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Backlash - Die neue Gewalt gegen Frauen

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Je stärker die Frauen, desto größer der Hass auf sie

Der US Supreme Court verbietet das Recht auf Abtreibung, die Polizei verzeichnet einen starken Anstieg häuslicher Gewalt, auf TikTok werden Tötungsfantasien an Frauen zum Trend. Die Dieser Backlash ist eine Reaktion auf die zunehmende Gleichberechtigung. Wie kann der Teufelskreis durchbrochen werden? Die Journalistin Susanne Kaiser erzählt die ganze Geschichte und entwirft mögliche Lösungen.

Die Haustür ist übersät von Sicherheitsschlössern. Frau F. würde Minuten brauchen, sie alle zu öffnen. Angebracht hat sie ihr Mann, weil sie weg will. Sie ist Juristin, ihr Mann ein bekannter Richter.

»Stell dir vor, wir zwei hätten ein Stranddate und ich würde deinen Kopf so lange unter Wasser halten, bis du einfach stirbst. Lol.« 134.000 Likes auf TikTok.

In 37 Ländern ist im Jahr 2022 Abtreibung noch immer oder wieder verboten.

Privat, digital, politisch – die Formen der Gewalt sind nicht neu, doch sie richtet sich heute deshalb gegen die Frau, weil sie gleichberechtigt ist. Diese historische Verschiebung hat heftige Gegenkräfte erfolgreiche Männer aus gehobenen Kreisen, Jugendliche der Gen Z und politische Institutionen demokratischer Staaten. Gerade dort, wo die Gleichberechtigung besonders wirkmächtig war, ist der Backlash umso heftiger.

Susanne Kaiser forscht seit über zehn Jahren zu diesem Phänomen, sie hat mit Betroffenen gesprochen und analysiert das Problem gesellschaftlich, politisch und privat. Erst diese gesamtheitliche Sichtweise macht mit großer Klarheit deutlich, welch toxische Dynamik noch immer von männlich-weiblichen Rollenklischees ausgeht. Dieses Buch zeigt, wie wir sie überwinden können.

»Susanne Kaiser führt uns vor Augen, wie sehr Frauenhass und politisierte Männlichkeiten unsere privaten und politischen Realitäten formen.« Tobias Ginsburg, Autor des Bestsellers »Die letzten Männer des Westens«

»Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit. Wir müssen das Thema Gewalt gegen Frauen als ein gesamtgesellschaftlichen Problem endlich mehr in den Mittelpunkt rücken.« Asha Hedayati, Rechtsanwältin & Influencerin für Frauenrechte

»Es ist erschreckend, wie viel Gewalt gegen Frauen unbemerkt geschieht. Susanne Kaiser macht diese Gewalt öffentlich. Jetzt kann niemand mehr sagen, er habe von nichts gewusst.« Georgine Kellermann, Journalistin 

»Patriarchats-Smashing-Gefahr! Susanne Kaiser dekonstruiert die Gewalt gegen Frauen in ihrem Buch wie eine feministische Kaiserin - Go Bitch, Go!!« Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray 

225 pages, Kindle Edition

First published February 18, 2023

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About the author

Susanne Kaiser

27 books18 followers

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Displaying 1 - 19 of 19 reviews
Profile Image for Aniya.
340 reviews37 followers
March 23, 2025
Wichtiges Thema, das man besser ohne Klassismus besprochen hätte. Grade arme Frauen sind schon sehr früh und stark von so einem Backlash und dem Aushebeln ihrer Rechte betroffen.
Profile Image for Melanie Schneider.
Author 9 books93 followers
May 12, 2023
"Backlash - Die neue Gewalt gegen Frauen" möchte zeigen, wie wir die wieder stärker werdende Misogynie überwinden können und damit hat sich Susanne Kaiser ein großes Ziel gesteckt, da dahinter ein System steckt, dass sich teilweise schleichend wieder in den Köpfen der Menschen einbürgert.

