Während sich Kommissar Wim Schneider im Harz auf Kur erholt, untersucht Kommissarin Rosalie Helmer einen zweifelhaften Selbstmord in Braunschweig. Vor allem die frischen Bisswunden an der Leiche geben Rätsel auf. Als sich im Umfeld der Kurklinik ein mysteriöser Unfall ereignet, forscht Wim heimlich nach. Obwohl beide Fälle unterschiedlicher nicht sein könnten, überschneiden sich plötzlich die Spuren, und die Ermittler stoßen bei ihrer Suche nach den Hintergründen auf tragische Frauenschicksale.
"Hinter Liebfrauen" ist der zweite Krimi von Mario Bekeschus, in dem wir erneut den beliebten Kommissar Wim Schneider und seine Kollegin Rosalie Helmer begleiten. Nach den dramatischen Ereignissen im ersten Teil erholt sich Wim im Harz von seiner Operation, während Rosalie in Braunschweig einem mysteriösen Selbstmord nachgeht. Die frischen Bisswunden an der Leiche werfen viele Fragen auf. Parallel dazu ereignet sich in der Nähe von Wims Kurklinik ein seltsamer Unfall, der seine Neugier weckt und ihn zu eigenen Ermittlungen anstachelt. Bald überschneiden sich die Spuren beider Fälle, und die Ermittler stoßen auf tragische Schicksale, die das Schicksal mehrerer Frauen miteinander verbinden.
Rezension
Es ist schön, Wim Schneider und Rosalie Helmer erneut auf ihrem nächsten Fall zu begleiten. Nach seiner Operation, die im ersten Teil "Gaußberg" thematisiert wurde, erholt sich Wim im idyllischen Harz. Sein Aufenthalt dort gibt ihm nicht nur die Gelegenheit, neue Kraft zu schöpfen, sondern bringt ihn auch mit einem mysteriösen Unfall in der Nähe seiner Kurklinik in Berührung. Natürlich kann Wim nicht einfach alle Fünfe gerade sein lassen und stellt heimlich Nachforschungen an.
Rosalie Helmer hingegen ermittelt gemeinsam mit ihrem Kollegen Mads Johannsen an einem vermeintlichen Selbstmord, kämpft aber noch mit den Nachwirkungen der Ereignisse aus dem ersten Buch. Ihre persönliche Entwicklung und ihre inneren Kämpfe sind beeindruckend dargestellt, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass Bekeschus die Nachwirkungen aus dem ersten Teil noch mehr vertieft hätte. Rosalie steht zudem vor privaten Herausforderungen, insbesondere in ihrem Liebesleben, das auf der Kippe steht. Diese persönlichen Einblicke verleihen ihrer Figur zusätzliche Tiefe und machen sie noch greifbarer.
Mario Bekeschus versteht es ohnehin unglaublich gut, seine Charaktere dynamisch weiterzuentwickeln. Keiner der im Buch vorkommenden Charaktere wirkt deplatziert oder unrealistisch. Jeder und jede hat sein ganz eigenes Schicksal zu meistern, muss aber dennoch seinen Job erledigen. Das beeindruckt. Besonders Rosalie sticht in diesem Buch hervor, da sie die größte Entwicklung durchmacht. Doch auch die anderen Figuren, seien es altbekannte oder neue Charaktere, sind detailliert und glaubwürdig ausgearbeitet. Neue Charaktere wie Mads fügen sich so nahtlos in die Geschichte ein, dass es scheint, als wären sie schon immer da gewesen.
Die Behandlung schwer verdaulicher Themen wie sexuelle Belästigung, Prostitution und Migration ist ein weiteres Highlight des Buches. Bekeschus gelingt es, diese sensiblen Themen eindrucksvoll und dennoch einfühlsam zu behandeln. Besonders hervorzuheben ist, dass der Humor in diesen Passagen bewusst zurückgefahren wurde, was die Ernsthaftigkeit und auch die Tiefe der Themen unterstreicht. Auch die Einbindung queerer Themen und Charaktere bereichert die Handlung und zeigt die Offenheit und Vielseitigkeit des Autors, sowie seinen sensiblen Umgang mit diesen Themen.
