Für manche ist LGBTQ ein überflüssiger Trend, andere verstehen den Ausdruck nicht. Viele Menschen wiederum sind in diesen Buchstaben zu Hause – Anna Rosenwasser ist eine von ihnen. Die bisexuelle Schweizerin mit jüdischen Wurzeln schreibt über Geschlecht und Anziehung in überraschenden Texten. Sie schreibt nicht nur für diejenigen, die längst wissen, dass sie queer sind, sondern auch für alle, denen dieses Wort neu – und, wer weiß, vielleicht mittelsympathisch – ist. Das Rosa Buch beleuchtet Identitäten außerhalb der Norm mit einem zuversichtlichen, liebevollen Blick, ist durchaus auch mal »hässig« über Ungerechtigkeit, begegnet aber allem mit Neugier und Humor. Und immer wieder setzt sich die Autorin auch mit ihren jüdischen Wurzeln auseinander. Wie reagiert man am besten auf ein Coming-out? Ist ein Mensch jemals zu jung oder zu alt dafür? Gibt es Bisexuelle tatsächlich? Und was hätten wir über Lesbensex wirklich lernen sollen? Rosenwassers Texte entspringen keinem Lehrbuch, sondern einem Alltag unter Menschen, die Tabus mit Lust auflösen und ihre eigene Vielfalt feiern. Dahinter stecken politischer Widerstand gegen herrschende Normen und die Liebe, dazuzulernen, ohne Angst zu haben vor Fehlern.
Anna Rosenwasser ist eine Schweizer Politikerin (SP), Journalistin, Kolumnistin und LGBTQ-Aktivistin. Im Oktober 2023 wurde sie in den Nationalrat gewählt.
Ein wunderbares Buch für alle Büsis, alle Unterstützer:innen und alle Menschen, die sich aktuell von den Diskussionen um Themen wie Geschlecht, Queerness und Gender überfordert fühlen. Mit "Rosa Buch: Queere Texte von Herzen" legt Anna Rosenwasser eine Sammlung von Kolumnen und Texte dazu vor, die zu einem Grossteil bereits in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind.
Das ist persönlich, direkt und relevant - und regt zum Nachdenken an. Bei vielen Inhalten fühlte ich mich direkt angesprochen und reflektierte mit den Sätzen mein persönliches Dasein und meine Handlungen. Schön, bleibt nach der Lektüre ein positives Gefühl, trotz des schwierigen Kampfes um Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Machen wir die Schweiz gemeinsam zu einem rosa Land!
Wie schön für die Welt, dass es diese Sammlung von Texten (v.a. Kolumnen) gibt. Anna Rosenwasser schreibt sehr liebevoll, mit viel Verständnis und Herzblut über verschiedene queere Themen. Es ist lehrreich, ohne trocken oder von oben herab geschrieben zu sein und man erhält viele kleine Einblicke in die Lebensrealität und Gedankenwelt der Autorin. Anna geht auch ganz offen damit um, dass sie heute manches anders formulieren/ergänzen würde, das macht sie noch sympathischer. Die Texte sind schön geschrieben und immer wieder hat es schöne Twists, die man nicht erwartet hätte. Zitate: _Eine Person hat mir letztens folgende Geschichte erzählt: Sie arbeitet als Lehrkraft in der Primarstufe. Ein Kind kam zu ihr und outete sich als trans: Bisher hatte es in der Rolle eines Jungen gelebt, aber jetzt weiß sie, dass sie ein Mädchen ist. Die Lehrperson erklärte das also der Klasse: Eure Mitschülerin hat jetzt einen neuen Namen. Sie ist ein Mädchen. Dann wartete sie ab. Etwas nervös. Wie würden die Kinder reagieren? Verstehen sie so was? Hatte sie zu viel gesagt? Oder zu wenig? Eine Kinderhand schnellte hoch. »Ja?« »Ist das jetzt eine Art Geburtstag?« Die Lehrperson überlegte. »Ja. Das ist eine Art Geburtstag.« Stille. Eine zweite Kinderhand. »Ja?« »Wenn das ein Geburtstag ist ... dürfen wir dann »Happy Birthday« singen ?« »... Ja.