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Großraumdisco: Roman

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1986 in der norddeutschen Provinz. Anni Fehrmann feiert ausgelassen in der Großraumdisco mit ihrer besten Freundin Vera ihr Abitur. Doch ausgerechnet die vermeintlich größte Party ihres Lebens endet für sie in einem Sie wird in der Abizeitung übel verspottet. Anni leidet unter Zwangshandlungen; ob Kaffeetrinken oder mit einem Jungen schlafen, sie muss alles drei Mal machen. Niemand hat davon gewusst – außer Vera. Anni kann nicht fassen, derart verraten worden zu sein, und sie vom Abiball, vor Vera, ihrer Heimat, ihrer Vergangenheit. Sie geht nach Bremen, um dort Psychologie zu studieren. Nach und nach kommt sie dabei den Ursachen ihrer Zwänge auf die Spur. Und sie beginnt schließlich, sich der Welt wieder zu öffnen. Anni findet Freunde, lernt in einer Disco den erfolgreichen Banker Christian kennen und nimmt einen Studentenjob bei einer beliebten Fernsehshow an. Alles scheint sich zum Guten zu wenden – doch ist es wirklich möglich, das Glück zu finden, wenn man sich den eigenen Dämonen nicht stellt?

349 pages, Kindle Edition

Published March 14, 2023

34 people want to read

About the author

Christine Drews

36 books9 followers
Christine Drews is a German screenwriter and author, best known for her crime novels.

She also uses the pseudonym Emmi Johannsen.

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Dunja Brala.
595 reviews41 followers
April 1, 2023
Fangen wir mal vom Ende her an: Ihr findet mich auf meinem Sofa, heulend und völlig aufgewühlt. Liebe Christine Drews, was hast du mit mir gemacht? Beziehungsweise was hast du mit Anni gemacht? Und mit Vera? Und mit Christian? Lange nicht mehr fand ich ein Ende so blöd und gleichzeitig so herzergreifend gut. Aber eins nach dem andern

Nach 35 Jahren Abitur findet ein Stufentreffen statt. Anni ist zum ersten Mal wieder dabei und sehr aufgeregt, hat sie den Abiball nicht in guter Erinnerung. Sie erinnert sich, wie das damals so war, nach dem Abitur.
Anni kommt vom Dorf. Auf einem Bauernhof aufgewachsen, wechselt sie in die große Stadt nach Bremen, um dort Psychologie zu studieren. Sie selber ist ( wieso viele Psycholog*innen) nicht frei von psychischer Belastung, was sich in einer Zwangsstörung äußert. Von dieser darf aber niemand etwas wissen, das Ganze ist ihr unangenehm. Kurz vor ihrer Abreise hat sie sich mit ihrer besten Freundin Vera gestritten. Der Grund ist für Anni etwas so Unverzeihliches, dass eine Versöhnung unmöglich scheint.
Die zweite Hauptperson, Christian, ist als Banker gut im Geschäft, zahlt aber für seinen Erfolg einen hohen Preis. Doch dann passiert etwas, dass ihn vollends aus der Bahn wirft und gleichzeitig lernt er Anni kennen.

Und dann ist da ja noch Vera…

Das ganze spielt in den 1980er Jahren. Mit vielen Details versucht die Autorin, die damalige Atmosphäre herzustellen, was ihr auch ganz gut gelingt. Ein paar Kleinigkeiten sind dabei nicht genau auf den Punkt (ich bin da ein ziemlicher Korinthenkacker, da ich ja selber damals meine Sturm und Drang Zeit hatte und noch genau wusste, wann welches Poster aus der Bravo rauskam und welche Songs 86 IN und welche schon wieder OUT waren). Aber darüber konnte ich mehr und mehr hinweg schauen, denn das Feeling von damals kam definitiv auf. Es war auch die Zeit in der jeglicher -ismus für belanglos erklärt wurde. Und Body Shaming hieß noch hänseln. Damit waren die Zeiten früher nicht besser. Für die „Opfer“ war es mindestens genauso schlimm wie heute. Auch wir hatten den Jungen auf dem Schulhof, den man ständig in die Mülltonne gesteckt hat. Und fast alle fanden es witzig. Im Rückblick möchte man sich manchmal schämen.

Vier Erzählstränge, die z.T. in verschiedenen Zeiten spielen bilden am Ende den ganzen Plot. Eine dieser Erzählstimmen konnte ich erst zum Ende hin zuordnen. Das machte auch einen gewissen Reiz aus, denn ich wollte unbedingt wissen zu wem diese Stimme gehört. Meine Ahnungen dazu wechselten ständig. Die Geschichte kommt im ersten Drittel in einem fröhlichen Plauderton daher, der manchmal über die schweren Themen hinwegtäuschen möchte. Als erfahrene Leserin kam ich dem schnell auf die Schliche - unter der lustigen Fassade verbirgt sich Schwere. Die Dialoge, die psychologische Hintergründe vermitteln sollen, wirkten auf mich manchmal etwas hölzern, so, als müsste man Wissen, an die Frau/an den Mann bringen. Das hätte es für mich nicht so gebraucht. War der Autorin aber scheinbar wichtig. Gestört hat mich auch das nicht wirklich.

