Drei Jahre ist es her, dass Eva unter rätselhaften Umständen ihre Zwillingsschwester verlor. Danach nahm Evas Leben eine von vielen als ungeheuerlich empfundene Wendung: Sie heiratete den Witwer, den Ehemann der verstorbenen Marlene. Allmählich haben sich die Menschen in ihrer Umgebung an dieses Arrangement gewöhnt, doch ihr selbst kommt es wie ein Frevel vor. Immer öfter erscheint ihr Marlene in verstörend realen Tag träumen. Eva droht allen Halt zu verlieren, bis eines Tages in der Buchhandlung, in der sie als Aushilfe arbeitet, ein Mann auftaucht, der ihre Schwester gekannt hat. Auf sonderbare Weise fühlt sie sich zu diesem Unbekannten hingezogen. Kann er ihr helfen, das Rätsel um Marlenes Tod zu lösen?
Mit ihrer Schwester Frauke Scheunemann verbindet die Autorin Wiebke Lorenz eine sehr innige Beziehung. Die Schwestern wurden im Rheinland geboren und zogen 1996 gemeinsam in ein altes Pfarrhaus in Hamburg. Seit 2006 teilen sie eine berufliche Laufbahn; damals erschien ihr erster Roman Glückskekse unter dem Sammelpseudonym Anne Hertz. Während die Schwestern professionell durchstarteten, mussten sie privat harsche Rückschläge wegstecken. Scheunemann bekam vier Kinder – Lorenz durchlitt vier Fehlgeburten und konnte das Familienglück unter ihrem Dach bald nicht mehr ertragen. 2009 ließ sie sich in die Psychiatrie einweisen, weil sie Gewaltfantasien quälten. Die Diagnose lautete Zwangsstörung. Sie ließ sich behandeln und krempelte ihr Leben um, trennte sich von ihrem Mann und zog aus dem Pfarrhaus in eine WG. Dort begann sie, den Thriller „Allerliebste Schwester“ zu schreiben. Dieses Ventil half ihr, sich mit ihrer Schwester auszusöhnen. Das Buch hat demzufolge eine bewegte Entstehungsgeschichte, die ich vielleicht besser vor Lektüre recherchiert hätte.
Eva liebte ihre Schwester. Ihre langweilige, brave Zwillingsschwester Marlene, die vor drei Jahren unter mysteriösen Umständen Selbstmord beging. Niemand verstand, wie Eva Marlenes Witwer Tobias heiraten und ihren Platz einnehmen konnte. Sie begriffen nicht, dass sie es ihr schuldig war. Eine Zeit lang hoffte Eva sogar, glücklich zu werden. Die Schwangerschaft erfüllte sie. Doch die Todgeburt ihres Sohnes Lukas reißt alte Wunden auf. Die Erinnerung an Marlene ist präsenter denn je. Immer häufiger erscheint sie Eva in ihren Tagträumen. Sie fürchtet, den Verstand zu verlieren. Langsam schleichen sich Zweifel in ihr Herz. Tötete sich Marlene wirklich selbst? Oder ist die Wahrheit viel schrecklicher? Ist Eva für den Tod ihrer Zwillingsschwester verantwortlich?
