Amerika, das Land der gar nicht so unbegrenzten Möglichkeiten
Fazit:
Ein durchweg interessantes und schlaues Buch, dass die Amerikanische Außenpolitik kritisch in den Blick nimmt und diese in Relation zu den innenpolitischen und wirtschaftlichen Problemen setzt, die den Vereinigten Staaten (stand 2008) bereits seit einigen Jahrzehnten zunehmend zusetzen. Die Geschichte hat einige der Befürchtungen Bacevichs im Nachhinein bestätigt. Bereits kurz nach der Veröffentlichung des Buches stürzten die Vereinigten Staaten, und nach ihnen die ganze Welt, in eine Wirtschaftskrise, deren Auswirkungen bis heute weltweit spürbar sind. Man täte meiner Ansicht nach gut auf die im letzten Kapitel angemerkten Lehren des Autors und die von ihm oft zitierten Ratschläge Reinhold Niebuhrs zu hören, da man einiges daraus lernen kann. Schade ist lediglich, dass dieses Buch mit seinen gut 200 Seiten nicht besonders ausführlich ist, weshalb ich hier nur vier Sterne gebe.
Hier noch eine Zusammenfassung der einzelnen Kapitel:
(Einleitung)
Der Militärhistoriker und Professor für amerikanische Außenpolitik blickt auf die gegenwärtige militärische, wirtschaftliche und politische Situation der Vereinigten Staaten von Amerika, und fällt ein gar sehr ernüchterndes Urteil. Über die vergangenen Jahrzehnte (Stand 2008) nach dem kalten Krieg war die amerikanische Außenpolitik geprägt von einem beispiellosen Interventionismus mit katastrophalen Folgen auf sämtlichen Seiten. Vor diesem Hintergrund identifiziert Andrew Bacevich drei große Krisen mit denen die Vereinigten Staaten zu kämpfen haben. Einer militärischen, einer wirtschaftlichen, und einer politischen Krise. Diese sind allerdings nicht unabhängig voneinander zu betrachten, sondern stehen in einem engen Zusammenhang miteinander. Diese Krisen sind auch keineswegs neu sondern haben sich bereits seit den sechziger Bzw. siebziger Jahren langsam aber sicher angebahnt.
Im ersten Kapitel geht der Autor genauer auf die wirtschaftliche Krise, die Krise der "Verschwendungssucht" ein, und stellt dabei fest, dass sich das unter den Amerikanern verbreitete Verständnis der Werte "Freiheit, Leben und Streben nach Glück" in der Zeit seit dem zweiten Weltkrieg verändert hat. Ein puritanischer Arbeitsethos und ein Ethos der Selbstverleugnung haben einer auf Konsum, Genuss und Erwerb basierenden Selbstbefriedigungsethik platz gemacht. Diese wird von Bacevich historisch in Relation zu dem bereits in der amerikanischen Geschichte etablierten Drang zum Expansionismus zwecks des Erwerbs von Reichtum und Macht verortet. Der romantischen Verklärung der Amerikanischen Geschichte als einer telelogischen Befreiungsmission erteilt er dabei einer Absage. Daraufhin erläutert der Autor den historischen Hintergrund der sich in den letzten 60 Jahren (stand 2008) intensivierenden Verschwendungskrise der Vereinigten Staaten. Während die USA sich in den späten 40er und frühen 50er Jahren in einer Situation der beispiellosen militärischen und wirtschaftlichen Vormachtstellung befand, bahnte sich bereits in den 60ern eine Katastrophe langsam an. Die hohen Kosten des Vietnamkrieges und die zunehmende Abhängigkeit von ausländischem Öl führten zu wirtschaftlichen Problemen und der großen Stagflation von 1973. Präsident Carter, der die Probleme der gegenwärtigen Energie und Konsumpolitik erkannte und an das Volk mit Enthaltsamkeit appellierte und eine neue und nachhaltigere Energiepolitik forderte musste sich einem dem Volk näherstehenden Ronald Reagan geschlagen geben der daraufhin die Militärausgaben erhöhte, entgegen seiner eigenen Versprechen den Staatsapparat weiter ausbaute, und den Einflussbereich der Vereinigten Staaten durch die Unterstützung Afghanistans und des Iraks unter Saddam Hussein zu erweitern suchte. Unter den folgenden Präsidenten Bush Senior und Clinton kehrte sich diese Politik gegenüber Hussein um