Die Handlung selber ist vielschichtig und mit einer gehörigen Portion Nostalgie vermischt. Ich selber hatte gerade ein Klassentreffen nach 37 Jahren Abschluss. Vielleicht hat mich die Geschichte auch deshalb sehr mitgenommen, denn es gibt Parallelen – wahrscheinlich in jeder Stufe.
Das Ende ist mir sehr nah gegangen. Ich kann mich mit Vielem identifizieren. Es ist mein Alter, es ist mein Werdegang und es sind meine Leute in diesem Roman.

Wenn ihr euch auf die Jugend der 80er einlassen könnt, dann lest diese Geschichte über das Hamsterrad, in das man gelangen kann, wenn man Erfolg haben möchte, die Träume, die man leben sollte und die Chancen, die man nutzen sollte, bevor es zu spät ist.
2 reviews
July 9, 2023
Liebevoll geschrieben. Leichte, berührende Lektüre für den Strand.
Hat mich leider nicht richtig abgeholt, für mich waren die Charaktere zu klischeehaft. Kann aber sehr gut daran liegen, dass ich mit Ende 20 nicht die geplante Zielgruppe bin.
27 reviews
June 2, 2023
Die Protagonistin Anni ist auf dem Weg zum 35-jährigen Abitreffen, das in der Disko stattfindet, wo sie früher gefeiert haben.
Und sie erinnert sich an den Abend der Abifeier, als sie von ihrer Freundin verraten wurde.
Nach dem Abitur verlässt sie das Dorf, um in Bremen Psychologie zu studieren und bricht den Kontakt zu ihrer Freundin ab
Annie leidet unter Ängsten und Zwangshandlungen und sie beginnt, sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Sie lernt Kommilitoninnen kennen, die auch mit ihren Problem kämpfen und sie lernt, offen mit ihren Ängsten umzugehen.
Während des Studiums arbeitet sie parallel als Aushilfskraft bei einem Fernsehsender.
Und sie lernt Christian, den Banker, kennen, der zwar sehr erfolgreich ist, aber seinen Arbeitsalltag nur mit Hilfe von Drogen bewältigen kann. Sie geben sich gegenseitig Halt und treffen wichtige Entscheidungen für ihr Leben.

Das Buch weckt Erinnerungen an das Leben auf dem Dorf, die Studienzeit, Diskobesuche und die Abitreffen. Die 80er Jahre leben sehr authentisch durch die passende Musik und wichtige politische Ereignisse auf. Am beeindruckendsten ist jedoch der Weg der Protagonistin, die Thematisierung von Zwangshandlungen und den Hinweisen, wie Betroffene damit umgehen können.
Der Wechsel der Erzählperspektiven schafft Nähe zu Annie (Ich-Erzählerin) und eine Distanz zu den anderen Personen (Er/Sie-ErzählerIn).
Der Titel weckt in meinen Augen falsche Assoziationen, da die Großraumdisko auf dem Land nicht der zentrale Ort des Geschehens ist.
112 reviews
January 18, 2024
Ein sehr berührendes Buch über Freundschaft und die ungeahnten Wege im Leben, für die es Mut braucht um sie zu gehen.
Profile Image for Intentines.
10 reviews23 followers
August 15, 2023
Ich wollte 80er Vibes und Discostimmung, ein bisschen Glitzer, Neon, Schulterpolster und ganz viel „Neue Deutsche Welle“. Bekommen habe ich das in „Großraumdisko“ irgendwie nicht, jedenfalls nicht in der Menge. Stattdessen folgt man Anni durch ihre Struggle mit den eigenen Zwangsgedanken, Christian beim Koksen in der Chefetage einer Bank und einer dritten, unbekannten Erzählerin, deren Leben sich plötzlich ändert. Aber vielleicht habe ich so viel authentischer gezeigt bekommen, wie das Leben in den 1980er Jahren war. Erfolgs- und Leistungsdruck, bloß nicht über die eigenen Gefühle sprechen, der Kopf als Gefängnis, weil mentale Erkrankungen noch Tabuthemen waren - und Disco, aber eher um zu betäuben, was die Gesellschaft nicht an der Oberfläche sehen will.
Die Geschichte ist damit viel ernster und tiefer, als der Klappentext vermuten lässt. Trotzdem hat sie es nicht unter meine Oberfläche geschafft, irgendetwas blieb distanziert, vielleicht Anni, die mir fahl und unsympathisch erschien und mit deren Geschichte ich einfach nicht mitfühlen konnte, auch weil mir bei ihr alles zu vorhersehbar war.
Christian hingegen hat mein Herz. Seinen Schmerz konnte ich nachvollziehen, fühlen, mit ihm fieberte ich bis zum Schluss mit.
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