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Wege Der Liebe: Drei Erzählungen

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452 pages, Paperback

First published January 1, 1925

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About the author

Alexandra Kollontai

116 books299 followers
Alexandra Mikhailovna Kollontai (Russian: Александра Михайловна Коллонтай — née Domontovich, Домонтович was a Russian Communist revolutionary, first as a member of the Mensheviks, then from 1914 on as a Bolshevik. In 1923, Kollontai was appointed Soviet Ambassador to Norway, one of the first women to hold such a post (Diana Abgar was earlier).

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Jonas.
215 reviews3 followers
June 30, 2025
4,75/5- Möchte öfter mal 4,75 und nicht 5 Sterne vergeben, den 5 Sterne Büchern etwas von Exklusivität versprechen und so.
Dieses Buch ist so eines, welches auch gut darunter fällt.
Grundsätzlich finde ich Alexandra Kollontai erstmal eine fantastische, faszinierende Frau, auch wenn ich mich noch mehr mit ihren theoretischen Positionierungen beschäftigen muss.
Allerdings konnte ich mit diesem Werk denke ich schon einmal gut in sie und ihre Schreibweise hineinblicken.
Und diese Schreibweise hat mich auf jeden Fall schon einmal sehr beeindruckt.
Das Buch ist in drei Geschichten eingeteilt, wobei die ersten Beiden eher klassische Kurzgeschichten bzw. kürzere Geschichten sind und die Letzte praktisch ein ganzer Roman ist.
Die erste, sowie die dritte Geschichte haben mich sehr beeindruckt.
In der ersten Geschichte beschäftigt sie sich mit der Diskrepanz zwischen körperlicher und romantischer Nähe/ Zuneigung und behandelt dieses Thema. Das finde ich gerade hinsichtlich der damaligen Zeit und den sehr starren Rollen-und Familienbildern beeindruckend.
Der Roman zum Ende war auch wirklich toll. Er zeigt die Abhängigkeiten, die Frauen selbst nach der Revolution der Bolschewisten noch zu ihren Männern hatten und wie diese auf verschiedenste Arten in eben diese gezwungen werden, das System jedoch auch eben die Möglichkeiten stellt, aus diesem herauszukommen, auch wenn es teilweise sehr schwierig ist.
Und wow, war die damalige Romantik von Lovebombing dominiert.
Lediglich die zweite Geschichte hat mich nicht wirklich abgeholt, das ist aber weniger enttäuschend, da diese auch lediglich 20 Seiten lang ist.
Profile Image for Lilli.
8 reviews1 follower
November 28, 2024
Drei wirklich schön geschriebene Geschichten, die Fragen aufwerfen, die heute immer noch aktuell sind. Zugleich ist es nicht belehrend oder zeichnet die idealen kommunistischen Menschen, stattdessen wird gut dargestellt, wie schwer es ist sich mit eigenen Prägungen auseinanderzusetzen. Außerdem bietet das Buch auch (vor allem in der letzten Geschichte) einen Einblick in den Alltag und schneidet auch Themen wie die NEP an. Sehr zu empfehlen!
Profile Image for Dovydas.
1 review
September 28, 2019
Einen Stern für die Sowjetunion, drei Sterne für Schreibkunst und Inhalt. Liest sich gut weg ohne je an Substanz zu verlieren. Wahrheit ist bekanntlich immer konkret, deswegen muss man in den Geschichten (zwei von den dreien sind recht kurz) nicht lange nach ihr suchen. Unangenehm sind Wahrheiten auch oft, Stichwörter Eifersucht und Neue Ökonomische Politik. Themen, die hier buchstäblich Hand in Hand gehen. Bonus-Stern für das ergreifend schlichte Ende.

Dass die deutsche Übersetzung übrigens den Buchtitel verhunzt hat ist ein ärgerliches Versäumnis - den Flieder kündigt er generisch an, aber die Arbeitsbienen lässt er außen vor.
Profile Image for  Kiki.
1 review1 follower
August 9, 2021
Alexandra Kollontai beschreibt in drei Kurzgeschichten, wie Frauen in der jungen Sowjetunion mit dem Wandel von Liebesbeziehungen, weg von bürgerlichen Idealen hin zu sozialistischen »Wege der Liebe«, umgehen. Dabei sind für Kollontai sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt der Beziehungskonstellationen ein zentraler Baustein für eine (post-)revolutionäre Gesellschaft. Die Schilderung dieser Einzelschicksale in der Sowjetunion soll stellvertretend für die Erfahrungen und Herausforderungen von Frauen stehen, die nicht nur gegen die festgetretenen Vorstellung von Liebe in ihrem Umfeld und ihrer Familie, sondern auch in sich selbst kämpfen. Dabei geht es Kollontai weniger darum wissenschaftliche Fallbeispiele aufzuzeigen als mit Alltäglichkeit den Leser:innen die Konflikte eines Umbruchs im Privaten näherzubringen.
So wird in der ersten Kurzgeschichte »Drei Generationen« ein Konflikt zwischen Olga, ihrer Tochter und Olgas Mutter behandelt, welcher unter anderem Abtreibung, Sex außerhalb der Beziehung, sowie Zuneigung thematisiert.
In »Schwestern« geht es um Ehe, Ehebruch und Prostitution. Diese Geschichte trumpft vor allem mit ihrem Aufruf zu Solidarität unter Frauen auf. Auch die enthaltende Kritik an Care-Arbeit und der Vernachlässigung alleinerziehender Frauen ist erschreckend zeitlos.
Die dritte Kurzgeschichte »Wassilissa Maligyna« ist die komplexeste der drei, schwächelt aber gerade durch diesen versuchten Ausbau von Charakteren und deren Beziehungen. Jedoch ist der zentrale Konflikt zwischen eigenen Überzeugungen und der gelebten Realität mitsamt der emanzipatorischen Entwicklung der Protagonistin spannend und identifikatorisch.
Trotzdem wird als Leser:in kaum eine emotionale Beziehung zu den Figuren aufgebaut, was jedoch weder Lesefluss noch inhaltlichen Appell schwächt. Es kann Kollontai als Stärke ausgelegt werden, dass sie es schafft, trotz Prosa-Erzählungen sachlich die Umstände darzustellen und klare Anknüpfungspunkte für theoretische Überlegungen zu schaffen. So entsteht mit »Wege der Liebe« ein kurzes Manifest für feministische Selbstbefreiung.

Der Roman bietet wertvolle sozialistisch-feministische Betrachtungsweisen auf verschiedene Arten zu Lieben und zusammenzuleben. Kollontai leistet damit eine nicht nur für ihre Zeit wichtige Kritik an bürgerlicher Beziehung, sondern kann auch erstaunlich gut Anschluss in gegenwärtigen Diskursen und Überlegungen finden. Denn nicht nur in konservativen, sondern auch bis weit in kommunistische Kreise hinein lassen sich antifeministische, unaufgeklärte und zwanghafte Vorstellung von Lebens-, Liebes- und Eheformen finden. Umso wichtiger ist es diese auch im eigenen Umfeld zu hinterfragen und zu reflektieren. Alexandra Kollontais Werke mitsamt ihrer feministisch-aufklärerischen Gedanken sollten spätestens heutzutage ein unverhandelbarer Basisteil der sozialistischen Theorie bilden.
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