Kate erzählt rückblickend die Geschichte von Frankie, ihrer älteren Schwester. Es ist 1967, ein regenarmer Sommer in Hongkong. Die beiden Mädchen, "weiße Geister" werden sie wegen ihrer Hautfarbe von den einheimischen Kindern gerufen, verbringen viel Zeit miteinander, stromern draußen herum oder werden von ihrer Amme Ah Bing getadelt. Der Vater ist als Kriegsfotograf für das Times Magazine in Vietnam und schickt seinen Töchtern Tonbänder, auf denen er ihnen fantastische Geschichten erzählt. Die Mutter versteckt schlechte Zeitungsnachrichten vor den Mädchen und malt zarte Aquarelle, in denen Abfall, Gestank und die Folgen der Kulturrevolution fehlen. Sie wäre gerne zurück in Vermont, aber fürchtet, ihren Mann dadurch ganz an den Krieg zu verlieren. Frankie ist wild und laut, nutzt auch mal ihren aufgeblühten Körper um sich in den Mittelpunkt zu stellen. Als wäre nicht genügend Liebe für sie da. Kate ist schmächtig, liebt ihre Schwester und scheint doch immer stärker unter deren Wetteifern nach Aufmerksamkeit zu leiden: "Ich will nicht deine Geheimnis-Schwester sein, wenn das, was du erzählst, nur Lügen sind. Wenn du mich nie nach den Litschis fragst." (S. 187) Denn den beiden Mädchen ist etwas widerfahren, was sie unterschiedlich verarbeiten und sie voneinander entfernt. - Es ist ein sinnliches Buch, voller Gerüche und Farben, feucht und heiß wie jener entfernte Sommer in Hongkong. Diese Beschreibungen haben die Umgebung lebendig werden lassen, aber es dauerte eine Weile, bis ich mich auch wirklich zur Geschichte der Mädchen einen Bezug aufbauen konnte. Das letzte Drittel ist jedoch sehr intensiv und ist es wert, durchzuhalten.