Die junge Anna vom Land und der adelige Journalist Fritz: ein ungewöhnliches Ermittlerduo Anna Zech beginnt 1912 als Krankenschwester in der Münchner Gerichtsmedizin. Gleich ihre erste Leichenschau ist eine Tote aus der Isar. Anna glaubt nicht, dass die alternde Schauspielerin selbst ins Wasser gegangen ist. Auch der Skandalreporter Fritz von Weynand vermutet, jemand hat hier nachgeholfen. Denn die Tote hatte beste Verbindungen und kannte viele Persönlichkeiten. Anna, aus kinderreicher, kleinbürgerlicher Familie, ist vom adeligen Charmeur Fritz zuerst ein wenig eingeschüchtert. Aber ihre Courage und Neugier sind stärker. Gemeinsam decken sie die dunklen Seiten der feinen Münchner Gesellschaft auf.
Anna Zech hat ihren ersten Tag in der Münchner Gerichtsmedizin, als sie schon bei einer Obduktion assistieren soll. Die Tote war früher eine umstrittene Schauspielerin und es ist unklar, ob sie Selbstmord begangen hat, oder ob es doch Mord war.
Fritz von Weynand ist ein Adeliger, der sich seine freie Zeit als Klatschreporter vertreibt. Als er von dem Todesfall hört macht er sich als sein Alter Ego Fritz Nachtwey an Anna heran um sie nach Informationen auszuhorchen. Er verschafft ihr eine Wohnung, doch Anna kommt schnell hinter seine Absichten. Die beiden raufen sich zusammen und gemeinsam finden sie heraus, was tatsächlich zum Tod der Schauspielerin geführt hat.
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die beiden ermitteln nicht im eigenen Sinne, die Handlung streckt sich auch auf 2 Jahre, in denen der Tod immer wieder in Vergessenheit gerät. Aber der Autorin gelingt es, das Alltagsleben in München so gut darzustellen, dass keine Langeweile aufkommt. Anna ist sehr wissbegierig und Fritz findet in ihr eine Gesprächspartnerin, mit der auch über politische Themen diskutieren kann. So erfahren wir in diesen Diskussionen viel über die Politik in Bayern kurz vor dem ersten Weltkrieg, rund um Prinzregent Luitpolds Tod und dem Beginn des ersten Weltkriegs.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Band, der wohl im Juli erscheint. Hier wird es dann um den ersten Weltkrieg gehen, mit dessen Beginn Band eins endet.
Mich hat an dem Roman das Setting interessiert, ich lese gerne historische Geschichten, also passte die Zeit, (1912 und folgende), in der die Story angesiedelt ist. Ich hatte erst Bedenken, ob Gerichtsmedizin vielleicht zu detailliert und blutig sein könnte, doch die Rezension einer anderen Bloggerin (Streifis Bücherkiste) hat mich dann überzeugt, dass es auch für mich ein lesenswerter historischer Krimi sei.
Fräulein Anna und Fritz Weyand alias Friedrich von Nachtwey sind ein gutes Gespann. Fritz versucht, bei Anna zu landen, doch sie hält ihn auf Abstand und so werden die beiden ein gutes Team, das versucht, den Tod einer Schauspielerin aufzuklären, die Annas erster Fall in der Obduktionsassistenz ist.
Im Roman wird die Zeit und der Ort meiner Meinung nach sehr gut geschildert, man taucht ein ins Schwabing vor dem ersten Weltkrieg und erlebt, wie gut es manchen Leuten geht, die feiern und Geld rausschmeißen können, während andere zu knapsen haben und es hinten und vorne nicht reicht.
Fritz Weyand ist dabei mit seiner selbst verlegten Zeitung der Spiegel der einfachen Leute, er versucht, Skandale aufzudecken und den Adel ins eigene Fleisch zu picksen, was diesem natürlich nicht gefällt. Anna dagegen lernt sich durchzusetzen und in der Gesellschaft zu bewegen. Politik spielt hier ebenfalls eine große Rolle, aber gut eingeflochten, ohne zu langweilen.
Mir hat der Roman wirklich gut gefallen, nach einem etwas langsamen, umständlichen Start fliegen die Seiten dann nur dahin und ich fühlte mich gut unterhalten und hatte das Gefühl, tatsächlich in die Zeit einzutauchen, in der der Roman spielt. Spannende Geschichte mit viel Lokalkolorit ohne blutige Details. Auch dass der Roman in München spielt, gefiel mir sehr.
