Bestimmt gibt es auch eine Zeit für das Privatleben. Frau. Kind. Später. Ich war erst 31. Zwischen dreißig und vierzig muss man brennen.
Ein junger Banker, auf dem Sprung zur großen Karriere. Eine Literaturübersetzerin, auf der Flucht vor dem schön eingerichteten Leben mit Weinklimaschrank und Salzmühle mit Peugeotmahlwerk. Ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst. Drei Menschen, die sich unversehens in abenteuerlicher Abhängigkeit befinden. Wie konnte es dazu kommen? Eine Bank, ein Leben ist schnell ruiniert. Das ist das Erschreckende, aber auch das Komische an diesem Roman, der mit großer Leichtigkeit von unheimlichen Zeiten erzählt.
Jasper Lüdemann hat es geschafft. Er ist aus dem Back Office in den Händlersaal der großen Investmentbank in Chicago aufgestiegen, Desk 3, Futures und Optionen. Jetzt kann er zeigen, was in ihm steckt. Privatleben ist abgemeldet. Zwischen dreißig und vierzig muss man für die Karriere brennen. Meike ist Übersetzerin. Der Bestsellerautor Henry LaMarck ist »ihr« Autor, ihre Existenzgrundlage. Den versprochenen großen Roman hat er nicht abgeliefert und ist auch nicht erreichbar. Um ihn zu finden, ist sie in Chicago. Henry LaMarck ist von der Verlagsparty zu seinem sechzigsten Geburtstag abgehauen und in einem Hotel untergetaucht. Er kann nicht mehr schreiben, er ist einsam, aber er hat sich verliebt. In ein Foto von einem jungen Banker, der verzweifelt auf die fallenden Kurse starrt. Fallende Kurse. Seit Jasper Meike in einem Cafe getroffen hat, brennt er für sie. Um ihr zu imponieren, zeigt er ihr, wie man Geschäfte macht. Er kauft Optionen ohne Kundenvollmacht. Erst macht er Gewinn. Dann Verluste, existenzgefährdende Verluste. Eine aussichtslose Lage, bis er Henry LaMarck begegnet. »Das war ich nicht« erzählt von drei Menschen, deren Leben durch Zufall in eine abenteuerliche Abhängigkeit gerät. Und gäbe es nicht die Möglichkeit der Liebe, vielleicht auch ihre Unmöglichkeit, die dem Leben eine andere, unvermutete Wendung gibt, wer weiß, ob sich ein Ausweg finden würde. Eine Bank, ein Leben ist schnell ruiniert. Das ist das Erschreckende, aber auch das Komische an diesem Roman von Kristof Magnusson, der eine große Spannung entfaltet und unvergessliche Charaktere schafft.
Das ist so ein Roman, der völlig unprätentiös daherkommt sowohl marketingmäßig, denn er ist mir bei all meinen Freunden in Buchnetzwerken nie empfohlen worden, als auch durch die Geschichte, die ohne Schnörkel ganz alltäglich und leise beginnt.
Die Schicksale dreier Menschen, die normalerweise nie persönlich etwas miteinander zu tun hätten, ein alternder berühmter amerikanischer Autor mit Schreibblockade, seine deutsche Übersetzerin und ein deutscher Börsenmakler, der in Chicago arbeitet, werden derart gekonnt miteinander verknüpft, dass es eine Freude ist. Alle drei verhalten sich plötzlich anders und ändern ihr Leben abrupt, was zwangsläufig zuerst kleine Kalamitäten verursacht und letztendlich in einem totalen persönlichen Chaos mündet. Der Autor webt zudem im Roman ein komplexes, spannendes, witziges Dreiecks-Beziehungsgeflecht, in dem sich die handelnden Personen auch noch gegenseitig massiv ins Leben pfuschen.
Normalerweise mag ich es ja gar nicht, wenn beispielsweise in einem Thriller die Handlungsstränge so angeordnet sind, dass Kommissar Zufall den Plot massiv beeinflusst. In dieser Geschichte werden die Zufälle derart inflationär und auch selbstkritisch augenzwinkernd eingesetzt, dass es eine Freude ist, dem Autor dabei zuzusehen, was er sich jetzt wieder gegen alle Wahrscheinlichkeiten einfallen läßt. Irgendwie funktioniert die Story so perfekt wie das Raumschiff mit Unwahrscheinlichkeitsantrieb in Douglas Adams Hitchhilkers Guide to the Galaxy.
