In einer leer stehenden Villa an der Ostsee, an einer Steilküste, treffen sie die kühle Nora, Bauingenieurin mit Heimvergangenheit, spezialisiert auf Abrisse, und die überschwängliche Peggy, die Skulpturen aus dem errichtet, was das Meer anspült. In der ehemaligen Pension suchen sie Zuflucht, suchen ihre Zukunft. Doch die alte Villa widersetzt sich, die Steilküste bricht ab, immer näher kommt der Abgrund dem Haus, und ein paar höchst eigenwillige Gäste tauchen auf und bleiben. Notgedrungen raufen sich die beiden Frauen zusammen. Ihre Vergangenheit holt sie jedoch auch hier ein, und es stellt sich die Was gibt Halt im Leben? Und was ist eigentlich ein Zuhause?
Eine selbstständige Bauingenieur für Rückbauten, eine gehörlose Sängerin, ein zerstreuter Professor, ein Kind, das nur barfuß läuft, eine vernebelte Künstlerin und eine Dogge. Sie alle treffen in der alten Villa am Meer aufeinander. Eigentlich soll sie abgerissen werden und so ziehen alle an einem Strang. Hat mir gut gefallen - flüssig und gut zu lesen und vergleichbar mit *Marianengraben* oder *Töchter* Note: 2-
Die in der Nähe von Hamburg lebende Autorin Anna Warner hat die Nähe zum Meer in ihren Text einfließen lassen auf eine wunderbare Art und Weise. Es geht um eine Villa an der Ostsee, die unbändige Natur und Menschen, die es an diesen Ort zieht. Unter anderem zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nora, ein Heimkind, nun Bauingenieuren mit Spezialgebiet Abriss ist eher distanziert. Peggy, offenes Herz, künstlerische Ader, ist genau das Gegenteil. Dann noch ein wirrer Professor, ein großer Hund sowie ein Kind ohne Schuhe. Alle treffen sie hier aufeinander und sind doch sehr mit sich selbst beschäftig und doch wollen sie die Villa vor dem Abbruch retten, der gemeinsame Nenner. Denn die Steilküste bricht ab und macht die Villa zu einem gefährlichen Ort. Der Schreibstil ist bewusst und die Worte genau gewählt. Aus meiner Sicht gut geschrieben, aber es hat mich nicht ganz so doll mitgerissen wie ich es mir gewünscht hätte, auch wenn die Autorin Themenfelder anrührt, die auch mich interessieren, wie: Was macht einen Ort zu einem Zuhause? Wo fühlt man sich geborgen und was bedeutet Heimat für jeden individuell? Fazit: Für Menschen, die Suchen und auch Finden wollen.
Stilistisch ein bisschen anstrengend, aber schönes Setting und nettes Konzept. Sprachlich könnte man noch mehr Stimmung rausholen, auch die Figuren wirken ein wenig platt.
Lohnt sich allerdings trotzdem, ich hatte meine Freude beim Lesen.