Anna Zech beginnt 1912 als Krankenschwester in der Münchner Gerichtsmedizin. Gleich ihre erste Leichenschau ist eine Tote aus der Isar. Anna glaubt nicht, dass die alternde Schauspielerin selbst ins Wasser gegangen ist. Auch der Skandalreporter Fritz von Weynand vermutet, jemand hat hier nachgeholfen. Denn die Tote hatte beste Verbindungen und kannte viele Persönlichkeiten. Anna, aus kinderreicher, kleinbürgerlicher Familie, ist vom adeligen Charmeur Fritz zuerst ein wenig eingeschüchtert. Aber ihre Courage und Neugier sind stärker. Gemeinsam decken sie die dunklen Seiten der feinen Münchner Gesellschaft auf.
„Fräulein Anna – Gerichtsmedizin“ von Petra Aicher hat mich durch das Gerichtsmedizinthema neugierig gemacht. Das fand ich echt spannend und war auf die Umsetzung neugierig. Petra Aicher lässt uns ihre beiden Hauptfiguren Anna Zech und Friedrich von Weynand kennenlernen und begleiten. Anna kommt aus einfacheren Verhältnissen, war die beste Schülerin bei der Krankenschwesternausbildung und beginnt nun als Assistentin in der Rechtsmedizin. Auf ihrem Heimweg begegnet sie dem Skandalreporter Fritz Nachtwey, dem Alterego des Baronen Friedrich von Weynand. Zunächst sieht er in Anna ein einfaches Opfer, aus dem er interessante Informationen für seine Zeitung quetschen kann, doch er hat nicht mit Annas Sturheit gerechnet. Das Buch lebt von der Dynamik der Beiden. Ein Wortgefecht folgt auf das andere. Ernste Themen wechseln sich mit Kabbeleien ab. Beide harmonieren einfach gut miteinander und ich glaube, die meisten Leser werden es richtig schade finden, dass Friedrich in einer arrangierten Ehe feststeckt. Mir hat das Duo richtig viel Spaß gemacht. Natürlich geht es nicht nur um deren Geplänkel und Erlebnisse. Eine berühmte Sängerin wird tot aufgefunden und obwohl alles erst nach Selbstmord aussieht, machen sich Anna und Friedrich als Fritz auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei kommen viele pikante Dinge ans Tageslicht, die alles in ein anderes Licht rücken. Annas Arbeit in der Gerichtsmedizin wird dabei immer wieder richtig interessant geschildert. Nebenbei erfahren wir noch viel über die damaligen Monarchen in Bayern und erleben den Beginn des ersten Weltkrieges aus der Sicht unserer Figuren mit. Der Autorin ist eine wirklich tolle Geschichte gelungen. Sympathische Figuren, wunderbare Gespräche und Wortgefechte, ein spannender Fall, interessante Dinge über die damalige Gerichtsmedizin, Monarchien, der Kriegsbeginn und ein toller Schreibstil machen das Buch zu einem gelungenen Gesamtpaket, welches mich sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten lässt.
Worum geht’s? München 1912: Anna tritt ihre Stelle als Assistentin der Gerichtsmedizin an und hat gleich eine prominente Leiche auf dem Tisch. Doch ist es wirklich Selbstmord, wie die Polizei allen Glauben machen möchte? Als Anna auf den Skandalreporter Fritz Nachtwey trifft, stellt dieser Nachforschungen an und bringt unglaubliche Wahrheiten ans Licht.
Meine Meinung: Petra Aicher startet ihre historische Romanserie um Fräulein Anna und Friedrich von Weynand alias Fritz Nachtwey mit „Fräulein Anna Gerichtsmedizin – Die Prinzregentenmorde“ wirklich gelungen. Der Schreibstil ist eingängig, leicht zu lesen und beschreibt die Szenerien lebendig und eindrucksvoll.
Auch die Charaktere sind perfekt dargestellt. Sowohl Anna, als auch Friedrich/Fritz mochte ich auf Anhieb. Und auch die Dialoge zwischen den beiden sind amüsant. Ich mag die Dynamik, die die Autorin zwischen Anna und Fritz aufbaut. Dann die Gerichtsmediziner Gernhuber und Schmidt, die von Arnsbergs, Friedrichs Frau Sibylle – alles Charaktere, die perfekt in diese Zeit passen und schöner nicht sein könnten. Jeder mit ganz eigenen Eigenheiten, die sie sympathisch oder unsympathisch machen.