wobei die Neigung den amerikanischen Einflussbereich und "american way of life" durch militärische Interventionen am persischen Golf zu sichern beibehalten wurde. Was folgten war die "Operation Desert Storm", sowie heftige Bombardements mit Marschflugkörpern gegenüber den Irak und dem Iran und heftige Sanktionen gegenüber ersterem. Bush übernahm diese Politik und begann mit seinem Angriff auf Afghanistan 2001 offiziell seinen "Krieg gegen den Terror" der allerdings auf die ganze Islamische Welt unter dem Vorwand der "Befreiung" ausgeweitet werden sollte. Dabei machten ihm nicht allein die seit Reagan sich stetig verstärkenden wirtschaftlichen Probleme (eine sich stetig erhöhende Staatsverschuldung, Handelsdefizite, Bundesdefizite sowie ein Volk dessen Sparquote gegen Null ging) zu denen nun auch die gigantischen Summen die der Krieg bis zum Jahr 2007 allein gekostet hat gehörten, sondern auch der Widerstand im Irak einen Strich durch die Rechnung. Entgegen der angenommenen schnellen und kurz andauernden militärischen Operation begannen kurz nach dem Sturz des Saddam Regimes bereits die Aufstände zu denen 2006 ein Bürgerkrieg hinzugetreten ist. All das während die Amerikanischen Soldaten in der "grünen Zone" festsitzen und den Amerikanern zudem die Truppen ausgehen. Gleichzeitig steuerte Amerika direkt auf die Wirtschaftskrise von 2008 zu.
Im zweiten Kapitel geht Bacevich auf die Politische Krise ein, die im wesentlichen darin besteht, dass sich seit dem zweiten Weltkrieg unter der Ideologie der "Nationalen Sicherheit" ein Machtgefälle zugunsten der Exekutive und auf Kosten der Legislative ergeben hat, die den Präsidenten zunehmend mit einer imperialen Vollmacht ausstattet. Genauer gesagt trat der Kongress seit dem zweiten Weltkrieg in einer Reihe von Angelegenheiten die auch nur entfernt irgendwie mit der Nationalen Sicherheit zu tun hatte zunehmend Befugnisse an die Exekutive ab und ist seitdem eher damit beschäftigt Schauveranstaltungen abzuhalten und die Wiederwahl seiner Mitglieder durch politisch motivierte Geschenke, Wahlkreisverschiebungen und die Protektion bestimmter Wählergruppen zu garantieren während der Status Quo erhalten wird. Gut zeigt dies laut Bacevich das nicht eingehaltenen Versprechen des Kongresses 2006, eine große Wende im Irakkrieg herbeizuführen. Das Ergebnis ist eine dysfunktionale Politik die nicht einmal grundlegende geplante Reformen des Gesundheitswesen und der Sozialversicherung durchzusetzen vermag. Diese Ideologie der Nationalen Sicherheit ist von der Vorstellung des amerikanischen Exzeptionalismus und Militarismus umgeben und behauptet sich nicht aufgrund ihrer Wahrheit sondern aufgrund ihres Nutzens für diejenige "Machtelite" aus Wirtschaft, Politik und Militär, die seit der Erbauung dieses "Sicherheitsstaates" von ihr profitiert hat und auf die schon der Soziologe Charles Wright Mills aufmerksam gemacht hat. Die militärische Denkweise und die Einbildung und Überhöhung von angeblichen wie auch realen Gefahren (wie im Beispiel des Iraks und der angeblichen Massenvernichtungswaffen) zum Zweck der eigenen Daseinsberechtigung ist dabei ganz charakteristisch für diese Ideologie. Das höchste Maß davon ist die sogenannte "one percent doctrine". Gleichzeitig hat sich ein Vertrauensproblem in diesem Sicherheitsstaat etabliert. Besonders der Präsident und führende Politiker Washingtons wie der Verteidigungsminister stehen den häufig eigenen Interessen und Agenden folgenden Sicherheitsorganen (Verteidigungsministerium, Außenministerium, Geheimdienste, Vereinigte Stabschefs etc.) misstrauisch gegenüber und besonders seit Kennedy wird der Rat der Pentagon-Bürokratie und der Generäle meistens ignoriert und sich eher auf den Rat von kleinen Gruppen "weiser Männer" verlassen die kurzfristig zusammengerufen und wieder aufgelöst werden. Die wichtigen Entscheidungen werden dabei