Verglichen mit "Gaußberg" fand ich die Story diesmal etwas weniger spannend. Die Handlung ist nicht schlecht, dennoch hat mir der Vorgänger einen Tick besser gefallen. "Hinter Liebfrauen" überzeugt aber auch auf anderen Ebenen. Die sensible Themenbehandlung und die hervorragende Charakterentwicklung machen diesen Krimi zu einem besonderen Leseerlebnis. Bekeschus beweist erneut, dass er ein Meister seines Fachs ist und liefert mit "Hinter Liebfrauen" einen weiteren gelungenen Lokalkrimi ab, der zwar in puncto Spannung nicht ganz an den Vorgänger heranreicht, aber durch seine Tiefe und seine charakterliche Raffinesse besticht.
Insgesamt ist "Hinter Liebfrauen" ein überzeugender Krimi, der nicht nur durch seine gute Handlung, sondern vor allem durch die tiefgründige Behandlung sensibler Themen und die exzellente Charakterentwicklung überzeugt.
Ein spannender Regionalkrimi mit viel Lokalkolorit und tollen Figuren
Inhalt: Eigentlich sollte sich Kommissar Wim Schneider nach überstandener OP auf Kur in Bad Harzburg erholen. Doch als eine Angestellte der Klinik auf ungeklärte Weise verunglückt, kann Wim die Füße nicht mehr stillhalten und beginnt im Geheimen seine Ermittlungen. Ein paar Dutzend Kilometer weiter nördlich ermittelt auch die braunschweigische Kommissarin Rosalie Helmer in einem neuen Fall: Ein Mann ist von einem Hochhaus gestürzt – und auch hier ist zweifelhaft, ob es sich tatsächlich um einen Unfall handelt…
Persönliche Meinung: „Hinter Liebfrauen“ ist ein Regionalkrimi von Mario Bekeschus. Nach „Gaußberg“ ist es der zweite Niedersachsen-Krimi um den Kommissar Wim Schneider. Da der Fall von „Hinter Liebfrauen“ in sich abgeschlossen ist, kann der Krimi auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden; für ein tiefergehendes Verständnis der Figurenbeziehungen ist es aber natürlich sinnvoll, die Bände chronologisch zu lesen. Grob gesagt, lässt sich der Krimi in zwei Handlungsstränge einteilen: Während Wim in Bad Harzburg den Tod der Angestellten der Kurklinik untersucht, versucht Rosalie in Braunschweig das Schicksal des gestürzten Mannes zu klären. Dabei gibt es zwischen den beiden Handlungssträngen immer mal wieder Berührungspunkte. Erzählt wird „Hinter Liebfrauen“ aus einer Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven. So werden, um nur ein paar zu nennen, die personalen Sichtweisen von Wim, Rosalie und Mads, einem neuen Kollegen von Rosalie, eingenommen (daneben spielen auch die Perspektiven von verschiedenen Figuren eine Rolle, die in unterschiedlicher Weise in den jeweiligen Fall involviert sind. Um wen genau es sich handelt, möchte ich hier nicht spoilern 🙃). Generell ist für mich eine große Stärke des Krimis, dass – neben dem eigentlichen Kriminalfall – auch das (Privat-)Leben der Hauptfiguren eine wichtige Rolle spielt. Dieses ist authentisch dargestellt und nicht immer konfliktfrei, was einerseits dazu führt, dass die Figuren eine größere Tiefe, Individualität und Lebendigkeit erhalten. Andererseits sorgt dies dafür, dass auf einer weiteren Ebene – zusätzlich zur eigentlichen Krimihandlung – Spannung(en) und ein Mitfiebern während des Lesens entstehen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven ist die Handlung zudem abwechslungsreich und besitzt ein schönes