Irgendwo habe ich gelesen, dass das Buch als Bestandsaufnahme beschrieben wird. Und das trifft es meiner Meinung nach wesentlich besser. Denn wirklich Lösungsansätze bietet Susanne Kaiser in diesem Werk nicht.

Bei vielen Kapitelanfängen finde ich es super irritierend, dass sich Informationen, stellenweise sogar ganze Formulierungen wiederholen. Das ist der erste Punkt gewesen, der mich aufmerksam gemacht hat. Ja, die Informationen sind oft beunruhigend und mir aufgrund meiner Nachrichtensichtung oftmals auch bewusst (wobei mir die Tiktok-Trends neu waren ... ich könnte aber auch gern darauf verzichten).

Leider hat sich vor allem zum Ende hin immer mehr gezeigt, dass das Buch eigentlich unreif ist. Die Argumente sind nicht stringent aufgebaut, oftmals wird sich in Beispielen verirrt. Ich finde es wichtig, über diese Beispiele zu informieren und auch die Quellennennung kann ich nur loben. Doch Lösungsansätze habe ich nur wenige gefunden.

Ebenfalls haben mich zum Ende des Buches einige Formulierungen gestört. Zum Beispiel als es um neue Politikerinnen geht und die Wahrnehmung in der Gesellschaft. Es fiel dann die Formulierung, dass sich irgendwann auch trans und nonbinäre Menschen bewähren müssen, um mehr Kompetenzen in den Vordergrund zu rücken als die Identität. Trans und nonbinäre Menschen müssen sich *nicht* bewähren. Sie haben jetzt schon genau dieselben Rechte auf Anerkennung wie Menschen aus dem binären System. Die Formulierung hat mich sauer gemacht, weil ich so viele kompetente nonbinäre, inter und trans Menschen kenne. Sie spielt Gegner*innen dieser außerbinären Geschlechtern in die Hände.

Auch hat mich die Versteifung auf Kategorien zum Ende hin gestört. Wahrscheinlich bezieht sich das auch auf die Philosophie Kants mit den Kategorien, aber ich persönlich vertrete die Ansicht, dass wir Sprache benötigen, um die Brücken zum Überwinden von starren "Kategorien" benötigen. Nur durch Sichtbarmachung können Menschen erkennen, wie sie sich verorten können und dazu benötigt es Begrifflichkeiten wie "asexuell", "nonbinär", "alloromantisch" und so weiter. Natürlich überschneiden sich Begriffe und oftmals scheinen die Unterscheidungen marginal. Aber Menschen müssen die Möglichkeit bekommen von anderen zu lernen. Zu sehen: okay, ich *muss* nicht Mann oder Frau, hetero- oder homosexuell, sein, sondern das Spektrum bietet noch viel mehr Möglichkeiten und - das ist für mich das wichtigste an der Sichtbarmachung durch Sprache - man kann dadurch das Gefühl überwinden "nicht normal zu sein".

Zu Beginn hat mir das Buch noch gut gefallen, doch nach und nach schlich sich ein Gefühl von "hier stimmt was nicht" ein. Eine Freundin, die Philosophie studiert, hat mir dann noch gesagt, dass es bereits seit 1991 (!) ein Buch gibt, das "Backlash: The Undeclared War against American Women" heißt. Das ist ein Standardwerk, das oft referenziert wird. Der Titel des Buches von Susanne Kaiser ist sehr ähnlich und das finde ich ebenfalls unglücklich.

Leider kann ich den Titel also nicht weiterempfehlen, obwohl es ein wichtiges Thema zeitaktuell behandelt.
Profile Image for Antje Schrupp.
362 reviews112 followers
May 12, 2023
https://www.youtube.com/watch?v=uBBae...