Es ist nie gut, ein Buch mit einem Stirnrunzeln zu beginnen. Falls ihr Schwierigkeiten habt, euch vorzustellen, dass eine Frau aus Schuldgefühlen heraus den Ehemann ihrer verstorbenen Zwillingsschwester heiratet, in ihr Haus zieht und mit besagtem Ehemann, ihrem ehemaligen Schwager, ein Kind zeugt, versteht ihr wahrscheinlich, wieso ich keinen Spaß mit „Allerliebste Schwester“ von Wiebke Lorenz hatte. Auf einer abstrakten Ebene ist mir bewusst, dass Menschen in Trauer ganz erstaunliche Bewältigungsmechanismen entwickeln und Schuld, real oder eingebildet, ein starker Motivator ist. Ich respektiere Lorenz‘ persönlichen Bezug zu diesem Thema. Dennoch erschien mir das Szenario, das sie in diesem Roman darlegt, abwegig und übertrieben. Die Protagonistin Eva verschwindet im Leben ihrer toten Schwester Marlene, weil sie von Schuldgefühlen paralysiert ist und glaubt, sie müsse sich selbst zur Märtyrerin stilisieren, indem sie mit einem Mann zusammenlebt, den sie nicht liebt und die Lüge eines Lebens aufrechterhält, das sie niemals wollte. Es wunderte mich nicht, dass sie nach der Todgeburt ihres Sohnes nahezu implodiert. Sie ist so offensichtlich unglücklich, dass es meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit war, bis sie überschnappt. Es übersteigt mein Verständnis, wie jemand so unreflektiert sein kann. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob ihr denn nicht klar ist, was sie da treibt. In Evas Kopf manifestierte sich die Idee, Tobias und sie würden einander verdienen und müssten diese Ehe durchziehen, weil sie Marlene auf dem Gewissen haben. Es ist ihre Form der Selbstbestrafung und Tobias erfüllt in dieser verdrehten Geißelung die Rolle des Gefängniswärters. Er fühlt sich ebenfalls schuldig und klammert sich deshalb mit Gewalt an die Illusion einer glücklichen Ehe, die er einfach von Marlene auf Eva projiziert. Er ist unerträglich, übergriffig und bevormundend. Ich misstraute ihm von Anfang an und verdächtigte ihn schnell, etwas mit Marlenes angeblichem Selbstmord zu tun zu haben. Eva erschienen die rätselhaften Umstände des Suizids ihrer Schwester immer seltsam, doch erneut hinderten sie ihre Schuldgefühle daran, die Wahrheit aufzudecken. Die Lektüre von „Allerliebste Schwester“ scheiterte für mich hauptsächlich ihretwegen. Ich war permanent genervt von ihr, weil ich ihren Umgang mit ihren Gefühlen unverzeihlich schwach fand. Sie stellte sich ihnen nicht, verkroch sich lieber in der Ehe mit Tobias, lief weg und leugnete, was das Zeug hielt. Daher konnte ich nicht einmal Mitleid für sie aufbringen, denn meiner Ansicht nach manövrierte sie sich selbst in ihre Lage. All ihre negativen Emotionen verursachte sie ganz allein. Sie hätte einen gesunden Weg finden können, zu trauern – dann wäre der ganze Mist mit Tobias niemals passiert. Sie hätte sich nicht auf eine Beziehung eingelassen, die ihr jegliche Energie aussaugte, es hätte keine Notwendigkeit bestanden, sich zu befreien und ich hätte nicht Zeugin eines wirren, psychotischen Zusammenbruchs werden müssen, der in das unpassendste, fragwürdigste Happy End aller Zeiten mündete.
Das wahre Ich zu verleugnen, kann krank machen. Eigentlich ist das keine weltbewegende Erkenntnis, die in „Allerliebste Schwester“ jedoch in einem manischen Wirbel aus Schuld, Reue und Scham als revolutionäre Neuheit verkauft wird. Ich weiß nicht, inwieweit Wiebke Lorenz in diesem Thriller ihre persönlichen Erfahrungen verarbeitete, aber ich hoffe für sie, dass sie deutlich reflektierter ist, als sie die Protagonistin Eva porträtierte. Ich bin ratlos, warum sie mir Evas Geschichte erzählte und was sie damit in mir zu bewirken plante. „Allerliebste Schwester“ ist für mich weder Fisch noch Fleisch. Es ist kein Kriminalthriller, denn die kriminalistischen Elemente sind viel zu unbedeutend, um sie als handlungstragend zu bezeichnen. Es ist aus meiner Sicht auch kein Psychothriller, weil sich keine Diskrepanz zwischen Realität und wahnhafter Einbildung entfaltet. Ich weiß nicht, was „Allerliebste Schwester“ ist. Ein gutes Buch ist es meiner Meinung nach jedenfalls nicht.