Die humorigen Verirrungen und Verwirrungen schwellen stetig an und gipfeln in einem desatrösen, gleichzeitig erfolgreichen Finale, Börsencrash, Pulitzerpreis und jede Menge Opfer als Kollateralschaden inkludiert (die haben es ohnehin verdient). Die liebevolle Figurenkonzeption der gambelnden geldgeilen Aktienhändler und der eitlen Fatzken des Literaturbetriebs inkl. Gesellschaftskritik verleihen der Geschichte zusätzlich eine gehörige Portion Ironie. Auch der Wortwitz ist nicht schreiend komisch ala Schenkelklopfmentalität angelegt, sondern subtil und mit feiner Klinge geführt. "Also kippte ich mit den Jungs ein paar Guinness. Sie redeten über Handys, Heimkinos und Sportwagen, denen Sie das Recht auf einen komplizierten Charakter zubilligten. Im Gegensatz zu Frauen."
Fazit: Eine positive Überraschung und absolute Leseempfehlung. Einen Stern ziehe ich mit Bedauern ab, weil der Start in die Story etwas mehr Tempo verdient hätte und weil die allerletzte Szene mit Regine viel besser hätte sein können - ist einfach kein würdiger Abschluss für so ein witziges Buch.
Oh, ist das ein cooles Buch. Wenn ich einen Tipp geben darf: nicht viel vorher informieren, einfach lesen. Es ist viel schöner, nicht zu wissen, was kommt. Sehr schön geschrieben.
In seiner Abstrusität ist der Roman von Kristof Magnusson dann doch wieder irgendwie "likeable". Die Geschichte der drei Protagonist:innen, jeweils aus der eigenen Perspektive erzählt, könnte konstruierter nicht sein (deutscher Trader in Chicago trifft deutsche Übersetzerin trifft "ihren" amerikanischen Autor trifft deutschen Trader - und das alles "zufällig"), aber es ist interessant zu verfolgen, wohin das denn alles führen wird. Wirklich identifizieren konnte ich mich mit keinem/r der Charaktere und viele ihrer Handlungen waren für mich schlichtweg absurd. Aber die "Londoner Gespräche" von Henry LaMarck und andere kleine Details haben mich schmunzeln lassen. Schnelle Wochenendlektüre oder für lange Bahnfahrten.
Wer sich dieses Coverfoto ausgedacht hat, hat dem Autoren keinen Dienst erwiesen. Dieses Buch ist von außen grau und völlig unscheinbar, innen aber - Überraschung! - ausgesprochen lesbar. Ich gebe zu, dass ich von den Vorgängen in der Bank kein Wort verstanden habe - und trotzdem! Es hat Spaß gemacht zu verfolgen, wie sich die Lebenswege von drei ganz unterschiedlichen Menschen aufeinander zulaufen, schließlich kreuzen und wo das Ganze endet.
Ich konnte mit den Protagonisten und ihren Motiven (wenn sie denn welche hatten) auch nicht viel anfangen. Aber irgendwie fand ich das Chaos, das sie umgeben hat, auch amüsant und so konnte ich mich zumindest ein wenig auf das Buch einlassen. Wirklich toll fand ich es trotzdem nicht, aber ein Flop war es für mich auch nicht.
Erzählt wird aus der Perspektive dreier Personen. Zum einen ist da Jasper Lüdemann, ein junger deutscher Trader, der bei einer amerikanischen Investmentbank die große Karriere machen wollte, sich in seinem Job aber, wenn er ehrlich ist, eher langweilt, nicht die tollen Aufstiegschancen bekommen hat, die er sich erträumt hatte, und auch menschlich in Chicago wenig Anschluss findet. Und eines Tages macht er im Bestreben, einen Fehler zu vertuschen, den Anfang zu einer Kette von Manipulationen im Handelssystem seiner Bank.
Meike Urbanski ist aus Hamburg geflüchtet, bei Nacht und Nebel aus der gemeinsamen Wohnung mit Arthur ausgezogen, abgehauen aus dem Freundeskreis, der sich gegenseitig mehr die scheinbar perfekte Welt vorspielt als sich wirklich viel zu bedeuten. Als Übersetzerin des amerikanischen Spitzenautors Henry LaMarck hat sie sich in der deutschen Literaturwelt einen Namen gemacht und wartet nun sehnsüchtig auf dessen neuestes Manuskript.