Der Titel des Buches zitiert das gleichnamiges Buch der US-amerikanischen Fe-ministin Susan Faludi, die Anfang der 1990er Jahre ein Wellenprinzip feministischen Fortschritts beschrieb: Auf eine Erfolgsphase der Emanzipation folgt ein Rückschlag und so immer hin und her. Susanne Kaiser glaubt, dass dieses Prinzip nicht mehr gilt, sondern dass feministische Erfolge und sexistische Gewalt heute parallel voran-schreiten: Gerade dort, wo gleichstellungspolitisch viel erreicht wurde, wie etwa in Skandinavien, steige auch wieder die Gewalt gegen Frauen. Gerade in akademi-schen Milieus sei Sexismus weit verbreitet. Kaiser belegt das an zahlreichen Beispie-len. Ihre Erklärung: Dank der Frauenbewegung hat sich die Welt stark verändert, aber traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit sind weiter virulent. Und obwohl heute viele Männer das Freiheitsstreben der Frauen unterstützen, gibt es eben auch solche, die im wahrsten Sinn des Wortes “zurückschlagen”. Diese Dynamik ist eine Bedrohung für freiheitliche demokratische Gesellschaften, die man ernst nehmen muss.
Profile Image for Cassandra.
53 reviews3 followers
July 4, 2023
Repetitiv, oberflächlich und immer wieder ein bisschen wirr, fast ein bisschen ratlos: es werden groß Antworten angekündigt, aber am Ende ist das Buch mehr eine Bestandsaufnahme
Find’s außerdem ein bisschen komisch das eigene Buch wie einen Klassiker aus dem Feld zu nennen
Profile Image for Nicole.
1,232 reviews35 followers
June 8, 2024
Vielen Dank an Netgalley und den Klett-Cotta Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar.
Bücher wie diese zeigen immer wieder haarsträubende Missstände auf. Das Phänomen der Incels, das antiquierte Weltbild, Frauen seien der Besitz des Mannes, und viele weitere weitere Beispiele lassen an unserer Gesellschaft ernsthaft zweifeln. Vor allem weil nichts dagegen unternommen wird. Wenn Frauen darauf aufmerksam machen übertreiben sie oder werden als hysterisch abgestempelt.
Schade, das es auch immer Frauen sind, die solche Bücher schreiben. Aber nicht anders zu erwarten.
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
March 10, 2023
Ich habe das Buch gelesen und gehört. Und nun bin ich sprachlos! Ich weiß gar nicht, ob ich in Worte fassen kann, was dieses Buch alles in mir ausgelöst hat.

Bitte, bitte, bitte LEST ALLE DIESES BUCH!

Wir Frauen und andere Minderheiten haben schon sehr viel erreicht. Und doch ist es nicht genug! Lange noch nicht genug!

Die Autorin ist Journalistin und politische Beraterin und zeigt in ihrem Buch sehr gut auf, dass und vor allem warum in der westlichen Welt Gewalt gegen Frauen stark angestiegen ist. Insbesondere die Gewalt gegen gebildete Frauen, gegen Akademikerinnen. Die Dimension, die das angenommen hat, war mir gar nicht bewusst.

Je weniger Macht und Privilegien Männer haben, desto stärker und größer die Gewalt gegen Frauen. Frauen und Minderheiten sind heute sichtbarer denn je, sie trauen sich über ihre Erfahrungen zu sprechen (z.B. #metoo), sie lassen sich nicht mehr alles gefallen und wollen gesündere Beziehungen und bleiben lieber ohne Partner, anstatt sich unterdrücken zu lassen und in einer toxischen Beziehung zu leben. Das alles stärkt den Hass auf Frauen, im Netz wie auch im realen Leben.

Anhand von vielen Beispielen, auch von Prominenten Frauen und Trans-Frauen, zeigt die Autorin auf, wie sie Gewalt erfahren haben und welche Auswirkungen das auf sie (und ihre Kinder) hat/hatte.