Und um diese authentischen und interessanten Protagonisten schreibt Frau Aicher dann ihren historischen Roman. Ich mochte die Einblicke in die Gerichtsmedizin und in die Politik der damaligen Zeit. Einerseits noch die Adligen an der Macht, andererseits schon die Republik auf dem Vormarsch. Hier hat die Autorin die geschichtlichen Fakten perfekt in ihren Roman eingepasst. Und auch der Roman selbst war spannend. Ich mochte, wie Fritz sich in die Nachforschungen gestürzt hat, wie Anna sich entwickelt hat und wie die Autorin uns durch das Buch geführt hat. Wir hatten keine hohe Spannungskurve, eher immer mal wieder kleine Spannungspeaks, aber es ist ja auch ein Roman. Zu kurz kam mir allerdings der gerichtsmedizinische Teil, hier hätte ich mir vom Titel her schon mehr Einblicke erhofft. Aber ansonsten hat mir das Buch viel Spaß gemacht. Das damalige Leben sowohl der Adligen als auch der normalen Bürger war gut dargestellt und man hat sich mittendrin gefühlt in den Tumulten der damaligen Zeit. Und als Bonus hatten wir noch einen spannenden Showdown, den ich so gar nicht erwartet hätte, der aber ein großes Spannungshoch in das Finale der Geschichte gebracht hat. Ich habe das Buch gern gelesen und freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil. Mal sehen, was für Leichen da bei Anna im Keller landen.
Fazit: Mit „Fräulein Anna Gerichtsmedizin – Die Prinzregentenmorde“ startet Petra Aicher in ihre historische Romanserie um Anna und Fritz/Friedrich. Und dieser erste Teil hat mir gut gefallen. Der Roman ist leicht zu lesen, stellt die politischen Verhältnisse der 1912er Jahre authentisch dar. Wir haben Protagonisten, die einfach nur perfekt sind. Das einzige, was mir etwas zu kurz kam, war tatsächlich der gerichtsmedizinische Teil. Dafür haben mir die Nachforschungen von Fritz/Friedrich gut gefallen sowie die Dynamik zwischen Fritz und Anna. Ein sehr kurzweiliges Buch mit einigen spannenden Momenten, das mit Lust auf den zweiten Teil gemacht hat.
4 Sterne von mir und ich bin sehr gespannt auf Annas nächste Leiche!
Zu Beginn können Anna und Herr Weynand nicht glauben, dass die Schauspielerin Adele Röckl wirklich Suizid begangen hat und wollen sich auf eigene Hand Gewissheit verschaffen, indem sie der Sache auf den Grund gehen und einige Geheimnisse ans Tageslicht bringen…. Nur was soll ich sagen. Das ganze passierte leider nur sehr sehr langsam und zog sich, man kann schon fast sagen, dass der Krimi lediglich aus den letzten 40 Seiten bestand.
Meine Meinung zu dem Buch ist sehr gemischt. Positiv anzumerken ist der Schreibstil, dass die Eigenheiten der Charaktere gut dargestellt werden und man gewinnt diese dadurch schon recht lieb. Zudem wurde, wie vielleicht zu vermuten aus dem armen Fräulein Anna und dem Rechen Herrn Weynand keine typische Liebesgeschichte, ganz im Gegenteil sind die beiden eher zu Partnern geworden. Auch die Geschichte zu der Zeit in der das Buch spielt, wurde aufgearbeitet und es gab immer verschiedene Meinungen zu den aktuellen Ereignissen in der Monarchie zu hören, sodass auch die Klassenunterschiede aufgezeigt wurden.
Wenn wir allerdings mal betrachten, dass das Buch ein Krimi sein sollte, muss ich sagen, dass dies nicht der Fall ist. Die Spannung fehlte durch und durch. Erst zum Schluss überhäuften sich dann noch einmal die Ereignisse, was auch dem geschuldet ist, dass es zum Schluss hin ein paar Zeitsprünge gibt über deren Sinnhaftigkeit man streiten kann. Der Titel ist meiner Meinung nach mehr als unpassend, denn Fräulein Anna arbeitet in der Gerichtsmedizin, aber davon ist kaum noch etwas zu merken, nachdem die Handlung etwas fortgeschritten ist. Ich hatte mir an dieser Stelle vermutlich auch zu viel erhofft, denn mich interessierte brennend die Darstellung der Gerichtsmedizin um 1900 in dem Buch, was auch eigentlich mein Beweggrund war, das Buch zu lesen. In diesem Punkt wurde ich enttäuscht. Weiterhin ist auch der restliche Titel „Die Prinzregentenmorde“ fehl am Platz, da diese zwar in diesem Zeitraum passieren, zur Handlung allerdings nichts beitragen.
