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Müller: Chronik einer deutschen Sippe

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»Die Chronik einer deutschen Sippe«, schreibt Walter Mehring, »ist ein Textbuch zur deutschen Geschichte ... «Müller betitelt nach ihrem Namensträger und letzten Helden, weiland Oberlehrer am Berliner Kgl. Wilhelmsgymnasium und Fachgelehrter der Germania des Tacitus. Im Zuge der Forderung nach Rassenreinheit muß auch der Pg Arminius Müller Belege für sein Ariertum erbringen. Mit der den Müllers eigenen Gründlichkeit unterzieht er sich der Ahnenprobe und verfolgt die Chronik seiner Sippe bis zum ersten urkundlich erwähnten Urahnen zurück. Millesius, der als Lustknabe an einen römischen Legaten verkauft wurde, war der erste Müller!

269 pages, Hardcover

First published January 1, 1935

14 people want to read

About the author

Walter Mehring

41 books5 followers
Walter Mehring (29 April 1896 – 3 October 1981) was a German author and one of the most prominent satirical authors in the Weimar Republic. He was banned during the Third Reich, and fled the country.

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Profile Image for Steffi.
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March 7, 2010
Recht amüsante Auseinandersetzung mit Rassenwahn der Nationalsozialisten aus der Sicht des 1933 emigrierten Walter Mehring.
Der Gelehrte Müller soll für die Nazis die Geschichte der Deutschen schreiben und beginnt dann aber die eigene Sippe zu erforschen. Leitthema ist dabei:
Jeder Müller, vom Ersten bis zum Letzten seines Stammes, hat stets den Anschauungen seiner Zeit gehuldigt. Keiner von ihnen ist verantwortlich für seine Taten und Worte. Aus jedem spricht nur eine Meinung, die die Regierenden ihren Untertanen zubilligen.
Dabei kommen erstaunliche Dinge zu Tage. Z. B. erfährt man, dass Tacitus seine Beschreibung der Germanen ausschließlich auf einige Gespräche mit eben einem Müller-Vorfahr stützte.
Die Vaterschaft der jeweiligen Müllers ist dabei allzu oft fragwürdig, so dass die ganze Genealogie ins Schwanken gerät. „Deutsche Tugenden“ wie Kriegsbegeisterung, Fremden- und Judenhass begegnen zu verschiedenen Zeiten immer wieder. Auch bei der Hexenverfolgung mischte ein Müller mit. Mit der Zeit werden die Episoden etwas langweiliger, weil immer schon klar ist worauf es hinaus läuft. Am Ende – dann doch wieder überraschend – wird der Gelehrte Müller selbst zum Opfer seiner, bzw. der nationalsozialistischen Anschauungen, da er wegen seiner jüdischen Frau und dann auch wegen seiner eigenen, angeblich unstimmigen Abstimmung emigrieren muss.
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