Mit einer Ratte fängt es an, schnell folgen weitere Graffiti in der ganzen Stadt: Ist Banksy in München unterwegs? Auf der Suche nach dem mysteriösen Sprayer stößt die Kunstdetektei von Schleewitz auf immer weitere Rätsel.
Was hat es mit den seltsamen Ratten-Graffiti auf sich, die plötzlich überall auftauchen? Für die Presse ist schnell klar: Banksy, das weltberühmte Kunst-Phantom, ist in der Stadt. Auf einmal lassen Hausbesitzer Graffitis nicht mehr entfernen, sondern lösen stattdessen das besprühte Mauerwerk heraus, um es meistbietend bei Kunstauktionen zu verkaufen – immerhin geht es hier um einen echten Banksy. Oder?
Die Agentur des Künstlers leugnet die Echtheit der Graffiti, und doch liefern sich reiche Sammler wahre Bieterschlachten um die Werke des Münchner Banksys. Die Kunstdetektei von Schleewitz soll herausfinden, was gespielt wird.
Aber dem Ermittlerteam eröffnen sich dabei immer neue Abgründe. Sie geraten mitten hinein in den Konflikt um Guerillakunst und gnadenlose Kunstvermarktung – und müssen erkennen, dass bei ihrer Recherche nicht nur die Wahrheit auf der Strecke bleibt.
Bernhard Jaumann wurde 1957 in Augsburg geboren. Er studierte an der Universität München und arbeitete danach als Gymnasiallehrer für Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Italienisch, unterbrochen von längeren Auslandsaufenthalten in Italien, Australien, Mexico und zuletzt Namibia. Zur Zeit lebt er in Bad Aibling/Bayern und in Montesecco/Italien.
Ab 1997 schrieb er eine Krimiserie, deren einzelne Bände jeweils einen der fünf Sinne zum Thema haben und in einer anderen Metropole spielen. Danach machte er das kleine italienische Dorf Montesecco zum Schauplatz einer erfolgreichen Krimitrilogie. Seine neuesten Werke um die Windhoeker Polizeiinspektorin Clemencia Garises sind im südlichen Afrika angesiedelt.
Die Geschäfte der Kunst-Detektei von Schleewitz gehen schlecht, als im winterlichen München das Graffito einer verletzten Ratte mit dem charakteristischen Strich des Street-Art-Künstlers Banksy entdeckt wird. Es wird nicht das einzige - verblüffend gekonnte - Ratten-Bild im Banksy-Stil bleiben. Das Wandbild ist ein gefundenes Fressen für die Münchener Lokalpresse und dem Tourismus wird das Gerücht von Banksys Auftauchen sicher nicht schaden. Während Klara kurzfristig ihren betagten Künstler-Vater bei sich aufnehmen muss, will ihr Chef Rupert dringend den Auftrag einer wohlhabenden Hausbesitzerin an Land ziehen, die den materiellen Wert der Kunstwerke erkennt. Die Untergründe, auf denen „Banksy“ seine Pieces hinterlässt, sind Industrie-Ruinen und Spekulationsobjekte in Schmuddelecken der Stadt. Der Graffity-Künstler hat offenbar ein Händchen für soziale Brennpunkte, an denen sich kurz zuvor Tragödien zum Schaden Armer und Ausgebeuteter ereignet hatten. Der Ratten-Sprayer legt mit jedem Werk einen Finger in die Wunde menschlicher Kälte und Rücksichtslosigkeit.
Die Detektei von Schleewitz sollte nach einer Person suchen, die zu diesen stadtbekannten Ereignissen eine Beziehung hat. Bevor Chef Rupert sich auf die Seite der zahlungskräftigen Kunst-Schickeria schlägt, (wer zahlt, schafft an,) lässt er sich von einem jugendlichen Sprayer in dessen Kunst einführen. Adil hält es für unwahrscheinlich, dass die Ratten-Pieces von einem „echten“ Sprayer wie ihm stammen können. Klara sieht sich indes damit konfrontiert, das Toni, ein Spezl ihres Vaters, sich unter den Profiteuren des frisch erblühenden Banksy-Hypes bewegt wie ein Aal auf der Fischtreppe. Als es auf der Jagd nach dem Ratten-Spezialisten zu einem fatalen Unfall kommt, muss Klara sich entscheiden, auf wessen Seite sie steht, arbeitet sie für zahlungskräftige Kunden ihres Chefs – oder will sie den Münchener "Banksy" und sein Motiv finden.