Was man dem Buch allerdings zu Gute halten muss: es ist eine leichte Unterhaltung mit Happy End, keinem Hauptcharakter wird (bis vielleicht mal auf ein blaues Auge) ein Haar gekrümmt, die Spannung ist überaus erträglich, dass man das Buch getrost auch wieder zur Seite legen kann, wenn man gerade anderes zu tun hat. Und da ich das Buch auch nach diesem Kriterium ausgewählt habe, um eine Abwechslung zur ganzen Fachliteratur in der Prüfungsphase zu haben, kann ich das nun wirklich nicht anklagen. Man kann abschließend sagen, dass das Buch wirklich niedlich und entspannend war, allerdings kein wirklicher Krimi und wenn dann nur ein ganz ganz harmloser.
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mitreißender Auftakt um eine junge Gerichtsmedizinerin in München, 1912
München, 1912: Die 19jährige Anna Zech freut sich auf ihre neue Stelle als Obduktionsassistentin, wofür sie ihre Ausbildung als Krankenschwester bestens nutzen kann. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag kommt eine Wasserleiche in die Gerichtsmedizin, die sich als die Opernsängerin Carlotta Ricardo entpuppt und von deren Selbstmord ausgegangen wird. Gemeinsam mit dem zwielichtigen Reporter Fritz Nachtwey, der immer wieder ihre Nähe sucht, um Details zu erfahren, deckt Anna nach und nach auf, dass es kein Selbstmord gewesen sein kann.
Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet; Anna ist zwar vif und taff, jedoch auch unschuldig und naiv - und als sie dem Reporter, den sie gerade mal 5 Minuten kennt, alles von der Toten aus dem Fluss haarklein erzählt, hätte ich sie nur schütteln können. Und Fritz, der eigentlich der Adelige Friedrich von Weynand ist und als Reporter für sein Klatschblatt unter anderem Namen auftritt, war mir lange Zeit unsympathisch: nutzt andere für seine Zwecke aus, lügt, ist ein Frauenheld und glaubt, mit seinem Charme alles zu erlangen. Klar, seine Ehe ist nicht leicht, aber trotzdem fand ich sein Verhalten nicht akzeptabel. Mit der Zeit lernt man zwar sein (etwas verstecktes) gutes Herz kennen, trotzdem wurde ich mit ihm nicht so richtig warm. Anna jedoch gewinnt mit der Zeit an Selbstbewusstsein und Stärke. Doch dieses Geplänkel zwischen Fritz und Anna macht einen Großteil des Charmes dieses Buches aus. Mein heimlicher Favorit war Annas Vorgesetzter, Dr. Gernhuber. Denn nach anfänglicher Skepsis ist er mehr als begeistert von ihrer anpackenden Art und ihrer Cleverness und wird so etwas wie ein väterlicher Freund.
Besonders gut haben mir die Darstellung der damaligen Lebensumstände, die sozialen Gefüge, technische Fortschritte und natürlich auch die Verwebung von geschichtlichen Details gefallen. Die Geschichte spielt nämlich bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs, und man erlebt dies aus Sicht der handelnden Personen mit. Selbstverständlich war auch die Darstellung der damaligen Gerichtsmedizin interessant und fesselnd.
Der Fall selbst war überraschend komplex, und man blickt in die Abgründe der höheren gesellschaftlichen Kreise Münchens; sogar bis ins Königshaus. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es sind erst nach und nach kleine Puzzlestücke ans Licht gekommen, und immer wieder hat sich eine neue Wendung ergeben. Die Auflösung und den Täter hatte ich dann kurz vor Schluss zwar schon am Schirm, nichts desto trotz habe ich gerne mitgerätselt und wurde sehr gut unterhalten.
Fazit: Äußerst unterhaltsamer historischer Krimi mit einem komplexen Fall und zwei Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein können. Ich erwarte mit Spannung den 2. Teil.
Eher Sittengemälde als Kriminalroman, aber überaus fesselnd
Buchmeinung zu Petra Aicher – Fräulein Anna, Gerichtsmedizin: Die Prinzregentenmorde
Fräulein Anna, Gerichtsmedizin: Die Prinzregentenmorde ist ein historischer Roman von Petra Aicher, der 2022 bei Ullstein erschienen ist.
