Welcome, dear Bruno. Ein mir unbekannter Mann Mitte vierzig – klein, sehr dunkel, Seehundschnauz, Kugelaugen – streckt ein Pappschild in die Höhe und bricht sofort in Tränen aus. Er steigt über die Absperrung, ergreift meine Hand, zerrt mich durch die Menge – wo sind eigentlich meine Koffer? –, überall Menschen, es ist morgens um halb fünf, 26 Grad feucht, wir überqueren eine Straße, Motor-Rikschas lärmen an uns vorbei, die Luft ist dick und klebrig und bleischwer, eine Autotür geht auf, die Koffer sind schon drin, «das ist Ahmed, der Mann deiner Cousine» (oder hieß er Abdul?), «und hier unser Fahrer, ein Schwager deiner Tante» (oder war es ein Neffe?), «und das ist Rahim, dein ...». So beginnt Bruno Ziauddins abenteuerlicher Besuch bei seinen indischen Verwandten. Eine Reise, gegen die er sich jahrelang gesperrt hatte und die sich als die absurdeste, schönste, aufreibendste und berührendste seines Lebens herausstellen sollte. Schließlich veranlasst sie den Autor auch, der Frage nachzuspüren, wie es sein Vater aus einem armen indischen Kaff an eine englische Elite-Uni schaffen konnte, unter welchen Umständen er seine Schweizer Ehefrau kennenlernte und was es für ihn selbst bedeutet, ein Multikulti-Kind zu sein. In Curry-Connection erzählt er ebenso klug wie komisch von dieser Spurensuche in Zeiten der Globalisierung.
Inhalt: Bruno sucht nach Antworten und will mehr über seines Vaters Leben erfahren. Wie war er, was hat ihn bewegt, wofür hat er sich interessiert? Es ist eine Reise ins Ungewisse. Der Familienzuwachs ist enorm denn plötzlich trifft er in Tamil Nadu 5 Tanten und 34 Cousins die er noch nicht kennt. Seine erste Reise mit seiner Lebensgefährtin ist ein Schock. Alle wollen mit ihm fotografiert werden. Jedes neue Familienmitglied will Zeit mit ihm verbringen. Zeit zu zweit gibt es kaum. Bruno holt Erkundigungen ein. Versucht alte Freunde seines Vaters zu finden. Doch wirklich viel erfährt er nicht. Das Leben seines Vaters ist wie ein Puzzle, das auch bei seiner zweiten Reise nach Indien nur um wenige Bruchstücke ergänzt wird. Wahrscheinlich wird das Puzzle nie ganz fertig. Cover: Das indische Tor in grün gefällt mir sehr gut. Seine Tanten stehen hinter ihm und er lächelt. Er ist seinem Ziel näher gekommen und das sieht man ihm an. Geschichte: Die Autobiographie ist sehr authentisch erzählt. Belegt mit Dokumenten über seinen Vater, wird das Buch selbst für Außenstehende greifbar. Die Bilder geben einen schönen Einblick in die Reisen die Bruno Ziauddin gemacht hat. Oft musste ich Schmunzeln, da ich schon in Indien war und die Menschen dort genauso kennen gelernt habe. Sie sind neugierig und so besorgt dass man alles hat & sich wohl fühlt. Indien ist ein wunderschönes Land und ich erkannte es in den Erzählungen des Autors sehr gut wieder.
Fazit:
Von mir aus hätten die Details tiefergehender sein können, die Erklärungen genauer. Seine Reise nach London ist zu kurz gekommen und ich hätte außerdem gern gewusst warum Nowrose Familienoberhaupt ist. Vielleicht gibt es ein zweites Buch von ihm. Danach werde ich jetzt mal schauen, denn irgendwie sind für mich als Leserin noch viel zu viele Fragen offen. Alles in allem ein schöner kurzer Einblick in Brunos Welt aber zu flach für meinen Geschmack.
Ein bezauberndes Buch! Dem Autor gelingt ein Kunststück: Ein im Wortsinne todernstes Thema – das Ableben seiner Eltern kurz nacheinander – nimmt er zum Anlass für eine rührende und über weite Strecken wirklich lustige Spurensuche. Er will mehr über die Herkunft seines Vaters und letztlich über die eigene "multikulturelle" Identität erfahren und reist deswegen in den hintersten Winkel Südindiens, wo er Dutzenden neuer Verwandten begegnet. Hier wurde das Leichte und das Ernste auf gekonnte und erfrischend uneitle Weise verbunden. Vielleicht alles in allem fast ein wenig zu kurz geraten! Petra
Dieses Buch habe ich nun nach etwas über Hälfte abgebrochen. Ich fand es einfach nur langweilig und langatmig erzählt und die Story konnte mich so überhaupt nicht begeistern. Das LEsen war hier fast schon eine Strafe so dass ich mich jedesmal überwinden musste das Buch überhaupt nochmal zur Hand zu nehmen.