« Und dann sangen die Kinder »Happy Birthday«. _Ich finde die Vorstellung auch nicht mega geil, an brünzelnden Dudes vorbeispazieren zu müssen auf dem Weg zur Kabine, und ich würde im Plaza auch gern einen einzigen Raum haben mit Frauenstatt Männerüberschuss. Aber diese Sorgen sind so, so viel unbedeutender als die Angst, belästigt und bedroht und aus der Toilette rausgeschmissen zu werden, jeden Tag. Übrigens sind trans Menschen nicht die einzigen, für die die traditionelle Aufteilung der Männer- und Frauentoiletten nicht immer funktioniert. Betreuungspersonen von alten Menschen, Menschen mit Behinderung oder von Kindern sind ebenfalls froh, wenn jedes WC einfach für Menschen statt für Geschlechter ist. Sie haben nicht immer dasselbe Geschlecht wie die Person, die sie gerade begleiten - und das ist dann in der Herren- und in der Frauentoilette awkward. Und weisch was? Die Toiletten, die wir am häufigsten benutzen, sind eh genderneutral. Aus Versehen, quasi. Es sind die Toiletten in unserem Zuhause. _Viele Bis müssen sich auch tatsächlich anhören, sie sollen sich endlich entscheiden. Aaalter, wir haben uns entschieden! Wir sind bi und stolz darauf! Die einzige Entscheidung, die ein Mensch bezüglich seiner sexuellen Orientierung treffen kann, ist, sich selbst zu sein. Wenn ich bi bin, mich als bi oute, dann bin ich ich selbst. _zu »Love invents us« (Ugo Rondione): Sexuelle Orientierungen sind also nicht erfunden; wir können Liebe nicht erfinden. Aber wie wir lieben, macht etwas mit uns. Liebe füllt Bibliotheken und Notenblätter, Tagebücher und Therapiestunden. Genau genommen erfindet Liebe uns.
Ein wunderbares Buch! Anna Rosenwasser schafft es, komplexe und teilweise auch schwere Themen mit viel Humor und Herz zu bearbeiten. Bei einigen Texten musste ich laut lachen, bei anderen schmunzeln, bei wieder anderen weinen. Etwas gelernt habe ich bei allen.
Teils repetitiv, einige Pointen/ Erkenntnisse wurden vorweggenommen. Abgesehen davon ein wunderschönes, äusserst gayes Buch. Würdi gern a mini homophobe Familiemitglieder afah verteile wie ne Bible. 🕺
Wundervolle Sammlung von Essays über Frau sein, Queer sein, Bi sein in der Schweiz. Sehr leserlich und mit starker Erklärkraft geschrieben. Mein absolut Liebelings Essay war “Was wir im Schlafzimmer machen”, mit dem Zitat: “Es ist kir egal was ihr im Schalfzimmer macht”…. “wäre okay. Das wäre okay, wenn ich ausserhalb des Schlafzimmers genau das gleiche Leben hätte wie Menschen, die zufälligerweise hetero sind”. Einziger Punkt der diese Sammlung von 5 Sternen abhält ist das sie nichts über Ausländer feindlichkwit, Racism und Privilegien von Geld spricht. Obwohl diese nicht umbedingt zur Erfahrung der Autorin gehören, hätte ich sie gerne annerkannt gehabt.
Andere Essay highlights für mich waren: Artztpraxis oder Billigporn, Bikinifigur my ass, Aus Versehen anders, Allerbeste Freundinnen, Lächeln gegen rechts, Die Bi Theorie, Gratiseintritt ims Museum, Meine grossen Brüste, Rosa Geld, Nazi Tattoos, lol, Mehr miteinander reden, Nett sein, Zu jung um queer zu sein, Rat an einen Vater, Rein in die Bubble und In der Datenbank.
Anna Rosenwasser ist eine Wucht. Eine Naturgewalt. Und so kommen auch ihre Texte daher. Voller Energie - ob nun Wut oder gute Laune, hinter jedem Wort steckt so viel Kraft und Aufrichtigkeit, dass es ansteckt.
Sie befasst sich damit, wie es ist in der Schweiz queer zu sein. Jüdisch zu sein. Eine Minderheit zu sein. Es sind ernste und tiefschürfende Themen, die die Autorin anspricht. Dabei verlässt sie jedoch niemals ihren Humor. Ein Humor, der austeilen kann, der schalkisch ist, aber auch sehr, sehr liebenswert.
Mehr als einmal blieb mir das Lachen aber auch im Halse stecken und ich musste das Buch mehr als einmal zur Seite legen. Zur Seite legen, weil ich mich in diesen Worten fand. Zur Seite legen, weil ich entsetzt darüber war, dass solche Sachen in der Schweiz noch immer alltäglich sind. Verwirrt darüber, dass mich die erwähnten Szenen noch immer so mitnehmen, obwohl ich schon zig Mal davon gelesen habe.