Je mehr ich las, desto mehr schnürte sich meine Kehle zu! Frauenrechte können so schnell zurückgenommen werden, wie man in den USA oder auch Polen gesehen hat. Für Frauenrechte muss also ständig gekämpft werden! Rechte Gruppierungen, stark religiöse Strömungen und konservativ eingestellte Menschen sind dabei die größten Gegner von Frauen- und Minderheitsrechten.

Nach dem Lesen dieses wirklich wertvollen und wichtigen Buches wird mir klar, dass wir Frauen uns untereinander viel mehr unterstützen müssen! Wir müssen Schwesternschaften bilden, wir müssen unsere Söhne so erziehen, dass sie wissen, dass Frauenrechte Menschenrechte sind, unseren Töchtern Mut, Stärke, Selbstvertrauen und Sichtbarkeit mitgeben und vorleben! Wir brauchen Verbündete, mit denen wir uns gegen die Rückständigen und ewig Gestrigen wehren können. Wir müssen die Strukturen im öffentlichen Leben ändern und ein für alle Mal das Patriarchat smashen!
Profile Image for PiaReads.
352 reviews7 followers
November 12, 2024
Diese gesellschaftskritische Analyse ist ein erschütternder Blick auf die zunehmende Gewalt gegen Frauen – ein Thema, das durch den Rückschritt bei Frauenrechten in Ländern wie den USA an Dringlichkeit gewinnt. Die Autorin legt in ihrem Buch dar, wie das Voranschreiten der Gleichberechtigung eine beunruhigende Gegenreaktion entfacht hat, die sich sowohl im Privaten als auch auf digitalen Plattformen wie TikTok zeigt. Anhand erschütternder Beispiele und Gespräche mit Betroffenen beleuchtet sie, wie selbst politisch und gesellschaftlich gefestigte Männer und zunehmend auch die jüngere Generation sich der Emanzipation entgegenstellen.

Ein starkes Plus des Buches ist die sachliche und gut recherchierte Herangehensweise: Die Autorin untermauert ihre Thesen mit präzisen Daten und historischen Einblicken, was die dargestellten Probleme greifbar und unübersehbar macht. Was weniger überzeugend ist, ist die Darstellung dieser Dynamik als eine neuartige Eskalation – die historische Kontinuität von Gewalt an Frauen bleibt in der Argumentation etwas unterbelichtet. Dennoch liefert das Buch wertvolle Perspektiven, zur Sichtbarmachung dieser toxischen Strukturen, die immer noch tief in Rollenklischees verwurzelt sind. Für Leser*innen, die einen umfassenden Überblick zu diesem aktuellen Thema suchen, ist dieses Werk empfehlenswert.
Profile Image for Fiona.
679 reviews81 followers
June 6, 2023
Wichtig, aufwühlend und informativ.
Das Buch hat mich wirklich stark beschäftigt. Ich habe mich aufgeregt, verzweifelt gefühlt und doch auch hoffnungsvoll.
Profile Image for Susanne Krajan.
1,239 reviews9 followers
March 23, 2023
Mich hat das Thema stark interessiert, allerdings muss ich sagen, dass wenig "Neues" dabei war. Es ist aber richtig und wichtig immer wieder drauf hinzuweisen, was vor sich geht, denn nicht Alles bekommt man erfasst

Gewalt gegen Frauen ist kein neues, aber ein wichtiges Thema, welches öffentlich definitiv mehr präsent sein sollte. Auch weil es sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Wer davon ausgeht nur "arme" Frauen oder welche mit Migrationshintergrund wären betroffen, der irrt. Das war mir tatsächlich auch nicht neu. Auch war mir nicht neu, wie rau der Ton ist oder sein kann, vor allem in Zeiten von Social Media, wo man sich hinter seinem Profil versteckt und glaubt eine große Nummer zu sein, wenn man andere beschimpft, beleidigt oder bedroht.