Ich bin fassungslos. Aber nicht, weil das Buch mich so unglaublich gefesselt oder verstört, begeistert oder sonst was hat, sondern weil ich von der - nennen wir sie mal "Auflösung" am Ende, so unglaublich entsetzt bin. Im negativen Sinne. Um ehrlich zu sein, mir fehlen hier ein bisschen die Worte.
Die Geschichte um die Zwillingsschwestern Eva und Marlene fing so vielsprechend an. Wirklich, der Beginn war sehr packend und intensiv, sehr gut beschrieben alles, dass ich wirklich neugierig war, was hinter dem Tod von Marlene steckte. Aber je weiter ich las, um so enttäuschter wurde ich. Um es mal ganz platt zu sagen: Es ist banal. Und es plätschert. Sehr oft. Sehr viel. Ich weiß nicht, wo die angeblichen Geheimnisse und Obsessionen zu finden sein sollen, aber hier augenscheinlich nicht. Die ganze Story ist so unfassbar banal und simpel gestrickt, die Auflösung eigentlich ein Witz. Sorry, aber ich musste mir am Ende wirklich das Lachen verkneifen. Aus Verzweiflung wohl eher.
Da liest man 240 Seiten und bekommt so etwas am Ende serviert? Ich komme mir vor wie in einem schlechten Film. Ich frage mich da ganz ernsthaft: Was wollte die Geschichte mir nun sagen? Mal abgesehen davon, dass ich mit den Figuren eh nie warm geworden bin bzw. mit überhaupt jemandem da mitleiden konnte oder so. Aber gut.
Bis zuletzt hatte ich wohlwollend noch 3 Sterne verteilen wollen, weil es sich wie gesagt ganz gut las und manche Sätze fand ich wirklich gut geschrieben und genau auf den Punkt, dazu der gute Anfang, aber das Ende...das ging so gar nicht. Ich bin einfach nur enttäuscht und entsetzt von diesem Ende. Ich hatte da wirklich noch auf DEN Knackpunkt gewartet, der das alles irgendwie rechtfertigt. Aber der kam nicht. Null. Niente. Nada.
Na ja, vielleicht habe ich die Story nicht kapiert. Aber was dieses Buch nun eigentlich mir sagen wollte...ich weiß es nicht, ich weiß es nicht.
Wiebke Lorenz wurde schon nach 2 Büchern eine meiner Lieblings-Autorinnen, von der ich am liebsten noch ganz arg viele Bücher lesen möchte. Neben "Alles muss versteckt sein" und "Bald ruhest du auch", gibt es bisher nur noch "Allerliebste Schwester" und auch wenn dieses mit 240 Seiten ein sehr kurzes Buch ist, wollte ich es unbedingt lesen. Ich hoffe da kommt schon ganz bald wieder ein neues Buch, ich habe nämlich eindeutig Wiebke Lorenz - Entzug.
Darum gehts: Vor drei Jahren verlor Eva ihre Schwester Marlene. Eva ist jetzt mit Marlenes Mann zusammen und neuerdings hat sie immer wiederkehrende Tagträume von Marlene, die meistens plötzlich neben ihr sitzt oder steht und mit ihr redet. Und eines Tages taucht ein Mann im Buchladen auf in dem sie arbeitet und in dem Marlene schon zuvor arbeitete und auf eine gewisse Weise fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Hatte er etwas mit Marlene zu tun?
Tatsächlich war dieses Buch so ein Paradebeispiel, für ein zu kurzes Buch. Alles wurde schnell erzählt und auch wenn ich es mag, wenn eine Handlung schnell Fahrt aufnimmt, gab es hier eben wenig Überraschungen, weil dafür auf so wenig Seiten eben kein Platz ist. Trotzdem ist es insgesamt ein lesenswertes Buch, was man mal schnell zwischen schieben kann, wenn man Lust auf ein bisschen Spannung hat. Der Schreibstil von Wiebke Lorenz ist so gut wie ich es gewohnt bin. Daher ist es ein solides Buch, aber eben ohne großen Spannungsbogen und ohne ein überraschendes Ende.