Tempo. Zu dem Fall (oder den Fällen?) von „Hinter Liebfrauen“ möchte ich gar nicht so viel vorwegnehmen. Nur: Er ist spannend, wendungsreich und besitzt einen schönen Komplexitätsgrad. Gleichzeitig berührt er ein Thema, das eine große gesellschaftliche Relevanz besitzt (zwecks Spoilervermeidung möchte ich hier nicht näher ins Detail gehen). Zudem trumpft „Hinter Liebfrauen“ mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit auf: Beide Handlungsorte – Braunschweig und Bad Harzburg – werden in ihren Besonderheiten anschaulich beschrieben (kleine persönliche side note: Am coolsten fand ich, dass Wim im Harz eine Route wandert, die ich auch schon gewandert bin 😀). Der Schreibstil von Mario Bekeschus lässt sich angenehm und flüssig lesen, sodass man durch die Seiten von „Hinter Liebfrauen“ fliegt. Insgesamt ist „Hinter Liebfrauen“ ein spannender sowie komplexer Regionalkrimi, der mit schön ausgestalteten Figuren und Lokalkolorit auftrumpft.
Mit „Hinter Liebfrauen“ liefert Mario Bekeschus erneut einen Regionalkrimi, der nicht nur fesselt, sondern auch emotional tief berührt. Wer den ersten Band „Gaußberg“ mochte, wird auch dieses Mal begeistert sein, denn der Autor schafft es, die Entwicklung seiner Figuren und die Intensität der Handlung noch weiter auszubauen.
Kommissar Wim Schneider, der sich eigentlich im Harz von seiner Operation erholen soll, stolpert direkt in einen mysteriösen Unfall in der Nähe seiner Kurklinik. Klar, dass er nicht lange tatenlos bleiben kann. Sein etwas ungewöhnlicher Kurschatten Ludger Pohl sorgt dabei für jede Menge seltsame und amüsante Momente, die das ernste Thema auflockern und Wim von einer sehr menschlichen Seite zeigen. Fans von Wim kommen hier voll auf ihre Kosten!
Währenddessen ermittelt Kollegin Rosalie Helmer zusammen mit Polizeikommissaranwärter Mads Johannsen in Braunschweig in einem rätselhaften Selbstmordfall. Ein Fall inklusive frischer Bisswunden an der Leiche. Klingt schaurig? Ist es auch! Doch was zunächst wie zwei getrennte Fälle wirkt, verwebt sich bald zu einem komplexen Puzzle voller Überraschungen und Wendungen.
Mario Bekeschus versteht es, Spannung aufzubauen und seine Leser mitfiebern zu lassen.
Was diesen Krimi besonders macht? Neben der spannenden Handlung sind es die tiefgründigen Themen, die Mario Bekeschus mit viel Fingerspitzengefühl behandelt: Alltagssexismus, Gewalt im persönlichen Nahbereich und andere dunkle Facetten des menschlichen Daseins. Dabei gelingt ihm der Balanceakt zwischen ernster Gesellschaftskritik und humorvollen Szenen, die für das notwendige emotionale Gleichgewicht sorgen.
Dieses Buch ist kein 08/15-Krimi. Es ist ein intensives Leseerlebnis, das nachdenklich macht, ohne dabei auf Spannung und Unterhaltung zu verzichten. Die Charaktere wachsen einem noch mehr ans Herz, die Ermittlungen sind packend, und die gesellschaftlichen Themen regen zum Nachdenken an.
Der Autor beweist erneut, dass er nicht nur spannende Geschichten erzählen kann, sondern auch den Mut hat, unbequeme Themen anzusprechen.
Dieser Band ist durchaus unabhängig vom Vorgänger zu lesen. ABER!!! Ich würde euch empfehlen, vorher „Gausberg“ zu lesen. Denn es ist einfach wunderschön, die einzelnen Charaktere von Beginn an kennenzulernen und sie zu begleiten.