Allerdings ist dies eine Entwicklung, welche sich meiner Meinung nach durch beide Geschlechter zieht. Es fehlen Akzeptanz und Respekt gegenüber anderen und es geht immer weiter bergab. Frauen sind, dass ist auch meine persönliche Wahrnehmung, tatsächlich stärker betroffen, da sie als das schwächer Geschlecht gelten und anscheinend fühlen sich manche Männer in ihrer Männlichkeit verletzt, wenn die Frau eine höhere Position inne hat, mehr Geld verdient, selbstbestimmt mit wem sie ausgeht, mit wem sie schläft, was sie anzieht oder was auch immer. Das ist aber (leider) alles Nicht neu. Was aber neu ist, dass Rückschritte gemacht werden und das nur wenig Solidarität mit Betroffenen herrscht. Mein Empfinden.

Frauen werden selbst dafür verantwortlich gemacht, wenn sie begrapscht, belästigt oder vergewaltigt werden. Da kommt gefühlt noch immer zu oft: Selbst Schuld, wenn sie das trägt. Oder bei häuslicher Gewalt: Sie hatte es bestimmt verdient. Allerdings werden diese Aussagen schon lange nicht mehr nur von Männern getroffen.

Niemand das Recht mich ohne meine Erlaubnis anzufassen und Niemand hat es verdient geschlagen zu werden. Das beziehe ich aber auf beide Seiten der häuslichen Gewalt. Denn es gibt ja nicht nur die Gewalt gegen Frauen oder das Bestimmen über ihr Leben oder Aussehen. Es gibt auch Männer die in einer solchen Spirale feststecken. Hier muss auf jeden Fall der Mut von Den Betroffenen selbst kommen Anzeige zu erstatten oder den Partner zu verlassen.
Für beide Seiten gilt: Mein Körper und ich bestimme was damit geschieht. Das gilt für meine Klamotten, meine sexuelle Orientierung, und allgemein mein Aussehen.
Das Gleiche gilt für eine Abtreibung. Wie krank muss man sein, einer Frau dieses Recht zu nehmen? Erst recht, wenn ein Verbrechen der ganze Sache vorangeht. Das finde ich nach wie vor erschreckend und als gewaltigen Rückschritt. Demnächst ist dann wahrscheinlich auch wieder die Züchtigung und  notfalls Vergewaltigung in der Ehe bei nicht Erfüllung der ehelichen Pflichten erlaubt. Ich könnte brechen, wenn ich nur daran denke.

Ich muss gestehen, dass ich mir gewünscht hätte, dass auch Betroffene zu Wort kommen. Wie kamen sie in die Situation, wie entkamen sie ihr und wie gehen sie mit dem Erlebten um? Das fehlte mir. Es wurden "Situationen" angerissen, aber gefühlt nicht hinterfragt.

Was mich tatsächlich erschreckt hat, waren die Beispiele am Anfang, dass es junge Männer gibt, die romantische Szenen entwerfen (ohne Frau) und dann sowas sagen wie: "Stell dir vor wir haben ein romantisches Date am Strand und dann ertränk ich dich." Also Alles ganz hübsch und niedlich und dann wird der andere Datepart sterben. Sowas kam wohl auf TikTok richtig gut an. Erschreckender Weise. Das war an sich auch das "Neueste" für mich.