Evas Leben wird von einer Frage bestimmt: Was ist in der Nacht passiert, als ihre Zwillingsschwester Marlene starb? Was ist damals geschehen, als sie den Anruf ihrer Schwester ignoriert hat? Hätte sie ihrer Schwester vielleicht helfen können? Hätte sie ihr erklärt, warum für Marlene ihr Leben keinen Sinn mehr gemacht hat? Eva wird von unglaublichen Schuldgefühlen geplagt, die so weit gehen, dass sie versucht Marlenes Platz einzunehmen. Sie geht sogar so weit und heiratet Tobias, den Ehemann ihrer verstorbenen Schwester.
// Was ich davon halte //
Ich wollte nur einmal schnell in das Buch reinlesen und schwups, war es schon zu Ende. Und trotzdem weiß ich gar nicht so richtig, wieso ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe.
Die Geschichte beginnt bereits mit einem kleinen Schocker. Eva hat vor zwei Monaten eine Totgeburt erlitten und fühlt sich seither unvollständig, allein, verlassen und unnütz. Ihr Mann kümmert sich recht oberflächlich um sie und doch dringt er nicht durch ihre Schutzmauer, die sie um sich aufgebaut hat. Gleichzeitig macht Tobias auch nicht unbedingt den Eindruck, als würde er wirklich wissen wollen, wie seine Frau das traumatische Erlebnis verarbeitet. Als Leser hat man das Gefühl, er hätte den Verlust seines Kindes sehr schnell überwunden. Doch nicht nur dieser Verlust nagt an Eva. Seit dem Tod ihres Kindes setzt sie sich vermehrt mit dem Selbstmord ihrer Zwillingsschwester auseinander. Was ist damals wirklich passiert? Wieso hat Marlene sich umgebracht? Warum hat sie Eva allein gelassen? All diese Fragen spuken in den Gedanken von ihr herum. Tobias versucht all das zu vergessen und zu verdrängen. Es werden keinerlei Gespräche geführt und eine Therapie scheint in weiter Ferne zu liegen. Hier wird vor allem das Bild deutlich, dass Tobias, der aus gutem Hause kommt, sich viel zu sehr darum sorgt, was andere Menschen sagen und denken könnten. Dass eine Therapie vor allem für seine Frau hilfreich gewesen wäre, scheint ihm völlig unwichtig zu sein.
Für Eva ist ihre Ehe nur noch ein Scheiterhaufen. Nie hat sie sich wirklich wohl in ihrer Rolle als Ehefrau von Tobias gefühlt. Es war für sie mehr eine Art Pflicht aus den Schuldgefühlen heraus, als dass sie ihn wirklich geliebt hätte. Es war einfach gemeinsam mit dem Ehemann ihrer verstorbenen Schwester zu Trauern, die Verzweiflung zu spüren und einander Halt zu geben. Doch eine wirklich glückliche Ehe wurde nie daraus. Immer weiter driftet Eva ab. Stürzt sich in ihre dunklen Gedanken und es wird einem erschreckend bewusst wie wichtig es ist, nach solchen Erlebnissen Menschen zu haben, mit denen man reden kann. Sich zu öffnen und Probleme gemeinsam zu lösen. Vor allem für Eva wäre es schon nach dem Tod ihrer Schwester wichtig gewesen, sich an jemanden zu wenden. Mit jemandem zu sprechen und nicht alles in sich hineinzufressen.
Nach und nach werden immer mehr Erinnerungen wach und es wird immer deutlicher wie schlimm die Schuldgefühle von Eva sind. Als jemanden, der weder eine Schwester noch ein Kind verloren hat, ist es sehr schwer nachzuvollziehen wie grauenvoll und schmerzhaft diese Verluste sind. Doch Wiebke Lorenz bringt die Gefühle, Gedanken und Schuldgefühle der Protagonistin wunderbar aufs Papier. Die Verzweiflung von Eva wurde sehr glaubhaft dargestellt und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Menschen gibt, die genau so wie Eva in die Verzweiflung und Hilflosigkeit getrieben werden.