Da die Texte alle schon etwas älter sind, hat die aktuelle Anna auch noch ihren Senf dazugegeben. Dieser kommt in Form von sogenannten Katzenschwänzen daher und zieht sich direkt durch die Stücke. Erst verwirrten mich diese Einschübe, aber sobald ich mich daran gewöhnt hatte, mochte ich diese Extra-Kommentare.
Anna Rosenwasser ist auch in der Politik äusserst aktiv und lässt sich den Mund definitiv nicht verbieten. Genau solche Menschen brauchen wir. Go, Anna, go!
Wow! This was such a wonderful surprise. I've been looking for queer books by Swiss authors and I was so happy to find this. this is a short essay collection, based, mainly, on various columns the author has written. The essays stretch over a period of a few years and covers many feminist and queer topics. The author herself is bisexual. I really appreciated her easy, irreverent writing style, her discussions of queer joy and queer struggle. I also appreciated her essays relating to her Jewish identity. There were just a few texts written in Swiss German as messages to the author's father who does not accept her.
Overall in this collection, there was one sentence I had to write down: "Du kannst alles erreichen" is eigentlich bloss die geschminkte Seite von "Du bist an allem Schuld". I think this sentence points to something deep within me that I should probably discuss in therapy.
I also want to shout out whoever made the layout choices. The way the little notes were inserted in the text, like spagettis on the page, was quite fun, and I loved the pictures of cat trees that intersperse the book. The author sometimes calls the readers "Büsi", aka "kitty" as a gender neutral term. And every so often in the book, one page is dedicated to a picture of a cat tree. These pages kinda felt like an invitation to rest for a bit, before continuing to read.
Overall, I really recommend this book. It is easy to read in very short bites and fun to read.
Anna Rosenwasser hat eine Schwäche für "I kissed a Girl", aber immerhin ist es ihr bewusst. Ansonsten hatte ich ein bisschen "Hot and Cold" Gefühle, was dieses Buch angeht. Ich würde es (im Gegensatz zu mir) nicht am Stück lesen, sondern immer mal wieder eine Kolumne, so dass sich alles nach Plaudereien mit einer queeren Kollegin anfühlt. Grosses Kompliment an die kreativen Kolumnentitel und Shout Out an meine inhaltlichen Lieblingskolumnen "Fuck, ein Langzeitgymnasium", "Was wir im Schlafzimmer machen" und "In der Datenbank".
4.5 ⭐️ | Auch wenn die Aufmachung nicht ganz meinen Geschmack trifft, muss ich zugeben es hat was. Anna Rosenwasser kann so eloquent mit ihrer Vielzahl an Themen rund um ihre Identitäten als Bisexuelle, Jüdin, Aktivistin, etc. eine Bandbreit an Emotionen hervorrufen. Dieses Buch bietet so viele Lesarten an entweder pber das Glossar in der Mitte, random Seite aufschlagen oder von vorne bis hinten (oder andersrum?) das es richtig Spass macht und das Buch an sich so auch irgendwie queer ist.
Wunderbares Buch. Ich war an einer Lesung und konnte mir mein Exemplar signieren lassen :) Ich finde jeder kann daraus was lernen, ich würde am liebsten jedem der mir über den Weg läuft eines in die Hand drücken. Es gibt lustige, traurige, wütende, härzuge und berührende Texte, das ganze Gefühlsspektrum wird abgedeckt. Anna ist und wird immer ein grosses Vorbild für mich sein.
Anna ich lieb dich. Das Buech hett mir soooo viel Ihsichte geh, wie au Moment wo ich mich richtig verstande gfühlt han. Richtige emotional Rollercoaster. Ich bin immer wieder einzelni Stories am lese und ich finds so, so, so schön, wie du dich öffnisch und au dini innere Gedankegäng erlüterisch. Masterpiece. Kuss.
Heartfelt, honest essays that I truly enjoyed. Some will make you laugh, others will make you want to tear the world down and rebuild it from the ground up, but much much MUCH more just. I recommend this book to anyone that wants to be a better ally to the queer community, to women, and to anyone part of a marginalized group. Rosa Buch will definitely make you feel things.
Ich wünsche mir ganz schnell eine Fortsetzung, denn das Lesen ging gefühlt an einem Tag. Das Verarbeiten braucht je nach Thema etwas mehr und regt guterweise auch Gespräche im Umfeld an.