Fazit

Ich mag nicht mit Allem konform gehen, was die Autorin hier aufs Papier bringt, aber dennoch ist dieses Buch bzw. das Thema welches es beinhaltet wichtig. Ja, Frauen haben über die Jahre gelernt stark zu sein. Sie begleiten wichtige Positionen, sie sind unabhängig geworden und kämpfen für ihre Rechte. Das da noch viel Arbeit zu tun ist, steht definitiv fest. Natürlich bedeutet dies aber auch, dass es irgendwelche Männer gibt, die sich oder besser gesagt ihre Männlichkeit davon bedroht fühlen. Es wird (leider) immer wieder Rückschritte geben, denn leider begleiten eben jene, welche sich bedroht fühlen und eben jene Änderungen verhindern können, viele Ämter. Umso wichtiger ist es immer wieder auf die Missstände aufmerksam zu machen. Am Ende gibt es 4 Sterne von mir.
Profile Image for Felicitas.
79 reviews10 followers
October 29, 2023
In "Backlash" (2023) schreibt Susanne Kaiser über die zunehmende Gewalt gegen Frauen*. Dabei handelt es sich nach Kaiser nicht nur um eine Erhebungsfrage (z.B. steigende Anzeigebereitschaft), sondern um einen tatsächlichen Anstieg auch der Dunkelziffer. Daneben hat die Gewalt auch eine neue Qualität: insbesondere sexualisierte Gewalt nimmt zu. Kaiser erklärt dies als eine reaktionäre Gegenbewegung gegen zunehmende Emanzipation. Sie nennt es das "feministische Paradox": Gleichberechtigung wird heute rechtlich und moralisch nicht mehr angezweifelt und Frauen* sind zunehmend präsent in Medien, Politik, Kultur und Gesellschaft. Diese theoretische Überwindung des Patriarchats steht jedoch im Widerspruch zu einem faktischen Fortbestand patriarchaler Strukturen.

Emanzipationsbestrebungen gehen immer mit einem konservativen Backlash einher. Kaiser stellt ihrem Buch ein Zitat von Hannah Arendt voran: "Macht und Gewalt sind Gegensätze. Wo die eine absolut herrscht, ist die andere nicht vorhanden." Gewalt ist gerade eine Reaktion auf einen wahrgenommenen Machtverlust. Weil tradierte Männlichkeitsvorstellungen heute angezweifelt und patriarchale Strukturen aufgebrochen werden, nehmen Männer einen Kontrollverlust wahr, den sie durch Gewalt zu kompensieren versuchen. Dagegen versprechen rechtskonservative Ideologien Handlungsmacht. Je sichtbarer Frauen* werden, desto mehr Gewalt trifft sie in genau dieser Sichtbarkeit. Gewalt - online und offline - bindet die Ressourcen der Betroffenen und verdrängt sie aus Diskursräumen. Für sicher geglaubte Emanzipationsschritte werden so wieder gefährdet.

Mit dem feministischen Paradox einher geht, dass die Kategorien "Mann" und "Frau" auch aus feministischer Perspektive stärker sichtbar gemacht und politisiert werden. Nicht als biologische Kategorien, sondern als Zuschreibungen, um auf die damit verbundenen Diskriminierungen und Gefahren aufmerksam zu machen. Gleichzeitig handelt es sich aber um eine binäre Einordnung, die aufgegeben werden soll. Die binäre Geschlechterordnung dient mithin als Leiter, die benötigt wird, um dorthin zu klettern, wo man hinwill - nur um sie, sobald man oben ist, wegstoßen zu können.
26 reviews
February 22, 2024
Ich habe das Buch mit anderen aus diesem Genre gekauft, weil ich mich schon länger für Gleichberechtigung interessiere und mit Schrecken die politische Entwicklung in den USA sowie in den europäischen Ländern verfolge. Für mich ist es nur immer wieder überraschend, wie viele Autoren/Autorinnen über Frauen als Minderheit reden. Wir sind keine Minderheit. Wir müssen endlich mal lernen, zusammenzuhalten und uns nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Deshalb finde ich es auch wichtig sich zu informieren. Das macht das Buch definitiv. Meine Tochter macht das eher über das Internet, aber ich möchte die Informationen lieber gebündelt und zum Lesen haben. Schade finde ich nur, dass die Informationen den Quellen nicht direkt zugewiesen sind, wie es eigentlich inzwischen üblich ist.
Außerdem werden fast immer nur die gleichen Beispiele genannt, was den Eindruck vermittelt, dass es sich eher um Ausnahmen handelt.
Was ich überraschend fand, dass die häusliche Gewalt auch bei Familien aus der Schicht mit akademischen Hintergrund immer mehr ein Thema wird. Bisher wurde es meist abgetan und als Problem bei "ungebildeten" Familien in der sozialen Unterschicht beschrieben. Deshalb finde ich es eher mal angenehm, dass die Autorin vor allem nur Beispiele hier angeführt hat.
Eine Lösung aus unserem Dilemma der immer mehr um sich greifenden Misogynie beschreibt das Buch aber leider auch nicht, obwohl ich beim Lesen der Zusammenfassung den Eindruck hatte, dass das Buch sich eher darauf konzentrieren würde und eventuell neue Ideen und Wege aufzeigen würde.
Profile Image for ReadLikeAWoman.
200 reviews
December 30, 2025
Backlash – Die neue Gewalt gegen Frauen
von Susanne Kaiser