Doch Henry, der Dritte im Erzähler-Bunde, leidet an einer üblen Schreibblockade und ist deswegen untergetaucht, hat sich unter falschem Namen in einem Hotel eingemietet und hofft, dass ihn niemand findet.
Die Wege der drei kreuzen sich schließlich, zunächst unwissentlich, in Chicago ...
... und an diesem Punkt habe ich dann beschlossen, die Lektüre doch abzubrechen. Ich war vorher schon einmal kurz davor, als Jasper absätzelang die Details seiner Börsengeschäfte dargelegt hat, was mich einfach null interessiert hat, auch wenn der Autor sich durchaus Mühe gibt, die Vorgänge auch für Laien verständlich zu erklären, aber etwa fünfzig Seiten später habe ich doch das Handtuch geworfen.
Protagonisten müssen mir nicht sympathisch sein, damit mir ein Buch Spaß macht. Diese drei Menschen aber haben mich einfach völlig kalt gelassen. Ihre Beweggründe wurden mir nicht klar und ihre Handlungen wirkten aufgesetzt und konstruiert auf mich. Auch sprachlich fand ich das Buch eher emotionsarm und irgendwie "grau", farblos. Ein Querleseblick auf die zweite Buchhälfte zeigte dann auch noch Entwicklungen, die ich reichlich albern fand, also verbuche ich das jetzt einfach mal unter Buchflop.
Ein Buch was ich las, als ich gerade kein anderes zur Hand hatte - und ein Buch, welches mich sehr positiv überraschte. Dies hier ist eine Kurzrezension. Eine knappe Kundgebung meiner Meinung, also. Kristof Magnusson erzählt aus drei verschiedenen Perspektiven (wie im Klappentext erwähnt). Jeder der Charaktere schafft es, den Leser für sich einzunehmen, obwohl sie anfangs über die jeweils anderen nicht immer schöne Sachen denken. Der Schreibstil ist perfekt an die aktuelle Sichtweise angepasst, sodass man, wenn er nicht schon durch Kapitel gekennzeichnet wäre, den Personenwechsel auch so sehr gut hätte nachvollziehen können.
Der Humor dieses Buches ist nach meinem Geschmack und brachte mich oft zum Schmunzeln. Die Handlung führt durch viele Irrungen und Verwirrungen, die die Charaktere am Ende auf seltsame Weise miteinander vereint. Dies ist dem Autor großartig gelungen. Auch wenn das Buch vom Äußeren her nicht so ansprechend ist, ist der Inhalt umso unterhaltsamer. Das Ende fand ich jedoch ein bisschen schnell und es war nicht ganz so wie ich es mir gewünscht hätte... doch trotzdem: Eine perfekte Lektüre für entspannte Tage!
Изненадващо несъстоятелна книга, която прочетох, защото изпитах нужда от нещо на български, а ми беше под ръка. Може би най-близкото до булеварден роман, което съм изсърбвала до края през последните години. Нито един самостоятелен, жив образ, смешно нагласен сюжет, никакво литературно майсторство - словесната тъкан е базисна, както и всичко останало, културният багаж е като на четящо списания в чакалнята юпи. Нищо не научаваш, няма какво да запомниш. Двете звездички са за борсовата линия, която ми беше смътно любопитна. Макар че едната би трябвало да я махна заради видимото отсъствие на коректор, което за екип като този наистина ме учудва.
Huh ??? ... what's the hype all about ? it's cleverly written and mildly amusing, but actually quite forgettable. There's no real substance, the characters lack individuality, the story hinges on a few slap-sticky moments ... WTF ???
A banker, a writer, a translator. Their paths cross. Carefully structured. Reads well. An instructive and informed insight into the world of finance. And an entertaining story. Not without humour.
Ein sehr interessantes Buch in dem verschiedene einzelne Schicksale sich allmählich verstricken. Mit dieser Erwartung list man auch das Buch, sofern man den Klappentext überflogen hat. Und somit wartet man gemächlich das sich die Charakteren doch endlich treffen. Doch immer wenn die erwartete, vermeintliche Auflösung ihrer Verstrickung heranschleicht und sich die Wege der Charakteren kreuzen, so findet man an Stelle von Antworten, noch mehr neue Fragen. Und die eigene Theorie wie die drei den wohl zueinander Stehen ist abermals zu verwerfen.