Trotzdem habe ich mir etwas ganz anderes vorgestellt. Viel mehr Spannung, mehr Rätselraten, krasse Wendungen und große Schocker. Doch all das ist ausgeblieben. Ich habe Seite um Seite umgeblättert, um endlich die Spannung und den Reiz der Geschichte zu finden, doch mehr als Schuldgefühle und Verzweiflung seitens Eva habe ich nicht gefunden. Es ist gut geschrieben und in jedem Fall unterhaltsam aber die Spannung und das Rätseln war kaum bis gar nicht vorhanden. Natürlich hat man sich als Leser gefragt, was in jener Nacht wirklich geschehen ist. Ob vielleicht Eva selbst etwas verdrängt, das die Lösung sein könnte. Doch die Autorin wirft einem kaum Häppchen hin, die zu Vermutungen einladen. Allein der Epilog hat mir eine Gänsehaut bereitet und ist unglaublich gut gemacht gewesen, auch wenn mich die Auflösung nicht wirklich überrascht hat, denn genau mit einem solchen Ausgang hatte ich gerechnet.
// Fazit //
Ein gut geschriebenes Buch, das realistisch die Verzweiflung, Trauer und unglaublich verzehrende Schuldgefühle einer Frau dargestellt hat. Doch meine Erwartungen wurden einfach nicht erfüllt, denn die gewünschte Spannung und das Rätseln um den Ausgang der Geschichte blieb aus. Nur das Ende konnte mich noch fesseln. Daher leider nur 3 / 5 Sterne
"Fesselnd bis zur letzten Seite" steht auf der Rückseite des Buches - das hat für mich leider nicht zugetroffen. Ich bin von diesem Buch wahrlich enttäuscht. Eva und Marlene sind Zwillinge. Marlene nimmt sich das Leben und Eva nimmt deren Rolle ein - heiratet sogar den Witwer ihrer Schwester. Allein das empfand ich schon als sehr skurril, aber schließlich habe ich auch auf ein verdrehtes Familiendrama gehofft. Gefesselt wurde ich allerdings gar nicht. Ich empfand das Buch eher als langweilig und als eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die ab und zu durch kurze Rückblenden in die Kindheit der beiden Schwestern unterbrochen werden. Die Figuren sind durch die Bank nicht gerade sympathisch und bleiben sehr oberflächlich. Einzig und allein bei Eva dringt der Leser in ihre Gedankenwelt vor, aber auch hier bleibt es flach. Das Ende des Buches ist offen gehalten, was mich persönlich sehr enttäuscht hat. Ich hatte das Gefühl, bis dahin war es eine Einleitung und jetzt geht es richtig los. Der Epilog deckt dann zwar einiges auf, war aber nicht weiter überraschend, eher vorhersehbar. Das Buch war leider nichts für mich!
Eva hat ihre Zwillingsschwester verloren und kurz darauf deren Mann geheiratet. Nachdem sie ihren Sohn tot geboren hat wird sie immer unglücklicher und traumatischer und beginnt ihre tote Schwester zu sehen und will aus ihrem bisherigen Leben flüchten. Ich fand sehr gut das das Buch sich wirklich lockerleicht und ohne jegliche Anstrengung lesen lies. Man fliegt durch die Seiten und ist dann leider auch schon am Ende denn wirklich was passieren tut da nicht. Ich konnte mir beim lesen selber denken wie alles weitergeht und so war es dann leider auch, was ich jetzt allerdings auch nicht sooo enttäuschend fand. Ein paar Wendungen vor allem am Schluss hätte ich mir aber schon gewünscht. So war dann auch die vermeintliche Auflösung irgendwie “normal” und das Buch war halt ohne großen Schock zuende. Für mich das schwächste Buch der Autorin.