Dieses Buch hat mich tief beschäftigt, weil es ein Thema sichtbar macht, das oft unterschätzt oder bewusst übersehen wird: die vielfältigen Formen von Gewalt und Gegenbewegungen, mit denen Frauen heute konfrontiert sind, nicht trotz, sondern gerade wegen gesellschaftlicher Fortschritte. Susanne Kaiser zeigt eindrücklich, wie sich Gewalt nicht nur körperlich äußert, sondern auch digital, politisch und strukturell. Dabei wird deutlich, dass es sich nicht um einzelne Ausreißer handelt, sondern um systematische Muster, die eng mit Macht, Rollenbildern und Kontrolle verknüpft sind.

Besonders stark fand ich den ganzheitlichen Blick des Buches. Kaiser verbindet gesellschaftliche Entwicklungen mit politischen Entscheidungen und konkreten Beispielen und macht so sichtbar, wie Rückschritte, Hass und Angriffe auf Frauen Teil eines größeren Zusammenhangs sind. Beim Lesen wird klar, dass Gleichberechtigung keineswegs ein abgeschlossener Prozess ist, sondern immer wieder aktiv verteidigt werden muss.

Ja, das Buch ist dicht, komplex und fordert Aufmerksamkeit. Die Vielzahl an Perspektiven und Zusammenhängen hat mir geholfen, viele Entwicklungen klarer einzuordnen und Zusammenhänge zu erkennen, die im Alltag oft untergehen oder verharmlost werden.

Backlash ist kein bequemes Buch, aber ein unglaublich wichtiges. Es informiert, klärt auf und zwingt dazu, genauer hinzuschauen – gesellschaftlich wie persönlich. Für mich eine absolute Pflichtlektüre.