Zum Autor: Petra Aicher, geboren 1972, ist Münchnerin mit ganzem Herzen und recherchiert die Geschichte und Geschichten ihrer Stadt, wenn ihre Zeit es zulässt.
Klappentext: Anna Zech beginnt 1912 als Krankenschwester in der Münchner Gerichtsmedizin. Gleich ihre erste Leichenschau ist eine Tote aus der Isar. Anna glaubt nicht, dass die alternde Schauspielerin selbst ins Wasser gegangen ist. Auch der Skandalreporter Fritz von Weynand vermutet, jemand hat hier nachgeholfen. Denn die Tote hatte beste Verbindungen und kannte viele Persönlichkeiten. Anna, aus kinderreicher, kleinbürgerlicher Familie, ist vom adeligen Charmeur Fritz zuerst ein wenig eingeschüchtert. Aber ihre Courage und Neugier sind stärker. Gemeinsam decken sie die dunklen Seiten der feinen Münchner Gesellschaft auf.
Meine Meinung: Dieses Buch ist eine interessante Mischung aus historischem Roman, zeitgenössischem Sittengemälde, einem Hauch Kriminalroman und einem Hauch Liebesroman. Die vermeintliche Hauptperson Anna Zech ist eine überaus sympathische Erscheinung, die ihren Platz in einer männerdominierten Gesellschaft sucht. Tatsächlich ist der Star aber das Münchener Leben kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs. Anna wirkt ein wenig naiv, ist aber prinzipientreu und geniest die Aufmerksamkeiten des Adligen Friedrich von Weynand, der als Skandalreporter Fritz Nachtweyh eine Zeitung betreibt. Von Weynand lebt zwischen zerrütteter Ehe, gesellschaftlichen Verpflichtungen und aufrührerischen Ideen. Zudem hat er sich in Anna Zech verguckt und wirbt hartnäckig um sie. Viele Nebenfiguren ermöglichen den Blick auf soziale Missstände, notleidenden Menschen und den wenigen Reichen, die ein Leben im Überfluss führen. Der Todesfall der Schauspielerin spielt eine untergeordnete Rolle und dient eher als Einstieg in diverse Nebenschauplätze, auch wenn am Ende eine plausible Auflösung präsentiert wird. Die atmosphärische Schilderung des Lebens der Menschen im München jener Zeit macht das Buch zu etwas Besonderen und hat mich süchtig nach mehr gemacht.
Fazit: Ein fesselnder Roman, bei dem das historische München und seine Bewohner im Mittelpunkt stehen. Mich hat der Titel begeistert und deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.
Bei „Fräulein Anna, Gerichtsmedizin: Prinzregentenmorde“ handelt es sich um den Auftakt zur Reihe „Die Gerichtsärztin“ aus der Feder von Petra Aicher. Hier möchte ich zunächst anmerken, dass ich persönlich den Titel des Buches eher unglücklich gewählt finde, denn Titel und Geschichte passen rückblickend für mich absolut nicht zusammen. Tatsächlich findet der Zusatz „Prinzregentenmorde“ bei der Suche des Buches absolut keine Rolle, so dass auch der nächste Band letztlich den gleichen Titel hat, ohne sich mit seinem Untertitel abzuheben.
Der Inhalt des Buches konnte mich dann aber schließlich überzeugen und das ist es ja was am Ende zählt. So fiel es mir leicht mich ab der ersten Seite in den angenehmen Schreibstil der Autorin fallen zu lassen, welcher im Hinblick der historischen Zeit dennoch leicht zu lesen war. Auch, dass die alteingesessenen bayerischen Protagonisten untereinander gerne im Dialekt sprachen, hat das ganze für mich sehr authentisch gemacht und mich direkt abholen können.
Anna und Fritz könnten unterschiedlicher nicht sein und schaffen es doch auf ihre ganz eigene Art in Ermittlungen zu einzutauchen, welche mich als Leser gefesselt und begeistert haben. Man merkt Anna auf den ersten Blick an, dass sie eine absolut zielstrebige Persönlichkeit ist, welche sich von nichts und niemanden einschüchtern lässt und Dinge auch hinterfragt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Im Gegensatz dazu, hatte ich mit dem teils doch eher berechnenden Fritz meine Schwierigkeiten und wurde nur langsam mit ihm warm. Der Verlauf zeigt aber doch, dass auch Fritz das Herz am rechten Fleck trägt, es allerdings gut zu verstecken weiß. Wer allerdings denkt, dass er hier einen erstklassigen Kriminalfall serviert bekommt, den muss ich leider enttäuschen, denn dieses Buch ist viel mehr als nur ein Krimi, ja zeitweise rückt gerade der Kriminalteil auch eher mal in den Hintergrund und bietet eine Bühne für die Denk- und Lebensweise der damaligen Zeit, welche meiner Meinung nach etwas zu ausführlich und dennoch sehr interessant dargestellt wurde. Aber auch die entstehende platonische Beziehung zwischen Fritz und Anna nimmt einen sehr großen Platz ein und so plätschert das Buch zeitweise auch eher mal vor sich hin, bevor es dann Ermittlungstechnisch wieder an Fahrt aufnimmt.
Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und bin bereits sehr auf den zweiten Band gespannt.
Die Hauptpersonen des Krimis sind Anna Zech, gelernte Krankenschwester, die eine Anstellung in der Münchner Gerichtsmedizin gefunden hat und der Adlige Friedrich "Fritz" von Weynand, der hobbymäßig ein Skandalblatt publiziert. Auf den ersten Blick ein seltsames Gespann, das sich aber im Laufe des Buches zusammenrauft und sich, wie ich finde, wunderbar ergänzt. Als eine Schauspielerin aus der Isar gefischt wird, erkennt Anna anhand von Kampfspuren an der Toten sofort, dass dies kein Suizid war. Da Friedrich von Weynand, getarnt als Skandalreporter Fritz, auf derselben Spur ist, versucht er über Anna an Informationen zu gelangen. Nach anfänglichem Disput verbünden sich die beiden zu gemeinsamen Ermittlungen. Mir gefällt, wie Petra Aicher die beiden Figuren zeichnet und wie stark sie Anna Zech im Laufe der Geschichte werden lässt. Nicht nur ihre Stärke bei Autopsien, sondern auch im Alltag haben mir imponiert. Vor allem ihre Reflexionen über die damalige Zeit und deren gesellschaftlichen Normen (Stichwort Heirat) gefielen mir beim Lesen sehr gut. Die historischen Hintergründe wurden gut recherchiert und stimmig in die Handlung eingeflochten. Auch ist der Krimi von Anfang an sehr unterhaltsam und spannend geschrieben. Er zeichnet dem Leser ein gutes Bild über die damalige Zeit um 1912 in München, wobei das Ende des Krimis für den Leser doch sehr überraschend ist. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, ihre Dialoge sind leicht und spritzig und haben mich häufig zum Schmunzeln gebracht. Ich mag die sehr unterschiedlichen Charaktere und ihr gekonntes Zusammenspiel.
Fazit:
Es war ein spannender und unterhaltsamer Krimi, der in der Zeit kurz vor dem „Ersten Weltkrieg“ spielt, den ich mit Vergnügen gelesen habe und den ich sehr gerne weiterempfehle.
Meine Meinung: Dieses Buch hat mich wirklich sehr positiv überrascht, denn mit Verlaub, leider empfinde ich das Cover als nicht wirklich gelungen, dafür ist es die Geschichte umso mehr ! Dieser Historische Roman ist für mich einer besten, welchen ich in den letzten Monaten gelesen habe und ein solcher, der aufgrund seiner unglaublichen Spannung und tollen Sprache auch wunderbar für Einsteiger in das Genre geeignet ist. Die Atmosphäre in diesem Buch ist dicht , schockierend und emotional . Die Autorin schafft es mit ihrem faszinierenden und packenden Schreibstil den Leser auf außergewöhnliche Weise an das Buch zu fesseln . Und nebenbei erschafft sie eindrucksvolle Charaktere, mit Schwächen und gleichzeitig einer inneren Stärke, die beindruckend ist. Die Charakter in diesem Buch wirken so real und so menschlich und jeder einzelne davon ist perfekt ausgearbeitet . Jeder noch so kleine Nebencharakter ist mit einer solchen Liebe zum Detail gestaltet , dass es einfach Spaß macht dieses Buch zu lesen .
Das Setting bietet einen unglaublich spannenden und eindringlichen Verlauf der Geschichte, in der einem die einzelnen Geschehnisse packen und begeistern. Dieses Buch steht in Sachen Spannung einem Spannungsroman definitiv in nichts nach, sondern ist unheimlich spannend und packend! Die Geschehnisse in diesem Buch , werden so eindringlich beschreiben , dass man in eine völlig andere Welt abtaucht , sobald man dieses Buch zur Hand nimmt . Und dies in einem Wechsel ,der die Nerven des Lesers anspannt und gleichzeitig ist dieses Buch so berührend .