hinter geschlossenen Türen, fern der Blicke des Volkes oder des Kongresses getroffen. Zu denen zählen auch James Forrestal der die Tendenz zum Alarmismus, besonders im Bezug auf den Kommunismus, in Washington in Mode brachte, und der von Paul Nitze, dem Hauptautor von NSC-68 in dieser Hinsicht beerbt wurde. Einem Schreiben dem Truman zunächst skeptisch gegenüber stand, dessen Meinung sich aber durch den Koreakrieg veränderte. Nitze erkannte dabei besonders den Nutzen darin die Gefahren zu überhöhen und den Gegner zu dämonisieren um die eigenen Interessen zu verfolgen, den politischen Entscheidungsprozess zu beschleunigen und die Militärausgaben zu erhöhen. Dieses verfahren wurde von den Sowjets direkt auf den nahen Osten übertragen und unter Paul Wolfowitz in den 90ern und 2000ern dann zur Vollendung geführt. Einem stellvertretenden Verteidigungsminister der unter Rumsfeld eine Pax Americana auf den Weg brachte und neue Gewaltnormen etablieren wollte. Wie zuvor auch lieferten dabei zumeist falsche Geheimdienstdokumente und Berichte angebliche "Belege" die von großer Gefahr kündigten und das Vorhaben legitimieren sollten.
Laut Bacevich ist es ganz essentiell zu verstehen, dass ein neuer Präsident oder eine neue Parteimehrheit das Problem nicht fundamental verändern werden weil es bereits seit Generationen bestand hat und als Ideologie in ganz Washington verbreitet ist. Die führenden Mitglieder der "Machtelite" haben dabei ein Interesse an der Erhaltung des Status Quo da ihnen aus diesem Vollmachten zuwachsen.
Im dritten Kapitel geht Bacevich auf die militärische Krise ein. Diese besteht darin, dass die Vereinigten Staaten, wie der Irak und Afghanistan beweisen, ihre eigenen militärischen Fähigkeiten grandios überschätzt haben. Schuld daran waren drei Illusionen. Erstens, dass die Amerikaner in den 80ern und 90ern das Kriegshandwerk vollkommen "neu definiert" haben, besonders dank ihrer viel genaueren und somit zu weniger Kollateralschäden führenden technologischen Fähigkeiten und Waffen. Damit einher ging eine Forderung der "Überlegenheit auf allen Ebenen". Die zweite Illusion war, dass sich das Militär und die zivile Führung in Zukunft mehr nach gemeinsamen Prinzipien leiten lassen würden und nur dann in kurzen schnellen Gefechten kämpfen würden wenn es um vitale Interessen Amerikas ging. Ihren Ausdruck fanden dies in der Weinberger-Powell Doktrin. Dies würde auch kriegslüsterne Neigungen der Zivilisten in Washington bremsen. Drittens sei die Entfremdung zwischen Militär und Gesellschaft die sich während des Vietnamkrieges zuspitzte wieder beseitigt. Den Ausdruck der neuen Liebe der Gesellschaft zum Militär findet sich in dem Berufsheer der "United States Volunteers". Doch weder konnten häufig schnelle überlegene Siege errungen werden, noch hielten sich Zivilisten wie ZB. Madeleine Albright, an die Weinberger-Powell Doktrin, noch gab es trotz Patriotismus einen Ansturm des Volkes auf die Armee. Bei all dem wurde die Unsinnigkeit des "Globalen Krieges gegen den Terror" der von den Problemen im Heimatland ablenken sollte und gleichzeitig dazu diente die Vollmachten der Exekutive und des Präsidenten, wie schon bei jedem Präsidenten nach Reagan, weiter auszubauen offenbar. Die drei Lehren die man aus all dem zog waren: Erstens, dass die Armee sich in Zukunft auf eine andere Form des Krieges gefasst machen würde. Eine Form die nicht alleine, aber auch, auf hohe Technologien, sondern auch auf kleiner angelegte Bodenoperationen fußte, die sich nicht-kinetischer Methoden aus den Sozialwissenschaften bedienen sollten, und langwieriger wäre. Die von Aufstandsbekämpfung, der Nationenbildung und der Einsetzung einer Regierung auf die man Einfluss hat, sowie dem Ausbau der örtlichen Infrastruktur beruht. Man würde Softpower und Hardpower miteinander vereinen. Die zweite Lehre war, dass, wie es John Batiste