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Lust: Fuckability, Orgasm-Gap und #metoo

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Wollust eine Todsünde? Das war einmal. Heute scheint eher ein lahmes Sexleben in diese Kategorie zu fallen. Doch genau so sieht immer häufiger die Realität aus: Noch nie hatte die Menschheit so wenig Sex wie heute. Und das, obwohl wir alle Möglichkeiten haben, uns auszuleben und Tipps für guten Sex inflationär an jeder (digitalen) Ecke obendrauf bekommen. Apropos Kommen: Was im Kommen ist, sind Beziehungen ohne Sex. Bloß spricht keiner darüber. Außer natürlich Henriette Hell. Sie fragt u. a., ob Sex immer asozialer wird und wir, sobald es ernst wird, den anderen lieber einfach ghosten. Aber sie erzählt auch umfassend und unverklemmt die Geschichte der einstigen Todsünde Wollust - sie hängt untrennbar zusammen mit der systematischen Unterdrückung der weiblichen Lust und deren Befreiung.

112 pages, Paperback

First published September 20, 2022

9 people want to read

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Henriette Hell

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Profile Image for Lesefruechte.
130 reviews1 follower
February 2, 2023
In unserem Alltag sind wir in verschiedenen Kontexten auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen mit „Lust“ konfrontiert. Pornos, Dickpicks, Masturbation… Das Tabu rund um Lust scheint verschwunden zu sein. Doch mit der zunehmenden Präsenz wachsen auch Erwartungshaltungen und damit der Druck. Der Druck möglichst früh möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, der Druck zum Orgasmus zu kommen… Die Liste ließe sich fortsetzen.
Doch wie hat sich die Lust des Menschen und der Umgang damit über die Jahrhunderte entwickelt?
Das schmale, circa 100 Seiten dicke Buch von Henriette Hell besteht aus kurzen, essayartigen Texten, in denen sich die Autorin verschiedenen Themen rund um Lust widmet, ohne einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu erheben, sondern ihre persönliche Perspektive betont.
Ihr Schreibstil ist humorvoll, spritzig, teilweise überspitz und umgangssprachlich. Dadurch gelingt es ihr, die Inhalte verständlich rüberzubringen, ohne sie dabei ins lächerliche zu ziehen.
Neben der Reise in die Vergangenheit über die Antike, das Mittelalter, die Weimarer Republik bis heute, behandelt Henriette Hell, unteranderem unter Eindruck ihrer persönlichen Erlebnisse, Themen wie Incels, sexuellen Missbrauch, #metoo, Genitalverstümmelung und den Orgasm Gap.
Die Autorin bringt auf den Punkt, spitzt zu und liefert eine Vielzahl an Informationen. Es lässt sich leicht weglesen, hinterlässt aber dennoch einen bleibenden Eindruck. Auch wenn die Inhalte nichts neues sind, so war es doch eine gute Lektüre, die die Aufmerksamkeit auf Themen richtet, über die gerne noch mehr gesprochen werden kann.
 
 
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