Wow war das creepy. Wirklich bewerten kann ich dieses Buch nicht, da es mich viel zu verwirrt zurückgelassen hat und ich auch aus dem Kopfschüteln nicht mehr rauskam. Ich möchte ungerne Spoilern, aber ich bin mir nicht sicher… deswegen hier der Hinweis: es könnte Spoiler geben! Der Schreibstil der Autorin ist gut, allerdings bummelt die Geschichte nur so vor sich hin und wenn dann doch mal etwas passiert denkt man sich nur „what?!“… Mit der verlorenen Schwester zu reden, damit kann ich leben. Auch vielleicht noch, dass man ständig von ihr begleitet wird und sie sieht. Aber das man deren Mann heiratet und ihr komplettes Leben gefühlt übernimmt, das ist einfach nur absurd. Auch das das gesamte Umfeld das einfach so akzeptiert kann ich mir nur sehr schwer vorstellen.. Die Charaktere waren auch auf eine Art und Weise unnahbar. Wäre es mein erstes Buch der Autorin gewesen, würde ich vermutlich in der Zukunft einen großen Bogen um ihre Bücher machen. Zum Glück war ich von „einer wird sterben“ ziemlich begeistert.
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Kurzbeschreibung: Drei Jahre ist es her, dass Eva ihre Zwillingsschwester verlor, unter Umständen, die nie ganz aufgeklärt worden sind. Danach nahm Evas Leben eine von vielen als ungeheuerlich empfundene Wendung: Sie heiratete den Witwer, den Ehemann der verstorbenen Marlene. Allmählich haben sich die Menschen in ihrer Umgebung an dieses Arrangement gewöhnt. Doch ihr selbst kommt es wie ein Frevel vor, und die Totgeburt, die sie jetzt erleidet, empfindet sie als Strafe dafür. Während ihr Mann diese Tragödie als bloßes Malheur behandelt, wird Eva davon aus der Bahn geworfen. Sie flüchtet sich in Erinnerungen an die vermeintlich glückliche Kindheit mit ihrer Zwillingsschwester. Immer öfter erscheint ihr Marlene in verstörend realen Tagträumen. Eva droht allen Halt zu verlieren, bis eines Tages in der Buchhandlung, in der sie als Aushilfe arbeitet, ein Mann auftaucht, der ihre Schwester gekannt hat. Auf sonderbare Weise fühlt sie sich zu diesem Unbekannten hingezogen und glaubt, dass er ihr helfen kann, das Rätsel um Marlenes Tod zu lösen.
Zur Autorin: Wiebke Lorenz, geboren 1972 in Düsseldorf, studierte in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Sie arbeitet journalistisch u. a. für Cosmopolitan und stern.de und schreibt Drehbücher für TV-Filme. Bereits mit 26 Jahren debütierte sie als Schriftstellerin und veröffentlichte seitdem mehrere Bücher. Ihr Roman Was? Wäre? Wenn? (2003) war bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich.
So viel trinkt Eva normalerweise nicht. Nicht mehr, sie weiß, dass Alkohol die Tür zu ihren Abgründen aufstößt. Die muss verschlossen bleiben, musste immer fest verschlossen bleiben in den vergangenen Jahren, damit Eva nicht hindurchfällt, durch das feine Gitternetz ihres neuen Lebens. (Seiten 49/50)
Rezension: Wiebke Lorenz schafft es, mit "Allerliebste Schwester" auf 240 Seiten ein gut recherchiertes und detailliertes Psychogramm der Protagonistin Eva zu zeichnen. Die düstere Stimmung bleibt über das ganze Buch erhalten und der Leser erlebt Evas langsamen Absturz in die Schizophrenie hautnah mit.
Spannung ist bei mir beim Lesen nicht aufgekommen, auch das Ende war nicht wirklich verblüffend. Daher lies mich das Buch etwas unbefriedigt mit dem Ausgang der Geschichte zurück, da ich mir hiervon mehr versprochen hatte.
Trotzdem erzeugt das Buch eine hohe Emotionalität und die Hintergrundgeschichte der beiden Zwillingsschwestern Eva und Marlene ist sehr bildhaft geschildert. "Allerliebste Schwester" ist ein gelungenes Buch, man muss es aber nicht unbedingt gelesen haben.
Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover wird von einer Apfelhälfte dominiert, an der Blut heruntertropft. Ich interpretiere diese Apfelhälfte als die überlebende Zwillingsschwester Eva, was hinsichtlich der Geschichte gut passt.
