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Leicht wie Blei

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Acht Mal hat Emma abgedrückt und sich so von ihrem Vater und dem jahrelangen Missbrauch befreit, den sie durch ihn erleiden musste. Der Preis für diesen Befreiungsschlag ist ihre Freiheit. Denn acht Schüsse sind keine Notwehr, sondern Vorsatz. In ihrer Zelle fühlt sich Emma zum ersten Mal in ihrem Leben sicher und unsichtbar. Doch als ihre Vergangenheit im Gefängnis publik wird, wollen die anderen Frauen sie zur feministischen Heldin stilisieren. Auch jenseits der Gefängnismauern kursiert bald schon ein Hashtag und die Geschichte sorgt für Aufsehen. Emma leidet unter der neu gewonnen Aufmerksamkeit und fragt sich: Ist man wirklich eine Heldin, wenn man keinen anderen Ausweg sieht, als den eigenen Vater zu erschießen? Lena Elfraths Roman „Leicht wie Blei “ stellt Fragen rund um Täterschaft und Opferrollen und betrachtet den feministischen Diskurs aus ungeahnter Perspektive.

300 pages, Hardcover

Published January 1, 2022

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Lena Elfrath

2 books

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Community Reviews

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1 (5%)
1 star
1 (5%)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews365 followers
January 25, 2023
Dieser Roman von einem kleinen Verlag, der mir richtig gut gefallen hat, weist ein sehr interessantes Ausgangssetting auf: Die Protagonistin Emma, im feministischen Kontext ein wundervoll gewählter Name, erschießt nach jahrelangem Missbrauch den Täter, ihren Vater, acht Mal. Notwehrexzess, respektive Totschlag oder Mord? Auf jeden Fall kommt sie in den Knast und fühlt sich unter Frauen erstmals in ihrem Leben sicher, weil ihr kein Mann mehr wehtun kann, denn die Gitter sperren nicht nur ein, sondern auch die Täter aus.

Im Gefängnis arbeitet die sehr introvertierte junge Frau in Rückblenden ihr Leben und das ganze Martyrium auf, wobei ihr eine Therapeutin zur Seite steht und Anstöße liefert. Zusätzlich wird auch der sehr strukturierte Gefängnisalltag thematisiert.

Nach und nach steckt Emma ihre Fühler aus ihrem selbstgewählten Schneckenhaus heraus, freundet sich mit ihrer Zellengenossin Fran an und schließt auch beim Mittagessen Bekanntschaft mit ein paar anderen Frauen, die bisher noch in keiner Clique sind, weil sie zu wenig cool sind. Das ist fast ein bisschen so wie in den üblichen High-School-Filmen, wo sich in der Mensa am Loosertisch die Übriggebliebenen zwangsläufig zusammenrotten und eine starke Gruppe bilden.

„Im Frauenknast gibt es einfach mal gar keine Röcke. Dass ich hier Hosen tragen und breitbeinig sitzen kann, wie ich Lust habe, ist mehr Freiheit als ich jemals davor erlebt habe.“ Mein Gesicht lächelt. [..]

„Schau doch mal, egal ob tagsüber oder nachts, hier müssen wir keine Angst haben, wir müssen nicht über unsere Schulter schauen, können lächeln ohne eklige Sprüche oder Geräusche von Männern, müssen uns nicht verkrampfen, um nicht aufzufallen, wir können endlich mal atmen, sein, wie wir sind, ohne die Straßenseiten wechseln zu müssen.“


Knastrüpelin Rena, die den Rest der Clique ein bisschen schikaniert, lässt Emma in Ruhe, denn alle jungen Frauen haben durch ihre Tat Respekt und ein bisschen Angst vor der verschlossenen Frau. Nach und nach kommt auch heraus, dass Emma draußen, also außerhalb des Gefängnisses, durch ihre Tat zum Star auf Social Media avanciert und zur Feminismus Ikone hochstilisiert wird. Schritt für Schritt erfährt die Leserschaft, wie die Clique der Ungewollten allmählich zusammenwächst und sich gegenseitig unterstützt. Sie planen als Präventivschlag der unsympathischen Rena eine Falle zu stellen.

Zwischendurch gibt es ein paar kleine Längen und ein bisschen Generve, weil die Mädchen permanent mit ihrer Poserei und ihren Gang-Sprüchen etwas langweilen, aber das ist nur Fassade, halt authentisch und typisch für junge Leute, insbesondere Straftäterinnen, die noch nicht ganz im Erwachsenenleben angekommen sind. Zudem entsteht einiges an Leser-Verwirrung, weil sich alle in der Gruppe unbedingt umbenennen müssen, was aber auch nicht immer konsequent durchgezogen wird.

Dann kommt die Geschichte aber so was von in Schwung, indem sich tatsächlich jede einzelne Protagonistin enorm weiterentwickelt. Das war übrigens jener Aspekt der Geschichte, der mich am meisten begeistert hat, diese psychologisch tiefe, authentische und grandiose Figurenentwicklung von allen Beteiligten.

Sehr spät wird auch erst wirklich klar offengelegt, dass es sich um ein Jugendgefängnis handelt, denn die Frauen werden relativ schnell wieder enthaftet. Das Ende ist zwar für mich persönlich etwas unbefriedigend, aber wahrscheinlich total realistisch. Nachdem alle im Knast zu richtig dicken Freundinnen geworden sind, will keine, nicht einmal Emma, sobald sich die Gefängnistore hinter ihnen schließen, den Kontakt aufrechterhalten. Dieses Kapitel ist abgeschlossen und ein neues Leben beginnt, da braucht frau nicht ihre Altlasten wie solche Freundschaften mitschleppen.

