spannend, auch wenn mich nicht alles überzeugen konnte
Malia hat es geschafft und ist nun die jüngste Elitemagierin. Sie ist besonders begabt und trägt eine starke Magiekraft in sich. Mit eben dieser soll sie das Portal zwischen dem Menschenreich und des Dämonenreichs reparieren. Solange dies nicht geschieht, ist ihr Zirkel und somit ihr eigenes Leben in Gefahr. Master Livio, ein Halbdämon, steht ihr bei dieser Mission zur Seite. Nur kann sie ihm vertrauen?
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Als erstes möchte gesagt sein, dass dieses Buch der Auftakt eines Mehrteilers ist. Das war mir nicht bewusst, als ich diese Geschichte angefangen habe und hatte anhand des Klappentextes eine andere Erwartung an das Buch.
Zu Beginn des Buches wird das Thema «Zirkel retten, auf Mission gehen» angerissen und das fand ich spannend. Über die Magiewelt, wie sie funktioniert und welche Gaben es gibt, erfährt man noch eher wenig, aber das, was bereits dem Leser mitgeteilt wird, war interessant. Ich hätte gerne mehr darüber erfahren. Doch ab der Hälfte und vor allem im letzten Drittel ging es nur noch um das Gefühlschaos, ausgelöst durch die Dreiecksbeziehung. Malia steht zwischen zwei Männer. An sich nichts Schlechtes, denn ich mag Romantasie sehr. Nur wie bereits geschrieben, habe ich gedacht, dass dieses Buch in sich abgeschlossen ist und war neugierig auf die Mission und wie der Zirkel gerettet wird. Das rückte zu fest in den Hintergrund. Zudem hätte ich weniger Mühe mit der eingebaute Romanze gehabt, wenn die Gefühle bei mir angekommen wären. Aber die ganze Dreiecksgeschichte funktionierte für mich nicht. Der eine Typ ist mir zu glatt und ich habe keine Ahnung, weshalb sie sich zu ihm hingezogen fühlt. Für mich gibt es keine Hinweise darauf. Es kam urplötzlich und fühlte sich erzwungen, unglaubwürdig an. Zum zweiten Mann entwickelte sie zwar eine Freundschaft, die mir gefällt, so, wie sie dargestellt wurde, doch auch hier fehlten mir die romantischen Gefühle, um gewisse Handlungen und Gedankengänge der Hauptprotagonistin nachzuvollziehen.
Bleiben wir bei den Figuren: sie waren nicht immer ganz so überzeugend. Manchmal konnte ich nicht immer jede Handlung verstehen, was aber auch daran liegen könnte, dass die Figuren Geheimnisse haben, die ich als Leser noch nicht erfahren habe. Zumindest erscheint es mir so. Das würde den Figuren im zweiten Teil sicher zugute kommen, denn für mich blieben die Figuren noch eher oberflächlich. Charaktertiefe fehlt, vor allem bei einem der Männer. Malia als Charakter hat bereits eine Entwicklung durchgemacht, zum Glück. Anfangs war sie mir definitiv zu überheblich, was aber irgendwie auch zu ihrem Werdegang als begabte Magierin passt. Trotzdem war sie mir nicht immer so ganz sympathisch. Master Toma empfand ich da schon interessanter, zwar hat auch er noch Geheimnisse, aber seine verspielte, witzige Seite hat mir gut gefallen. Obwohl er durchaus auch arrogant war, in manchen Szenen. Zum zweiten Mann habe ich bereits geschrieben, dass er mir zu glatt war. Ich kann ihn noch nicht wirklich mögen, da ich fast nichts über ihn erfahren habe, nur, dass auch er nicht alles über sich preisgibt.
Was mich aber überzeugt hat, war der Schreibstil. Die Geschichte hat sich angenehm und flüssig lesen lassen. Auch gab es immer wieder Dialoge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben.
Der Spannungsbogen war grösstenteils auf einem schön hohen Niveau, sodass ich immer weiterlesen wollte, um mehr zu erfahren. Sogar im letzten Drittel, als es praktisch nur noch um die Romanze und nicht mehr um das Hauptthema vom Klappentext ging, fand ich es interessant und spannend, da ich ständig darauf hoffte, mehr von der Welt und der Magie, dem Portal zu erfahren. Auf dieses Mehr muss ich wohl warten, bis das zweite Buch erscheint. Denn ich habe vor, auch dieses zu lesen, da meine Neugier auf die Fortsetzung geweckt ist.
Was mir auch gut gefallen hat, waren einige Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe. Der Ideenreichtum ist wohl die grösste Stärke der Autorin. Es gibt einige Szenen, die mich damit begeistern konnten. Nur um ein paar Beispiele zu nennen - gefallen haben mir die ungewöhnlichen Ort und die sich verändernde Trainingsbereiche, die Aufteilung der Magiewelt in Zirkel und auch die Gaben, über die man schon etwas erfahren hat.
Der Schluss kam für mich zu abrupt. Ob es jetzt nur daran lag, dass mir bis dahin nicht bewusst war, dass es eine Fortsetzung geben wird, oder ob es daran lag, dass die Magiewelt und die Mission zu sehr in den Hintergrund gerückt sind, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht eine Mischung aus beidem. Der Cliffhanger ist jedoch gut gewählt. Es gibt noch zahlreiche ungelöste Fragen.
Fazit:
Durchaus eine spannende Geschichte. Ich hätte mir zwar mehr von der Mission gewünscht und dafür weniger Romanze, da diese für mich nicht funktioniert hat. Der Schreibstil und der Ideenreichtum hat die Sternebewertung gerettet, denn die Figuren konnten mich nicht gänzlich von sich überzeugen.