★★★★★ (5 von 5 Sternen)
Profile Image for mia.
31 reviews
July 13, 2024
Ich fand das Buch wirklich gut. Obwohl (wie viel kritisiert) sich einige Phrasen, teils ganze Sätze oder Absätze doppeln, enden sie mit einer neuen Erkenntnis. Die Autorin stellt sehr viele Zusammenhänge auf, die mir vorher so in keinster Weise bewusst waren. Beispielsweise kritisiert sie die Instrumentalisierung und Bagatellisierung der Cancel Culture/ Hexenjagd.
Ich habe unfassbar viel gelernt und Strukturen erkannt. Natürlich enthält das Buch Meinung, diese basiert jedoch auf einer Vielzahl von Daten, wissenschaftlichen Studien und Gesprächspartner*innen. Inhaltlich klar strukturiert und so erklärt, dass ich jederzeit folgen konnte.
5/5 absolut verdient♡
Profile Image for Sophie.
22 reviews
July 7, 2024
Im Vergleich zu "Politische Männlichkeit" fand ich "Backlash" ein bisschen enttäuschend. Die Message wird schon gut rübergebracht und es ist auch alles verständlich geschrieben, aber PM war dann doch noch genauer zitiert und stringenter argumentiert. Dafür ist Backlash aber auch einfacher zu lesen.
Liegt wahrscheinlich an den unterschiedlichen Zielgruppen der beiden Texte.
6 reviews
October 29, 2025
Ich mag die Autorin sehr! Das Buch liefert einen Gesamtüberblick über den Backlash in westlichen Gesellschaften, zeigt durch die Einbindung von Stimmen betroffener Frauen, Zahlen und Beispielen wie sehr Gewalt gegen Frauen in den Strukturen unserer Gesellschaft verankert ist. Mit einem Ausblick in die Zukunft und Denkanstößen zum eigenen Handeln.
Profile Image for Tutankhamun18.
1,413 reviews27 followers
March 28, 2023
Dieses Buch stellt den «Backlash» in der liberalen, linken und männlichen Bevölkerung dar; Jetzt wo Frauen Kaderpositionen besetzen, Kinder haben und gleichzeitig arbeiten und in der Öffentlichkeit vermehrt in Machtposition auftreten, werden sie Zuhause mehr und mehr unterdrückt und der Gewalt ausgesetzt. Dieser Backlash ist der Paradox des männlichen Liberalen der Frauenrechte unterstützt, «seine» Frau jedoch schlägt. Dieses Buch trägt für dieses Phänomen Beispiele zusammen und bring sie auf den Punkt. Gute geschriebene Übersicht der Themen inklusiv geschrieben, befasst sich kurz auf mit Race, Transfrauen und Klassismus/Klassenprivileg. Wenige «Neues» für mich persönlich, denke aber dies könnte ein gutes Einsteigerbuch in das Thema sein.
Profile Image for Julia.
47 reviews
February 25, 2023
3,5. Vielleicht hab ich schon zu viel zu dem Thema gelesen, aber für mich war wenig Neues oder Überraschendes drin.
Profile Image for Vika.
98 reviews1 follower
October 23, 2024
Die Häufigkeit von Femiziden hat sich in Deutschland in 2024 erhöht; jetzt wird nicht alle 3 sondern alle 2 Tage eine Frau getötet. Von körperlicher oder/und sexualisierter Gewalt will ich garnicht erst anfangen. In Backlash argumentiert die Autorin und Journalistin Susanne Kaiser, dass diese Entwicklung damit zusammenhängt, dass durch den Feminismus immer mehr Rechte für Frauen und queere Personen erkämpft werden, dass alle Geschlechter (immer) gleichberechtigter werden.

Und das ergibt Sinn.

Schaut man sich neueste Statistiken an, sieht man, dass Frauen immer häufiger Abitur machen, studieren, meist die gesamte Care Arbeit übernehmen UND häufiger Jobs haben, als Männer. In anderen Worten: Sie übernehmen ALLE Rollen, kein Wunder also, dass die Relevanz von Männern in heteronormativen Beziehungen immer niedriger wird. So sieht man, dass immer mehr hetero Frauen entscheiden, single zu bleiben, während hetero Männer unfreiwillig allein sind, häufiger nicht arbeiten, und nun Angst haben, ihre bisher sehr privilegierte und machtvolle Position zu verlieren. Immer mehr Männer und Jungs geben an, konservativ oder direkt rechte Parteien zu unterstützen - und wie oftmals in der Geschichte geschehen, wird dabei die Schuld wieder den Frauen zugeschoben.

In diesem Buch zeigt Kaiser eindrücklich, welche Entwicklungen gefühlt teils zurückgehen (Stichwort Abtreibungen), wie die Gewaltbereitschaft steigt, wie rechtspopulistische Parteien (led by men obv) im Aufschwung sind. Es sind düstere Kapitel, Kapitel, die Angst machen, die wütend machen. Der Ausblick, wie es anders ginge bleibt dabei (leider) weniger in Erinnerung.

Ein wichtiges Buch - danke an Netgalley und den Klett-Cotta Verlag für das Rezensionsexemplar!
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