Fazit: Gelungenes Psychogramm mit einer glaubhaften Protagonistin, die sich schuldig am Tod ihrer Schwester fühlt. Das Ende ist etwas zu vorhersehbar, was ich schade finde.
Eva hatte es bisher nicht leicht in ihrem Leben, stand sie doch immer im Schatten ihrer perfekten jüngeren eineiigen Zwillingsschwester Marlene. Wo Marlene schon in Kindertagen glänzte, schlug sich Eva mehr oder weniger passabel durch. Nur Musik, das war etwas, das Eva allein gehörte und sie hatte Talent. Während Marlene sich für ein bürgerliches Leben entschied, früh heiratete und ihr Medizinstudium unterbrach und in einem Buchladen arbeitete, um eine Familie zu gründen, war Eva der Freigeist, der wechselnde Männerbekanntschaften hatte und ansonsten ihr Singleleben in vollen Zügen genoss, zumindest bis vor drei Jahren, denn vor drei Jahren kam Marlene ums Leben. Ob es ein Unfall oder gar Suizid war, konnte nicht abschließend geklärt werden, diese Frage blieb offen.
Durch den Verlust von Marlene veränderte sich Evas Leben von einem Tag auf den anderen. Erstaunlicherweise war es Tobias, Marlenes Mann, der ihr den meisten Trost spendete und die beiden kamen sich näher und heirateten. Evas Freigeist war durch diesen Verlust gebrochen und sie entschied sich, Marlenes Leben an ihrer statt zu führen und tatsächlich wurde sie, im Gegensatz zu ihrer Schwester, schwanger und erwartete mit ihrem Ehemann einen Sohn. Doch dieser verstarb noch im Mutterleib und wurde tot geboren - und Evas Welt brach erneut zusammen.
Hatte sie nicht alles getan, um Marlenes Leben gerecht zu werden? Hatte sie nicht, trotz der damit einhergehenden Widerstände, deren Mann geheiratete, ihre Musik aufgegeben und in genau demselben Buchladen angefangen zu arbeiten, wie einst Marlene, hatte sie nicht Marlenes Traum von einer Familie erfüllen wollen? Warum nur gelang es ihr nicht, das Leben zu führen, dass ihre Schwester sich immer gewünscht hatte? Dann jedoch betritt ein Eva unbekannter Mann den Buchladen und verwechselt sie mit ihrer Schwester und Eva weiß sofort, dass diesen Mann und ihre Schwester etwas verband, wovon bisher niemand etwas ahnte. Weiß er womöglich, was vor drei Jahren mit Marlene passiert ist und warum erscheint ihr Marlene jetzt, drei Jahre nach ihrem Tod?
Das Leben der Schwester! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, ein bisschen freaky fand ich die Stellen schon, an denen Eva ihre tote Schwester Marlene sieht, allerdings muss ich gestehen, dass ich Marlenes Reaktionen innerhalb der Interaktion mit ihrer lebenden Schwester ausgesprochen erfrischend fand - von wegen "brave" Marlene - im Tod zumindest nicht. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich mir zeitweise nicht sicher war, was ich von der Figur der Eva halten sollte, denn was ist das für ein Mensch, der sein eigenes Leben aufgibt, um das Leben seiner verstorbenen Zwillingsschwester zu führen? Doch dies klärte sich nach und nach und es wurde immer ersichtlicher, warum Eva so gehandelt hat. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch aufreibende Lesestunden bereitet hat.
In Lorenz' Roman heiratet Eva nach dem Selbstmord ihrer Zwillingsschwester Marlene deren Mann Tobias und lebt Marlenes Leben, ist aber offensichtlich unglücklich.
Eine grundlegende Aussage des Romans fehlt und als alleinige, umfassende Darstellung von Schizophrenie - Krankheitsbild und Ursachen - ist die Geschichte unzureichend. Keine Leseempfehlung.