formulierte, die Probleme auf die Einmischungen von Zivilisten in Washington zurückzuführen waren, die nichts vom Kriegshandwerk verstünden. Dem Militär sollte in Zukunft mehr Verantwortung übertragen werden. Die dritte Lehre war, dass das Berufsheer das Problem sei. Die Gesamtgröße der Armee sein wegen der fehlenden Wehrpflicht zu klein. Dies müsse sich ändern. Außerdem erhoffte man sich von mancher Seite durch eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht dass die Menschen durch die plötzliche Verpflichtung zum Krieg dazu gebracht würden aus der Unbeliebtheit des Irakkrieges eine tatsächliche Antikriegsbewegung zu machen. Doch dies sind laut Bacevich nicht die Lehren die man daraus ziehen sollte. Die kleinen Kriege sind besonders durch ihre imperiale Natur statt die Verteidigung gekennzeichnet und das neue Interesse an ihnen stützt sich auf die Literatur zu den Kolonialkriegen zwischen Frankreich und Algerien sowie Indochina. Amerika braucht aber keine imperiale Polizei sondern eine veränderte Außenpolitik. Ebenso ist die von General Tommy Franks angeprangerte Inkompetenz der Zivilisten in Washington sicher nicht höher als die der Generäle und führenden Offiziers der Zeit seit dem zweiten Weltkrieg. Bacevich bemerkt mit Rückblick auf die letzten Jahrzehnte, wie auch zuvor schon im Kapitel zur Politischen Krise, dass, besonders der Generalstab und die Offiziere, sich besonders inkompetent in militärischen und außenpolitischen Angelegenheiten geschlagen haben. Auch besaßen sie viele Freiheiten und Befugnisse. Das Problem sei nicht die Macht des Heeres sondern die Inkompetenz seiner Generäle. Die Wehrpflicht wiederum wäre einerseits um ein vielfaches zu teuer, und andererseits wäre das Volk heute nicht dazu bereit der Bundesregierung eine solche Wehrpflicht durchgehen zu lassen. Die Privatisierung des Krieges per Söldner und die Transformation des Militärdienstes in ein Wirtschaftsunternehmen wie bei der Firma Blackwater erscheint da als die noch wahrscheinlichere Wahl. Die richtigen Lehren die man ziehen muss, sind, dass der Krieg einerseits, entgegen dem was man aufgrund der technischen Überlegenheit und Errungenschaften sowie exzeptionalistischen Vorstellungen geltend macht, nie vollständig vorhersehbar und nur sehr schwer zu kontrollieren ist. Dies wird besonders klar durch die großen Probleme welche die USBV den amerikanischen Soldaten im Irakkrieg bereitet hat. Zweitens, dass Gewalt, entgegen der Vorstellungen der amerikanischen Außenpolitik seit dem zweiten Weltkrieg kein Allheilmittel sein kann. Auch nach fast sechs Jahren (stand 2008) ist der Irak von einer Nationenbildung noch weit entfernt, geplagt von Korruption und schlechter Stromversorgung, geringer Ölförderung und einem inkompetenten Parlament. Hier haben wir eher ein apathisch regiertes Protektorat. In Afghanistan ist gleichermaßen seit der von Bush installierten Regierung die Drogenexportierung exponentiell angestiegen. Drittens, dass der Präventivkrieg eine abstruse Torheit ist die sich weder moralisch noch strategisch rechtfertigen lässt, und viertens, dass die Amerikaner die "Strategie" verlernt haben. Zunehmend wird, besonders seit der stabilisierende Gegner Sowjetunion wegfällt, nicht mehr auf den historischen, kulturellen oder politischen Kontext einer militärischen Operation geachtet und über die eigentliche Operation hinaus geplant, sondern sich nur auf das vorübergehende Ziel, zum Beispiel "Bagdad" oder "Kabul" konzentriert und einer hegemonialen Phantasievorstellung ergeben. Bewusst ignorieren Generäle wie Tommy Franks die politischen Hintergründe um sich von der zivilen Führung Washingtons abgrenzen zu können und einen Alleinanspruch auf die militärischen Befugnisse geltend zu machen. Dabei übersieht man, dass der Krieg sich, außer vor einem politischen Hintergrund, moralisch unmöglich rechtfertigen lassen kann.
