Von außen sieht dieses Buch ja irgendwie echt niedlich aus, der Titel klingt nach Romance und das Cover sagt zu mir, dass ich hier eine süße kleine Geschichte zwischen den Seiten finde, in der es vlt ums Meer geht oder so.
Tja, falsch gedacht: dieses Buch hat mich dolle überrascht. Es hat mich berührt und beeindruckt.
„Sag meinen Namen“ von Kimberly Wehr ist die Geschichte von Emillia, die seit dem Unfalltod ihrer Eltern von einer Pflegefamilie zur anderen gekommen ist und schließlich immer wieder in der Kinder- und Jugend-Psychiatrie landet. Sie leidet unter selektiven Mutismus, das heißt, sie redet nur mit ausgewählten Personen und wenn sie redet, dann ist sie auch nicht sonderlich gesprächig.
Dieses Buch tut weh, die Autorin hat es geschafft, Emilia so echt und so nah an den Leser:innen zu schreiben, dass ich nicht anders konnte als richtig dolle mit zu fühlen. Nicht nur Emilia, alle Charaktere sind einfach krass authentisch und haben ordentlich Tiefgang.
Der Schreibstil ist übrigens total poetisch, hab ich sehr geliebt! Ich finde es ist schon ne krasse Kunst, Worte so zu schreiben, dass sie richtig was bewegen in den Leser:innen. Die Geschichte selber ist sehr wholesome, ich will nicht zu viel spoilern, aber der Weg von Emilias Heilung ist nachvollziehbar und auch wie sie immer in die Kunst flüchtet, ist absolut logisch. Also wirklich von vorne bis hinten rund!
Das Buch zeigt auch Missstände in solchen Einrichtungen auf, so würd ich Ms. Prive am liebsten verkloppen für das, was sie Emilia angetan hat - auch wieder so ne Szene, die so eindrücklich beschrieben wurde und in der ich so hart mitgefühlt hab…
Ein tolles Buch. Ein schmerzhaftes Buch. Lesenswert und ein wertvoller Einblick in psychische Erkrankungen und den Umgang damit.