Spannung, ein dystopisches Magiesystem, ein König, der keiner sein wollte, eine verbotene Liebe - Sandy Brandt startet mit dem ersten Band von 'The Tale of Wycca' unheimlich stark.
Man wird am Anfang direkt in die Handlung geworfen. Ich hatte allerdings, dank des flüssigen und bildhaften Schreibstils der Autorin, keine Schwierigkeiten damit und war direkt nach dem Prolog gefesselt. Wie auch schon bei ihrer 'Schweigen-Trilogie' hat die Autorin für mich eine Sogwirkung entfesselt.
Das Magiesystem, die Besonderheiten der Welt und auch die Protagonisten werden vorgestellt und auf eine Art erklärt, die weder dafür sorgt, dass man von Informationen überrannt wird, noch dass Langeweile aufkommt.
Raeven Tennyson, der Hauptprotagonist, ist mir überaus sympathisch. Ich konnte gut mit ihm mitfühlen und mich in ihn einfühlen. Auch bei den anderen Protagonisten ist mir das leicht gefallen (auch wenn ich sie nicht alle mögen wollte!).
Das Buch, das für mich so unheimlich stark gestartet war, ließ für mich in der zweiten Hälfte leider etwas nach. Das lag zum einen daran, dass ich nicht alle Charakter- bzw. Beziehungsentwicklungen so gut nachvollziehen konnte und auch die Lovestory für mich ein klein wenig zu viel Raum eingenommen hat, zum Anderen aber auch daran, dass die Handlung für mein Empfinden ein bisschen gelitten hat. Damit meine ich nicht, dass es nicht mehr spannend war! Das war es wirklich bis zum Ende. Aber ich hatte ab einem bestimmten Punkt das Gefühl, die Haupthandlung würde nicht mehr richtig voran kommen und sich in den Nebenhandlungen und der Dramatik verlieren.
Dazu kommt, dass die Autorin es für mich dieses Mal nicht geschafft hat, eine große Überraschung bereitzuhalten. Das Ende habe ich teilweise schon sehr früh vorhergesehen.
Trotz allem ist 'The Tale of Wycca' ein sehr gelungener Reihenauftakt, der sich schon alleine wegen dem tollen Schreibstil der Autorin lohnt.
Ich bin gespannt, wie es weiter geht!