Fazit: Lesenswert! Ein spannendes Setting und eine innovative Geschichte, die ich so noch nie gelesen habe. Die Kurzbeschreibung des Verlages trifft punktgenau das Wesen des Romans und ist auch der eigentliche Grund, warum ich ihn bestellt habe. Ich wurde überhaupt nicht enttäuscht:

"Lena Elfraths Roman „Leicht wie Blei “ stellt Fragen rund um Täterschaft und Opferrollen und betrachtet den feministischen Diskurs aus ungeahnter Perspektive."

Vorsicht! Ein bisschen Jugendsprech in den Dialogen müsste man durchaus aushalten können.
Profile Image for yellowdog.
850 reviews
January 14, 2023
Das bei Edition W erschienene Buch lässt einen alles Leser nicht kalt, denn die 18jährige Protagonistin hatte einen langen Leidensweg. Jahrelang vom Vater missbraucht, erschießt sie ihn schließlich. Sie wollte nicht mehr Opfer sein. Sie kommt dafür ins Gefängnis. Für sie ist es aber eine Erleichterung. Ohne Männer in der Umgebung fühlt sie sich ruhiger und kann sogar ein paar freundschaftliche Beziehungen zu ihren Mitgefangenen schließen. Sie fühlt sich leicht wie Blei. Eine Metapher, die man sich in der Situation der Figur gut vorstellen kann.
Eine große Stärke der Autorin Lena Elfrath ist die Figurenentwicklung, auch die Nebenfiguren halte ich für glaubhaft.
Die Handlung ist basierend auf einen länger zurückliegenden realen Fall, wurde aber in die heutige Zeit transportiert.
Sprachlich ist der Roman ansprechend. Es lässt den Leser die Emotionen nachempfinden, bleibt aber ohne Pathos und der Realität entsprechend. Ich kann das Buch auch trotz des harten Themas empfehlen.
Profile Image for Katrin.
96 reviews16 followers
January 25, 2023
Emma hat ihren Vater erschossen, weil er sie Jahre lang sexuell missbraucht hat, und wird zu einer Haftstrafe im Jugendgefängnis verurteilt. Hier trifft sich auf die Aktivistin Fran, die sie in ihre Gruppe Außenseiter integriert. Während Emma zu ersten Mal in ihrem Leben Freundschaften schließt und ihre Vergangenheit aufarbeitet, wird im Internet ein Haschtag gestartet der sie zur einer feministischen Heldin macht…

Manchmal finde ich ein Buch dessen Klappentext sich anfühlt als wäre das Buch eigens für mich geschrieben worden. Ich liebe Geschichten die im Gefängnis spielen, deshalb war es für mich ziemlich offensichtlich das ich das Buch lesen muss. Wie gut es mir dann tatsächlich gefallen würde, habe ich nicht geahnt.

Emma ist ein faszinierender Charakter. Sie teilt die Welt starr in Täter und Opfer ein. Durch ihre Vergangenheit kann sie sich nur schwer auf andere Menschen einlassen und will am liebsten ihre Ruhe. Trotzdem lässt sie sich im laufe der Geschichte immer mehr auf die anderen Charaktere ein.immer wieder überrascht das sie ihr etwas bedeuten. Parallel erfahren wir als Lesende in kurzen Rückblenden die Schrecken aus Emmas Leben. Nicht nur die Vergewaltigungen des Vaters machen betroffen, sondern auch die Momente wo Emma versucht sich Hilfe zu suchen und jedes Mal scheitert (die Mutter glaubt ihr nicht, andere Verwandte ziehen lieber weg als zu helfen). Von den anderen Charakteren bekommt man ebenfalls kurze Einblicke, was sie treibt und warum sie im Gefängnis sitzen.
Profile Image for Birgit.
505 reviews55 followers
February 19, 2023
Die Kurzbeschreibung hat mich neugierig gemacht. Das Konzept fand ich sehr interessant und ich wollte mehr wissen. Anfangs hat mir das Buch auch gefallen. Jedoch habe ich, umso mehr ich gelesen habe, umso mehr Schwächen im Schreibstil gesehen. Es ist nicht sehr anspruchsvoll geschrieben, aber zwischendurch sind Sätze eingestreut, die wohl besonders schlau wirken sollen. Sie wirkten aber eher fehl am Platz und pseudointellektuell. Ich habe zu keiner der Figuren eine emotionale Verbindung aufbauen können und bald war mir auch die Handlung komplett egal. Für mich leider ein Reinfall.
Profile Image for Katie.
27 reviews1 follower
January 16, 2024
Ein Geschichte von der man sich wünscht, dass sie nie wieder jemanden passiert!!

Die Schreibweise is super, man fühlt richtig mit. Manche stellen hätte ich echt lieber übersprungen und die Tatsache, dass die Erzählung auf wahren Begebenheiten beruht ist schrecklich.

Ich hätte mir ein kurzes Update gewünscht, wie die Person, um die es geht heute ihr Leben lebt. Ohne, dass es zu sehr in die Tiefe geht. Ich wünsche mir einfach ein schönes Ende und möchte darüber lesen.
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