Ein Roman ,der den Leser nicht loslässt und der einen Sog entwickelt dem man sich nicht entziehen kann .
Mein Fazit: Eine absolute Leseempfehlung , ein Jahreshighlight !
Ausgerechnet an ihrem ersten Tag in der Münchner Gerichtsmedizin, liegt vor Anna eine skandalumwobene, alternde Theaterdiva auf dem Obduziertisch. Erinnert er sie doch an dunkle Stunden aus der eigenen Familiengeschichte, lässt der Fall die junge Krankenschwester von nun an nicht mehr los. Im München von 1912, in dem sich so langsam die Stimmung des herannahenden ersten Weltkriegs abzeichnet, begegnet sie dann schnell einem charmanten, aber verheirateten Skandalreporter - dem Alter Ego des adeligen Fritz von Weynand mit seinen wohlhabenden Kreisen. Anna und Fritz freunden sich, auch wenn alle Vorzeichen und Gewohnheiten der Zeit gegen sie sprechen, an und verbringen viel Zeit im lebendigen Schwabing miteinander. Mehr oder minder zufällig verfolgen die Spuren der toten Schauspielerin und zeichnen die Wege ihres Schicksals nach.
Es handelt sich um ein farbiges Sittengemälde von München und seinen Gesellschaftsschichten im frühen 20. Jahrhundert und damit um eine wunderbare und kurzweilige Lektüre für Fans romantisch angehauchter, historischer Romane. Als Krimi lässt sich die Geschichte jedoch nur bedingt charakterisieren, da selten gezielt ermittelt wird, sondern alle Erkenntnisse zum grundliegenden Fall eher Zufallstreffer sind. Das tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch. Ein gelungener Serienauftakt!
Das Cover gefällt mir sehr gut und passend zum Buch, auch, wenn ich mir die beiden Hauptfiguren anders vorgestellt habe während dem Lesen.
Da ich München kenne, ist es spannend von Orten zu lesen, die man kennt und fragt sich, wie es sich im Vergleich zu heute vielleicht unterscheidet. Die Hauptfiguren sind sehr sympathisch und auch das immer wieder bisschen Bayerisch fällt finde ich sehr amüsant. Besonders Fritz finde ich sehr erheiternd. Ein Hallodri, der aber doch eine Moral und Anstand besitzt. Die beiden haben mir sehr viel Spaß gemacht zu lesen. Aber auch die beiden Doktoren, Gernhuber und Schmidt, mag ich sehr gerne.
Zwischendurch war ich leider etwas enttäuscht, da es sehr spannend und mit sehr netten Personen los ging, leider wurde es dann einige Seiten lang sehr langweilig. Ich war hier an dem Punkt, dass ich gesagt habe, dass ich Band 2 unter keinen Umständen lesen möchte. Dann nahm aber die Geschichte wieder etwas Fahrt auf und Anna und Fritz sind einfach so sympathisch, dass ich mich nun doch auf Band 2 freue. Aufgrund der Durststrecke bleibt es aber leider bei 3 Sternen.
Fazit: Ein guter Auftakt, der hoffentlich in Band 2 noch besser wird.
Die Krankenschwester Anna beginnt 1912 ihren ersten Arbeitstag in der Münchener Gerichtsmedizin. Die Tote ist keine Unbekannte. Anna glaubt nicht, dass es sich hier um Selbstmord handelt. Zusammen mit Skandalreporter Fritz ermittelt sie inmitten der Münchener Gesellschaft.
Anna wird als Frau und für ihr junges Alter erstaunlich gut in der Gerichtsmedizin aufgenommen. Die männlichen Ärzte schätzen ihre Fähigkeiten. Vielleicht ein bisschen Wunschdenken für das Jahr 1912, mir hat es aber gefallen. Die Autorin schafft es eine Atmosphäre zu erschaffen, die den Leser in die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg zurückversetzt. Der gesellschaftliche Stand der beiden Hauptcharaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ist gut beschrieben. Anna stammt aus ärmlichen Verhältnissen und trifft auf die Welt der Adligen. Doch auch dort bedeutet Reichtum nicht unbedingt Glück. Trotz der Unterschiede entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Der Roman ist weniger Krimi mit echtem Spannungsaufbau, sondern vielmehr ein Abbild der Zeit mit Wohlfühlcharakteren. Gute Unterhaltung für einen entspannten Lesenachmittag.
