Ich war noch nie in Russland, aber die Faszination für dieses Land wurde von Boris Reitschuster geweckt. Niemals hätte ich gedacht, dass Russland so spannend, aufregend und anders ist. Das Lesen des Buches war ein absoluter Genuss, denn immer wieder war ich erstaunt über das Leben unter Bedingungen die man wirklich nur ‚Russki Extrem‘ nennen kann. Nach der Lektüre weiß man erst einmal wieder zu schätzen, welch Vorteil es ist in Deutschland zu wohnen. Denn wie Boris Reitschuster schon schreibt ‚was für Russen ein Wunschtraum ist, bedeutet für Deutsche eine Krise‘. In wie weit der Autor vielleicht Situationen und Gegebenheiten überspitzt hat, vermag ich nicht zu sagen, aber ganz klarer Respekt für alle, die in Moskaus Fahrstühlen hängen bleiben und denen ohne Vorwarnung für Wochen das Wasser abgestellt wird. Boris Reitschuster hat einen sehr amüsanten und guten Schreibstil. Sympathisch schafft er es dem Leser das Leben in Moskau nahe zu bringen. Er wird dabei zwar nie wirklich persönlich, aber das fällt beim Lesen kaum auf und es passt auch zu dem Buch. Russland bzw. Moskau ist der Hauptcharakter von ‚Russki Extrem‘. Einziger Minuspunkt war, dass das Thema Korruption ein wenig zu Tode geritten wurde. Irgendwann sollte jedem klar gewesen sein, dass es sehr viel Korruption gibt. Dafür hätte ich lieber noch weitere Kapitel über das Familienleben, den Alltag, Freundschaften etc. gelesen. Ganz klar will ich nun noch mehr über Russland erfahren.
Positiv: - Man erfährt sehr viel über Russland - Der Autor hat einen amüsanten und sehr guten Schreibstil - Es wird eine absolute Faszination für Russland und das russische Leben aufgebaut
Neutral: - Dieses Buch bezieht sich hauptsächlich auf Moskau
Negativ: - Das Thema Korruption wurde ein bisschen zu sehr ausgereizt
Wer Russland kennt und liebt, wird es lieben - und trotzdem den kritischen west-deutschen Unterton wichtig finden... - wer Russland nicht kennt und eine Vorstellung vom Alltag haben möchte: dringende Empfehlung!