Das Zugehörigkeitsgefühl eines Adligen zu seiner jahrhundertealten Familie ist bis heute ungebrochen. Egal ob Heirat, Verwandtschaft, Erziehung der Kinder oder Lebensstil – man hält sich immer noch streng an die Regeln der Etikette. Walzer lernt der, die junge Adlige nicht in der Tanzschule, sondern beim Séjour mit anderen Standesgenossen auf einem Schloss, der Jagdschein gilt heute noch ebenso viel wie der Führerschein und seinen zukünftigen Partner sucht sich jeder selbstredend in angemessener Robe auf standesgemäßen Festen aus. Das Leben ist mit rauschenden Bällen und leichfüßiger Konversation, mit schönen Kleidern und einem starken Gefühl für Verwandtschaft und familiärer Nähe verbunden, doch was romantisch klingt, entbehrt nicht gewisser Eigenheiten: Schlösser sind sommers wie winters kalt, die Toiletten befinden sich mitunter nachträglich eingebaut in Schränken auf einsamen Gängen und die Wege von der Eingangstür bis zum Salon kann Stunden dauern. Die notorische Technikfeindschaft ist seit der Erfindung des Mobiltelefons allerdings passé: Wer auf einem Schloss lebt ist froh, wenn er nicht mehr Kilometer zurücklegen muss, um rechtzeitig ans Telefon zu gelangen.
Ein Buch über den Adel in der heutigen Zeit. Teils mit einem Augenzwinkern, teils auch sehr erhaben geschrieben, wirft es einen Bild auf den heutigen Adel und wie doch so vieles auch heute noch in engen Bahnen abläuft.
I've quite enjoyed it! Gives valuable insights into the German noble class. Could serve as an excellent guidebook if you're planning to write a novel/article about the nobel class.