In Bernhard Jaumanns drittem Kunstkrimi wirkt die Münchener Kunstszene wie ein Dorf, in dem eine Hand die andere füllt und Spekulanten ihren eigenen Gesetzen folgen. Die Jagd nach „Banksy“ fand ich durchgehend spannend, auch wenn sich meine Hoffnung nicht erfüllt hat, dass ein Kunst-Krimi ohne Gewalt auskommen könnte.
Bernhard Jaumann nimmt den Leser in 'Banksy und der blinde Fleck' mit ins Münchner Kunstmilieu und eine dortige Ermittlung des Kunstdetektei-Teams von Schleewitz. Es tauchen plötzlich massenhaft Graffiti auf, die vom Stil her zum mysteriösen Sprayer Banksy gehören könnten, dessen Werke sogar Rekordpreise bei Auktionen verursachen können. Die Aufregung ist groß und viele Parteien wollen natürlich wissen: Ist tatsächlich Banksy verantwortlich?
Mit einer für mich gut fließenden und angenehmen Schreibweise führt der Autor durch die Geschichte. Der Stil bleibt dabei eigentlich immer recht nüchtern und unaufgeregt, was aber für mich durchaus als passendes Mittel für die Ausstrahlung der Kunstdetektei gewirkt hat.
Durch die Ermittlungen der Kunstdetektei gelingt Bernhard Jaumann im Laufe der Handlung ein langsames Eintauchen in die Münchner Streetartscene zu ermöglichen. Die verschiedenen Interessenschwerpunkte der drei Ermittler dabei, sorgen für eine breite Auseinandersetzung mit dem Mysterium Banksy und ergänzen sich gegenseitig. Die Fakten und Vermutungen rund um den berühmten Streetartkünstler und dessen Werke sind für mich informativ, aber trotzdem gut und interessant lesbar in die gesamte Geschichte eingearbeitet.
In jedem Kapitel gibt es Einschübe kurzer Abschnitte, die verschiedene traurige Einzelschicksale beleuchten, die so oder in ähnlicher Form jederzeit (wieder) passieren könnten. So zum Beispiel der Tod eines jungen Flüchtlingsmädchen bei Ankunft mit ihrer Familie in München oder die Jugendlichen, die an einer S-Bahn-Haltestelle einen schlafenden Obdachlosen angezündet haben, nachdem sie mit ihm Selfies geschossen haben. Hier wird die Darstellung und Formulierung jedes Mal sehr viel persönlicher, richtiggehend zynisch und so haben sie mir auch auf ganz andere Art gefallen und konnten mich tiefer berühren.
Die Charaktere werden vom Autor für mich etwas zu flach gehalten. Selbst im Lauf der Geschichte bekommen sie zwar noch etwas mehr Tiefe, aber richtige Bindungen konnte ich hier weder in die positive noch negative Richtung aufbauen. Für mehr als oberflächliche Sym- oder Antipathie hat es nicht gereicht, dafür gab es zu wenig Substanz.
Wer einen Krimi lesen möchte, bei dem es um actiongeladene Handlungen, düstere Begebenheiten und vielleicht noch die ein oder andere blutige Szene geht, wird hier gewiss enttäuscht. Blut fließt kaum welches, Action sucht man auch größtenteils vergebens und düster sind hauptsächlich die Nächte, in denen Graffiti fabriziert werden. Trotzdem hat das Buch durchaus seine Stärken, war für mich eher wie ein (für einen Kunstlaien) informatives Puzzlespiel mit drei Mitspielern, die an unterschiedlichen Ecken an einem Bild arbeiten, welches auch am Ende nicht abschließend vollständig ist. Aber auch gerade dieses Ende hat mir tatsächlich gut gefallen und es gab nochmal einen kleinen Twist.