Eva verliert durch mysteriöse Umstände ihre Zwillingsschwester Marlene. Wir erleben die Geschichte 3 Jahre später. Zu diesem Zeitpunkt ist Eva mitlerweile miot dem Mann ihrer Zwillingsschwester verheiratet. Alles könnte so schön sei, doch Marlene erscheint ihr immer wieder in ihren Tagträumen.
Ich liebe Geschichten mit Zwillingsschwestern, das hat irgendwie immer was mysteriöses. Auch diese Geschichte ist bis auf den Schluss echt toll. Das Ende hat das Buch leider etwas kaputt gemacht. Ich hab mir bei der Auflösung was viel größeres gewünscht. Es kam aber leider nur was ganz banales würde ich fast schon sagen. Ich hätte mir so sehr gewünscht das die Geschichte länger wäre und wie gesagt ein größeres Ende. Am Ende bleiben für mich auch viel zu viele Fragen offen.
Die Charaktere waren im Endeffekt nicht mein Fall, was die Geschichte für mich aber dadurch nicht schlechter macht.
Ich hab schon mehrere Bücher von Wiebke Lorenz gelesen, und ich liebe ihren Schreibstil einfach! Schon allein deswegen mag ich ihre Bücher. Sie hat immer ganz tolle Ideen für ihre Bücher. Nicht umsonst gehört sie mittlerweile zu meinen Lieblingsautoren. Schade eigentlich das es immer sehr lange dauert bis mal ein neues Buch kommt.
Ich würde das Buch mehr den Leuten empfehlen die noch nicht so viele Thriller gelesen haben.
Eigentlich hatte ich mich auf einen netten Krimi gefreut, als ich das Buch in die Hand nahm. Allerdings wurde ich schon bald eines besseren belehrt. Mit einem Krimi hat dieses Buch so überhaupt nichts zu tun. Familiengeschichte, wie es bereits im Klappentext heißt, trifft es hier wohl eher. Doch auch das ist nicht ganz richtig, weil immer mal wieder mysteriöse Züge hinzukommen. Denn die tote Marlene ist nicht ganz von der Bildfläche verschwunden. Immer mal wieder taucht sie als Geist und nur für Eva sichtbar auf. Nur durch ihr Erscheinen wird überhaupt etwas über ihren Tod in Erfahrung gebracht. Das finde ich nicht unbedingt schön. Auch Eva selbst ist ir nur teilweise sympathisch. Wer heiratet bitte den Mann seiner verstorbenen Schwester und nimmt auch noch deren Job an – wirft praktisch sein ganzes Leben über den Haufen. Zumal die beiden Schwestern so grundverschieden waren und Eva gerade ihre erste Musik-CD veröffentlichte. Argh! Nein! Auch sonst fand ich das Buch nicht unbedingt spannend. Die Geschichte plätscherte nur so dahin. Wie gesagt, ich hatte mir etwas anderes erhofft und wurde enttäuscht.
Ich weiß nicht, wieso, aber beim Lesen fühlte ich mich an "Gone Girl" erinnert, auch wenn die "allerliebste Schwester" bei Weitem nicht so raffiniert daherkommt.
Aufgrund der Kürze des Buches passiert alles so schnell, dass man beim Lesen unweigerlich in die Geschichte hineingezogen wird. Ich wollte Eva mögen, leider blieb sie mir bis zum Ende fast ebenso unsympathisch wie Tobias. Die Auflösung im Epilog überrascht kaum bis gar nicht. Insgesamt ist es aber eine kurzweilige, mäßig spannende Geschichte.
dieses buch ist für mich personlich sehr gefühlvoll und schon auf seine art und weise. ich mag bücher die nicht immer happy-end enden aber es lässt dich nachdenken für lange zeit.
daher empfehle ich dieses buch zu lesen!
hm würde ich wählen hätte ich geblieben bei dem menschen der ne 2. chance verdient!!! warte oder so gelassen wie es ist...
Ein sehr spannendes, fesselndes und etwas anderes Buch. Die Handlung, die sich gegen das Ende entwickelt hat, hat mich nicht wirklich überzeugt. Aber sonst ein Buch das von Anfang an einen in die Geschichte mitnimmt.