicht unbedingt liberal eingestellt ist.
Aber kommen wir zur Handlung. Diese ähnelt im Grundaufbau einem klassischen Detektiv-Krimi. Klar, schließlich ist Mary Parker ja auch genau in dieser Funktion zum Kaiser gerufen worden. Nachdem die Identität der Leiche zweifelsohne nachgewiesen war, fingen die eigentlichen Ermittlungen an. Jasmin ist dabei sehr geschickt vorgegangen, indem sie die Leser*innen bis zum Schluss miträtseln lässt. Es gibt falsche Fährten und heiße Spuren, denen Mary und Max folgen und die letztendlich zu nur der Person führen, die für den Mord verantwortlich ist.
Die Suche nach dem Täter war spannend und mitreißend, sodass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Mein einziger kleiner Kritikpunkt bleibt die Auflösung, weil ich die Identität des Täters bereits erahnen konnte. Dennoch blieben mir selbst die Motive dieser Person verborgen, was am Ende noch mal für das ein oder andere Überraschungsmoment gesorgt hat.
Fazit
„Knochen & Dampf“ ist ohne Zweifel ein wirklich toller Steampunk-Krimi, der nicht nur durch die Ausarbeitung der Charaktere besticht, sondern auch durch das Worldbuilding in einem alternativen 19. Jahrhundert sowie die klassischen Detektiv-Ermittlungen. Nur die Auflösung habe ich in Ansätzen bereits in der Art erahnt, weshalb es einen winzig-kleinen Punktabzug gibt.
Der Kaiser des »Deutschen Autonomen Kaiserreichs« benötigt Unterstützung in einem heiklen Kriminalfall und wendet sich an die Privatermittlerin Mary Parker, die schon als Retterin des Kaisers in Erscheinung getreten ist.
Nach dieser kurzen Einleitung entwickelt sich ein klassischer Kriminalfall, bei dem mehr oder weniger überraschend die Geheimnisse offenbart werden, die sich um den Kaiser und seinem Gefolge angesammelt haben. Was mir bei diesem Roman fehlte, war die Einbindung des Settings in die Gesamtgeschichte.
Verortet ist der Kriminalfall im neunzehnten Jahrhundert in einem deutschen Kaiserreich mit der Steam-Punk-Physik, wie sie mehr oder minder in der Literatur geläufig ist. Und genau hier setzt meine Kritik an, denn der Kriminalfall hätte universell in jeder Umgebung platziert werden können. Die Besonderheiten einer solchen Welt wurden leider zu wenig sichtbar. Sprachlich liest sich der Roman sehr unkompliziert und kann gut an einem verregneten Samstag gelesen werden.
Fazit Der Kriminalfall hat für Genrefans sicherlich seinen Reiz und bietet eine gute Story. Es fehlt die Einbindung des Kriminalfalls in die Welt, so dass dieser austauschbar wirkt. Von ein, zwei Details abgesehen, gilt dies auch für die Figuren. Ich glaube aber dennoch, dass Leser, die gern in solchen Alternativwelten unterwegs sind, ihre Freude an diesem Roman haben.
Da ich kein großer Krimi Fan bin, doch Steampunk sehr gut finde, wollt ich mal in beide Welten zusammen eintauchen. Man startet sehr gut in das Buch rein und es liest sich sehr flüssig und verständlich. Der Fall liegt im Hauptaugenmerk, es werden aber Andeutungen gemacht über die Geschichte drumherum. Ein wenig verwirrt war ich bezüglich der Geographie, Ich hätte gerne eine Karte gehabt.
Die ehemalige Generalin Mary übernimmt einen heiklen Fall für den Kaiser und sucht sich einen Spezialisten. In Max hat Sie den hoffentlich gefunden. Die beiden Ermittler, Mary und Max ergänzen sich zusammen. Den Gegensätze ziehen sich an. Max ist mehr der Draufgänger und Analyst, es muss alles sorgfältig überprüft werden, doch am besten auch jetzt und sofort. Er ist auch nicht auf den Mund gefallen. Wogegen Mary eher alles streng nach Vorschrift alles abarbeitet und genau überprüft ab alles richtig gemacht wurde. Wie sie es als ehemalige Soldatin gelernt hat.
Die Atmosphäre ist sehr düster gestrickt, was aber zu dem Deutschen Autonomen Territorium passt.
Das Buch hat mir gefallen und ich würde mich freuen weiter über die zwei Ermittler zu lesen.
Nette Geschichte, aber sehr langatmig. Informationen zur Welt usw. fehlen, dafür sind viele Gespräche sehr in die Länge gezogen. Auch der Umgang der beiden Protagonisten mit der Kaiserfamilie erscheint doch recht unwahrscheinlich. Die Steampunk-Elemente erscheinen eher wie ein Decorum zur Geschichte, anstatt in diese eingewoben zu sein. Trotzdem 3 Sterne, weil mir das Cover so gut gefällt und das Buch gute Ideen hat, die nur leider nicht spannend umgesetzt sind.
4 Stars - „Es sei denn, der Täter meldet sich morgen freiwillig. Das würde die ganze Sache abkürzen." - „Meiner Erfahrung nach passiert das recht selten" - „Man wird ja wohl noch hoffen dürfen"
Ich bin mit absolut GAR keiner Erwartungshaltung an dieses Buch gegangen. Buch aus einem second Hand Shop, ein Preis von 2€ und eine Geschichte mit Steampunk Elementen, einem deutschen autonomen Kaiserreich und eine mysteriöse Leiche - was soll da schon schiefgehen? Für mich, absolut gar nichts. Für Mary Parker, viel mehr als nötig. Die Arbeit als Privatdetektivin bringt sie gut über die Runden, doch als der Kaiser sie auf einmal zu sich ruft und eine vielversprechende Belohnung für die Aufklärung eines persönlichen Falls winkt, kann Mary nicht Nein sagen. Denn niemand sagt nein zum Kaiser. Als dann auch noch kein öffentliches Labor mit an dem Fall arbeiten kann und sie gezwungenermaßen den etwas übermütigen und enthusiastische Forensiker Maximilian Jung mit ins Boot holen muss, ist das neue Abenteuer, des ehemaligen Generals Parker, komplett. Fehlt nur noch der Mörder zur Leiche, richtig? - Die Geschichte war leicht, interessant und nicht unnötig kompliziert. Max überzeugt mit seinem Charm und Mary auf ihre brutal ehrliche Weise - zusammen ergeben die beiden zwar zu Beginn kein harmonisches Paar, aber ein belustigendes. Die Harmonie kommt später, auch wenn Mary das bestreiten würde. Die Story ist nicht neu erfunden, aber dennoch nicht langweilig. Was das Buch jedoch so besonders macht ist das Setting. Die Steam-Punk Elemente und die Vorstellung eines Deutschen Reiches im 19. Jahrhundert umgeben von einer gewaltigen Mauer und verpesteter Luft geben einen interessanten Twist mit auf den Weg. Eine leichte, humoristische und dennoch spannende Lektüre für zwischendurch✨
Gutes Buch für zwischendurch hätte mir gewünscht das die Welt mehr Historie und Tiefgang Beckommen hätte um mehr in die Geschichte eintauchen zu können.