Nur Finanztechnisch, ist mir das Ende des Buches nicht ganz verständlich:
Warum so spitzfindig? Nun die Protagonistin selbst beschreibt die kleinsten Ungereimtheiten in den Büchern von Henry und warf ihm auch vor er arbeite viel zu ungenau. Da fragte ich mich wie präzise die Sachlagen in all den Büchern die ich lese auch wirklich sind und las die darauf folgenden Seiten sehr genau. Ich übergebe dazu die Verantwortung vollständig dem Autor, da er mich überhaupt auf diese Idee brachte.
Henry je na moč slaven pisatelj. Takšen, ki je dobil Pulitzerjevo nagrado, njegov tesni prijatelj pa je tudi, kdo drug kot Elton John. Mieke je njegova nemška prevajalka. A takšna, ki opazi vse nepravilnosti v Henryjevih knjigah in mu o njih tudi piše. Jasper pa je eden tistih borznih posrednikov, ki živi samo za službo. Henryju uide, o čem piše novo knjigo. O slavnem enajstem septembru. Le da knjige sploh ne piše. Mieke čaka, da prevede to najnovejšo knjigo. Celo v dolgove zaide, ker čaka na predujem. A knjige seveda ni, Mieke pa iz Nemčije odide kar v Chicago. Ja, poiskala bo pisatelja in ga prepričala, da ji odda knjigo. Po nenavadnem spletu okoliščin se vsi trije junaki povežejo. Jasper, navidez čisto slučajna oseba, a se izkaže, kot da prav on osebno povzroči tisti finančni zlom leta 2008 s svojimi mahinacijami na borzi, posledično je tudi Henry prepričan, da je ostal brez denarja. Prvič po mnogih letih se zave, koliko stane sendvič, koliko koka kola. Naj vam več ne izdam. Res simpatičen roman, s kančkom ironije, humorja in brez tiste želje mnogih pisateljev: knjiga mora imeti res globok pomen. Ima ga, a vse skupaj je bolj parodija, na marsikaj, kar nam kroji življenja. Sproščujoč, pa tudi zabaven roman, vsekakor.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die drei Hauptprotagonisten sind gut gewählt und passen sehr gut zusammen. Die Geschichten sind mit sehr viel Witz erzählt, wodurch man direkt eine Verbindung zu den Protagonisten aufbaut, man findet alle drei einfach direkt sympathisch. Das Buch konnte man sehr schnell und leicht lesen. Ich musste sehr oft schmunzeln und war fast ein bisschen traurig, als ich das Buch fertig gelesen hatte. Die Geschichte hätte gerne länger sein können, da es so angenehm zu lesen war.
Un romanzo a tre voci. Divertentissimo. I protagonisti non si possono non amare. Le loro sgangherate esistenze apparentemente così perfette si incontrano tra Chicago e la Germania. In mezzo la crisi economica del 2008 metafora della loro fragilità.
Eine nette Abwechslung für zwischendurch, ein spannendes Ende, das schmunzeln lässt. Wenn es doch so einfach wäre...
Die Wege dreier Personen kreuzen sich in diesem Roman: Henry, der erfolgreiche, aber unter einer Schreibblockade leidende Schriftsteller aus Chicago, Meike, seine nervige Übersetzerin ins Deutsche, und Jasper, der Möchte-gern-Banker.
Der Inhalt umfasst einen Banker-Krimi, eine kleine Liebesgeschichte und eine Midlife-Crises.
Dreieinhalb Sterne für die gelungene Unterhaltung!
This was an extremely enjoyable read. The structure of the narrative and the plot twists reminded me of one of my favourite authors, Jonathan Coe. My only problem was that I did not like any of the three main characters, even if I wanted to. Jasper is shallow, Henry is an arrogant bore and Meike is, for a lack of a better word, a bitch. They are all horribly self-centered and there is no redemption, despite Henry's decision to start caring about others. This book is nonetheless fantastic.
Guter Plot. Leicht, witzig, unterhaltsam. Ja, gut. Nicht " tief schürfend". Die Charaktere etwas flach. Bin ich etwa auch so? Etwas flach? Sollte ich sein neues Buch wirklich runterladen? Done!
leichtes lesevergnügen, aber teilweise zu einfaches handwerk. deus ex machina wirkt, genau wie das ende, etwas abrupt. ist mir zu offen, sowohl bei der figurenbeschreibung, als auch beim ende.