Den drei Kapiteln folgt ein Schlusskapitel und ein Nachwort, in denen Bacevich unter anderem Obamas bisherigen Versprechen (stand 2009) mit einem gewissen vorsichtigen Skeptizismus gegenüber tritt, Revue passieren lässt über die tatsächlich kurz nach der Veröffentlichung des Buches eintretenden wirtschaftlichen Folgen der amerikanischen Innen-sowie Außenpolitik der zweiten Hälfte des zwanzigsten und frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts. Beide können dabei nicht scharf voneinander abgegrenzt betrachtet werden. Er warnt vor der Vorstellung man bräuchte nur den richtigen Mann ins Oval Office zu wählen und schon würden sich alle Probleme von selbst lösen. Die Berater des Präsidenten, die Offiziere in Washington, aber auch die Verteiler der Spendengelder, um die die Präsidenten im Wahlkampf buhlen, sind alle nicht darauf erpicht die Macht des Nationalen Sicherheitsstaates und des Präsidenten einzudämmen oder den Status Quo maßgeblich zu verändern. Stattdessen soll die Wahl maßgeblich Kontinuität fördern. Diese Erwartung ist deshalb so beliebt, weil sie den einfachen Bürger von der Verantwortung um das eigene Wohl und das Wohl des Landes befreit und diese einem anderen, in diesem Fall dem Präsidenten, auferlegt. Politik ist immer von Lügen und falschen Versprechen gekennzeichnet und was die Amerikaner brauchen ist nicht einen neuen Präsidenten sondern eine Einsicht in die Widersprüche der eigenen Politik und des "american way of life. Amerila hat sich unter Bush nur zunehmend von der restlichen westlichen Welt entfremdet. Statt einem globalen Krieg gegen den Terror fordert der Autor eine Tendenz zur kooperativen Eindämmung. Es wäre das richtige mit dem radikalen Islamismus so umzugehen wie man es während des kalten Krieges mit der Sowjetunion und China gemacht hat. Indem man defensiv deren Einflussbereich verkleinert und ihnen Rückzugsorte und Hilfsmittel abschneidet. Ebenso wäre eine "Public Diplomacy" angebracht. Zentral wäre es ebenfalls, so Bacevich, mit den anderen Nationen zusammen an gemeinsamen Lösungen der wirklich zentralen Probleme unserer Zeit zu arbeiten. Diese sieht er in der Pflicht zu einer atomaren Abrüstung sowie einer Bekämpfung des Klimawandels. Ersteres begründet er einerseits damit, dass Atomare Waffen aktiv nie einsetzbar sind, und zweitens auch als Abschreckmittel aufgrund der der Entwicklung von Lenkraketen mit hochgradiger lateraler Wirkung unnötig würden. Ebenso würde die USA der Welt durchaus mehr Sicherheit bringen wenn sie sich für eine umweltfreundlichere Energiequelle einsetzen und die Milliarden die in den Irakkrieg geflossen sind für die Erforschung einer solche einsetzen würde. Der Autor gibt sich letztendlich jedoch skeptisch und eher pessimistisch und erwartet, dass die Amerikaner dank ihrer Kultur des Konsums und der Selbstverwirklichung sowie der Ideologie der Nationalen Sicherheit weiter eine aggressive Außenpolitik verfolgen werden, zunehmend auf den nächsten Präsidenten setzen damit dieser es "schon richten" werde, und von den Gütern und Ölimporten anderer Nationen abhängig sein werden. Im Nachwort bemerkt Bacevich noch einmal kritisch, dass das durchaus konventionell aufgestellte Regierungspersonal Obamas mit geringer Wahrscheinlichkeit fundamentale Änderungen herbeiführen wird und bemängelt Obamas Hang zum Exzeptionalismus.