Definitiv ein geruhsamerer Vertreter des Krimi-Genres, der aber in anderen Punkten seine Stärken hat und seine Liebhaber finden wird.
Das Rezensionsexemplar von #BanksyundderblindeFleck gab es wieder von #NetGalleyDE, in Zusammenarbeit mit Kiepenheuer & Witsch/Galiani Berlin. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.
Mit einer Ratte fängt es an, schnell folgen weitere Graffiti in der ganzen Stadt: Ist Banksy in München unterwegs? Auf der Suche nach dem mysteriösen Sprayer stößt die Kunstdetektei von Schleewitz auf immer weitere Rätsel.
Was hat es mit den seltsamen Ratten-Graffiti auf sich, die plötzlich überall auftauchen? Für die Presse ist schnell klar: Banksy, das weltberühmte Kunst-Phantom, ist in der Stadt. Auf einmal lassen Hausbesitzer Graffitis nicht mehr entfernen, sondern lösen stattdessen das besprühte Mauerwerk heraus, um es meistbietend bei Kunstauktionen zu verkaufen – immerhin geht es hier um einen echten Banksy. Oder?
Die Agentur des Künstlers leugnet die Echtheit der Graffiti, und doch liefern sich reiche Sammler wahre Bieterschlachten um die Werke des Münchner Banksys. Die Kunstdetektei von Schleewitz soll herausfinden, was gespielt wird.
Aber dem Ermittlerteam eröffnen sich dabei immer neue Abgründe. Sie geraten mitten hinein in den Konflikt um Guerillakunst und gnadenlose Kunstvermarktung – und müssen erkennen, dass bei ihrer Recherche nicht nur die Wahrheit auf der Strecke bleibt.
Meine Meinung:
Für mich eine ganz neue Krimi-Erfahrung! Eine sehr gute! Hat mir sehr gut gefallen, dass es auch Kriminalfälle geben kann, die nicht nur aus Blut und Metzeleien bestehen.
Ich fand den Roman sehr spannend und mitreißend und es hat mir Spaß gemacht zusammen mit den Detektiven, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen.
Eine gut aufgebaute, spannende Geschichte, die ich auch sehr gerne weiterempfehle, allen, die nicht so sehr auf Mord und Totschlag stehen, aber gut geschriebene Kriminalromane mögen.
Inhalt: Mitten in München tauchen Graffiti auf, schnell ist die Frage da, ob es sich um Streitartkunst von Banksy handelt. Dies soll die Kunstdetektei von Schleewitz klären …
Stil: Es ist der dritte Band der Reihe, dies war mir vorher nicht bewusst und ggf. ist mir der Einstieg deshalb so schwergefallen oder es lag einfach am sehr trockenen und distanzierten Schreibstil. Die Geschichte nimmt sehr langsam an Fahrt auf, befasst sich viel mit den Werken von Banksy und hat dann noch Einschübe aus der unteren Gesellschaftsschicht von München, die theoretisch nicht in die Geschichte passen und eher ein Armutszeugnis von München (oder auch jeder anderen Großstadt) sind. Diese Einschübe machen die Handlung sehr langatmig, reißen aus dem Thema raus und die ständige Frage nach dem „Warum“ schwirrt vermehrt im Kopf herum. Die sehr sachliche Art der Handlung lassen ein Eintauchen in die Geschichte nicht zu und so ist es eher eine Aneinanderreihung von Fakten, welche aus den Medien bekannt ist und Fiktion des Autors. Also weder spannend noch mitreißend.
Charaktere: Ich konnte zu niemanden eine Verbindung aufbauen. Eventuell lag es daran, dass es schon der dritte Teil der Reihe ist und die Figuren nicht mehr in ihrer Tiefe definiert werden mussten, ggf. ist dies aber auch gewollt.
Cover: Das Cover finde ich gut, es wirkt künstlerisch und geheimnisvoll, die Farben Rot und Schwarz stehen für Banksy und vermitteln noch mehr Zugehörigkeit.
Fazit: Der Schreibstil und damit auch der Inhalt konnten mich leider nicht begeistern, daher kann ich nur 2 Sterne vergeben. Eine Leseempfehlung geht nur an Kenner der Reihe und oder an Fans von Banksy, bzw. an Lesende, welche mehr über den Künstler wissen möchten, denn diese Informationen sind gut recherchiert.