Absolut lesenswert für alle, die mehr wollen als nur einen klassischen Mordfall.
Hannover hat Urlaub aber Braunschweig ermittelt weiter. Naja so ganz stimmt es nicht, denn selbst wenn sich Wim in der Harzer Kurklinik nach seiner Op erholen soll, kann er es nicht lassen im Fall der verunglückten Yogalehrerin Shakuntala zu ermitteln. Der Kater lässt das Mausen nicht. 😋 Gut das ihn seine Kollegin Biggi Höfgens besuchen kommt.
In Braunschweig ermitteln Rosalie und Mads unterdessen in den zweifelhaften Selbstmord von Berthold M.. Wie kann es sein das zwei so unterschiedliche Fälle zusammenhängen und was hat ein Indisches Restaurant damit zu tun?
Lest es selbst nach in „Hinter Liebfrauen“
Der Buchtitel ist Programm, denn was steckt hinter Lieb(en)frauen, Mario schaut in diesem Krimiroman hinter die Fassade, besonders die Schicksale von Frauen rücken hier in den Fokus. Dabei werden viele sensible Thema angesprochen, zu den Mario intensiv recherchiert und sie gründlich aufarbeitet hat.
Mario ist erneut ein spannender Krimi gelungen, selbst wenn der Krimianteil etwas in den Hintergrund rückt. Die Sprünge zwischen den einzelnen Handlungsorten und Personen ist gekonnt aufgebaut und bietet so immer wieder kleine Cliffhanger.
Das Buch weis zu fesseln und wartet mit teils skurrilen Szenen auf (Wim beim Yoga 🧘🏻♂️😆)
Auch hier spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.
Ein gelungener Regionalkrimi. Nach Gaußberg geht Wim Schneider in die zweite Runde, obwohl es eigentlich ein Rosalie - Mats - Birgit - Wim - Krimi ist. Braunschweig stellt wieder, mit viel Lokalkolorit, den spannenden Hintergrund für diese verzwickte Geschichte. Der Leser kann, wie bei Gaußberg, mit dem Buch in der Hand durch die Stadt wandern und sich die Schauplätze der Handlung ansehen - klasse. Die Figuren haben zum ersten Band, eine Weiterentwicklung durchgemacht, obwohl Wim immer Wim bleiben wird. Das Interessante an der Geschichte ist allerdings, dass der Autor hier viel wirkliches Leben einfängt, dass so bunt wie ein Regenbogen ist. Es werden viele spezielle Themen angesprochen, von Prostitution, Gewalt gegenüber Frauen und im allgemeinen, queere Themen und und und, über die man fast dem Plot vergessen könnte - doch schafft es der Autor, den Leser immer wieder einzufangen, auch wenn ich manche Gedankengänge erst beim zweiten Lesen verstanden habe. Der Schlußcliffhanger ist aber schon speziell - wer wird es denn wohl werden? Ich bin gespannt!
Mit dem zweiten Niedersachsen-Krimi ist dem Autoren wieder ein sehr tolles Buch gelungen. Beim Lesen hüpft man von einem Puzzlestück zum nächsten und macht sich immer mehr ein Gesamtbild. Am liebsten wollte ich gar nicht mit lesen aufhören, weil es mich so gefesselt hat. Bei dem guten und bildhaften Schreibstil war mir die Geschichte sehr präsent im Kopf. Auch wenn es inhaltlich ernstere Themen gibt, fühlte ich mich dadurch nicht bedrängt und es wurde sensibel damit umgegangen. Kommissar Wim und Kommissarin Rosalie waren mir bereits im ersten Band ans Herz gewachsen, und es hat mich gefreut bei ihren Ermittlungen wieder dabei zu sein. Der Krimi hat mich sehr gepackt und mich mitten hineingezogen. Die Bücher von Mario Bekeschus sind auch mittlerweile zu einer meiner liebsten Krimireihen geworden.