Diese Geschichte hat mir richtig gut gefallen, obwohl ich den Schreibstil der Autorin eher holprig fand. Es war gar nicht so die Wortwahl, die offensichtlich passend zum München Anfang des 20. Jahrhunderts gewählt war, sondern eher der Satzbau im Allgemeinen über den ich immer wieder stolperte. Auch war es nicht so richtig ein Krimi, die Morde waren eher ein Nebenschauplatz. Es ging viel mehr um die sehr junge Assistentin der Gerichtsmedizin und den zwielichtigen Journalisten, der eigentlich Baron ist. Die beiden waren mir sehr sympathisch. Sie zwar etwas naiv, aber auch immer schlagfertiger, er einigermaßen frech und selbstverliebt, aber irgendwie beide sehr angenehm zu lesen. Band 2 ist schon bestellt!
Bei dem Wort Gerichtsmedizin im Titel habe ich etwas anderes erwartet. Mir persönlich hat es aber sehr gefallen, wie schön die Entwicklung der Beziehung zwischen Anna und Herrn von Weynand und auch die Zustände in München aus Sicht verschiedener Gesellschaftsschichten beschrieben wurden. Auch die Auslöser des ersten Weltkriegs, wie die Situation gegen Ende geschildert wurde, war für mich sehr interessant, da sich leider in meinem bisherigen Geschichtsunterricht immer eher auf Fakten und Jahreszahlen konzentriert wurde. Die Personen habe ich sehr lieb gewonnen und ich freue mich bald den 2. Teil der Serie zu lesen.
Ich mochte das Cover schon sehr und war durch den Klappentext neugierig auf diesen Kriminalfall, der im München des frühen 20. Jahrhunderts spielt. Es geht um das Fräulein Anna, dass als gelernte Krankenschwester eine Stelle als Assistentin bei der Gerichtsmedizin beginnt. Auch wenn die beiden Ärzte eher mit einem starken kann gerechnet haben, ist Anna eine kluge Frau, die sich beim Anblick einer Leiche nicht übergeben muss. Ihre erste Begegnung mit dem Tod in der Gerichtsmedizin ist eine Wasserleiche, eine Schauspielerin. Das Schicksal der Schauspielerin geht ihr nicht aus dem Kopf. Dazu kommt, dass sie nach der Obduktion so wackelig ist, dass ihr ein unbekannter Mann anbietet, ihr einen Kaffee zu spendieren und sie unauffällig mit Fragen löchert...
Ich mochte den Charakter der Hauptprotagonistin sehr. Anna ist klug und selbstständig, sie stellt ihr ihren Wunsch, sich beruflich zu verwirklichen, sehr weit nach vor. Ihr macht die Arbeit Spaß, das merkt man. Es zeigt eine Möglichkeit eines Lebens im frühen 20.Jahrhundert für Frauen auf, das nicht durch Männer diktiert wird. Ebenso werden aber auch viele Lebenskonzepte ungeschönt eingefangen. Auch die politischen Umbrüche der Zeit sind sehr gut eingefangen, nicht zuletzt durch den männlichen Part des Ermittlerduos. Ich fand das Buch jedenfalls sehr spannend zu lesen!
München 1912 - Anna Zech, Krankenschwester, beginnt als Obduktionsassistentin in der Gerichtsmedizin. Spannend beschrieben, die ganzen Widerstände und Vorurteile, mit denen gerade eine Frau in diesem Beruf zu der Zeit zu kämpfen hat. Zuerst hatte ich ja den Gedanken, es gliche sich etwas mit 'Die Polizeiärztin Magda Fuchs' doch im Laufe der Geschichte entwickelte sich eine völlig eigenständige Dynamik und es hat richtig Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist eine spannende und das Ende der Geschichte zeigt schon die drohenden Schatten, dessen was aufzieht. Die Figuren sind gut und sehr plastisch ausgearbeitet, ich konnte alle Befindlichkeiten gut nachvollziehen. Die Lebensumstände der einfachen Leute zu der Zeit sind so gut beschrieben, dass ich die Enge und Verwahrlosung etc. fast sehen konnte. Die 'Gegenwelt' der Oberschicht war mir anhand der Figuren 'von Weynand' und 'von Arnsberg' fast ein wenig zu langweilig überspitzt. Doch letztendlich passte es in die Geschichte, was ich nicht gedacht hätte und an diese Auflösung hätte ich nicht gedacht, doch es ist schlüssig. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum Schluß, lässt einige Fragen offen, doch ich hoffe, es wird eine Fortsetzung geben.