Ich liebe die Streetart d3s Künstlers Bansky und hatte mich deshalb sehr auf diesen Krimi gefreut. Und ich finde es richtig klasse, wie viele Informationen über Bansky sich in diesem Buch finden. Allerdings nichts, was sich nicht auch auf Wikipedia und Co. nachlesen lässt.
Ich bin ehrlich: Mir hat dieses Buch nicht gefallen. Es ist das dritte Buch um die Kunstdetektei von Schleewitz, und ich kenne die beiden anderen Bände nicht. Aber zumindest in diesem dritten Band sind die drei Detektiv:innen mir zu farblos, zu oberflächlich, zu charakterlos. Sie sind völlig austauschbar. Ich kann jetzt natürlich nicht beurteilen, ob ein Leser das anders empfindet, der die ersten Bücher gelesen hat.
Die Story selber ist okay, konnte mich aber auch nicht fesseln. Und auch der Schreibstil diente nicht wirklich zum Spannungsaufbau. Für mich war das Buch ein Fehlgriff.
Bansky ist in aller Munde, kaum ein aktueller Künstler wird soviel nachgeahmt und kopiert. Street art wird längst gesellschaftskonform in vielen Stadtbildern kommerziell beauftragt und eingesetzt. Und wir alle neigen dazu , dass für wahr und wahrscheinlich zu halten, was wir gerne glauben wollen und was uns nützt. Genau hier setzt dieser ungewöhnliche Roman an und bietet mit interessanten Einblicken in die Streetart -Szene, einer flotten Handlung und leichtem Schreibstil solides Lesevergnügen Kritisch auf eine sehr versöhnliche Art, lehrreich, aber nicht belehrend, spannend, aber dennoch realistisch und am Ende sehr konsequent - eine Leseempfehlung für Sommer und Winter.
Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten in das Buch zu finden, was sich jedoch schnell geändert hat, als ich weitergelesen habe. Die Geschichte ist mit nachvollziehbaren Plot twists versehen und hat mich am Ende sogar ziemlich überrascht. Die Charaktere wurden leider nur sehr oberflächlich beschrieben, was für das Krimiformat in Ordnung war, allerdings hätte ich mir doch stellenweise mehr Tiefe gewünscht. Dennoch mochte ich die Charaktere und hatte das Gefühl ihre Handlungen meist nachvollziehen zu können. Spannend fand ich all die vielen Dinge die ich nebenbei über Banksy und seine Kunst gelernt habe. Dass es sich thematisch um eine Kunstdetektei dreht hat das Buch für mich besonders gemacht.
Hier war es nicht das Cover, das mich das Buch herunterladen ließ, sondern der Inhalt. Der Name Banksy sagte mir etwas, und ich war gespannt, wie sich ein Krimi um diesen berühmten Streetart-Künstler lesen würde.
Tatsächlich ging es um Streetart, die möglicherweise Banksy in München hinterlassen haben könnte. Da dies aber weder von ihm noch seiner Agentur bestätigt wurde, schwappt die Gerüchteküche hoch. Immer mehr Graffiti tauchen auf, die denen Banksys ähneln, und die Kunstdetektei von Schleewitz wird damit beauftragt, die Echtheit zu bestätigen oder zu dementieren
Die erste Hälfte des Buches liest sich wie eine Erzählung ohne jegliche Spannung. Von Krimi nichts in Sicht. Allerdings wird mit viel Wissen gepunktet und perfekter Orthographie.
Dann beginnt sich langsam ein Spannungsbogen zu bilden, ohne jedoch besonders hoch zu steigen. Was die Detektive herausfinden, und wie sie sich in vereinzelten Situationen benehmen, hat mich leider nur Zuschauer sein lassen. Ich war nie im Geschehen. Zu guter Letzt gab es dann doch noch so etwas wie eine kurze Krimi-Sequenz.
Leider blieben die Protagonisten reichlich farblos.
Nach langem Überlegen gebe ich 55/100 bzw. 06/10 Punkte.