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Strafsachen: Ist unser Recht wirklich gerecht?

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Das Strafrecht polarisiert, fasziniert und empört wie kaum ein anderes Thema. Immer wieder gibt es Straftaten, die uns verunsichern, da sie unsere grundlegenden Regeln und Werte infrage stellen. Diese Verunsicherung wächst, wenn es zum Prozess Die Urteile der Gerichte sind für viele Bürger und Bürgerinnen häufig nicht nachvollziehbar. Eine Zahl, die dies eindrucksvoll Einer aktuellen Umfrage zufolge halten fast sechzig Prozent der Bevölkerung die Verurteilungen durch deutsche Strafgerichte für »zu milde«.
Elisa Hoven und Thomas Weigend greifen in ihrem Buch spektakuläre und prominente Fälle auf, die verwundert, besorgt oder empört haben. Anhand des »Ku’ Damm-Raser-Falls« diskutieren sie, ob Raser Mörder sind. Der Fall der Gruppenvergewaltigung von Mülheim wiederum stellt die Gerichte sowie Leser und Leserinnen vor die Frage, ob und wie ein zwölfjähriger Vergewaltiger bestraft werden sollte. Und im Kapitel über den »Fall Kristina Hänel« beleuchten die Autoren kritisch das Gesetz, das Informationen über Schwangerschaftsabbrüche verbot.
Stets analysieren sie, warum die Gerichte so und nicht anders geurteilt haben, und fragen, ob das juristisch wie ethisch vertretbar ist. Dabei zeigen sie die Grenzen und Bedingungen unseres Rechtssystems auf.

291 pages, Kindle Edition

Published March 14, 2023

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About the author

Elisa Hoven

32 books6 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Clarissa.
716 reviews21 followers
January 7, 2026
Hochinteressant für Menschen, die sich für Recht und Rechtsprechung interessieren beziehungsweise ist es ja in jeder Hinsicht ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.
Der Text war auch für mich als Laie gut zu verstehen und natürlich halfen die Fallbeispiele, dass es interessant und praxisnah blieb.
Auch die Beleuchtung von allen Seiten war für mich gut nachvollziehbar und ich habe das Gefühl, viel gelernt zu haben.
Am meisten ist für mich wohl hängen geblieben, dass wie in jedem anderen Bereich der Gesellschaft vielfältige Repräsentation key ist und dass die Gesetzgebung unbedingt mit der Zeit und dem ständigen Wandel unserer Welt gehen muss, damit keine Lücken und Ungerechtigkeiten entstehen, die man vielleicht vermeiden kann.
Profile Image for Maya.
19 reviews
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November 26, 2023
Strafsachen hat mich angesprochen, da ich gerne True Crime Fälle höre und die juristischen Aspekte und die Rechtsprechung der Verurteilten interessant finde. Das Buch untersucht anhand einiger Kriminalfälle, inwiefern die deutsche Rechtsprechung gerecht ist. Es wird aufgezeigt, dass unsere eigenen moralischen Vorstellungen nicht immer mit dem Strafrecht übereinstimmen und was die Hintergründe dafür sind, warum es im Recht so ist, wie es ist. Zuerst hatte ich Bedenken, dass das Buch langweilig und zäh geschrieben sein könnte, doch das Gegenteil ist der Fall: Die Fälle sowie die Erklärungen dazu sind anregend aufbereitet und man ist gespannt, was wohl im nächsten Fall passiert.
Profile Image for LukeFlux.
32 reviews
June 4, 2023
Sehr interessantes und informatives Buch über das deutsche Strafrecht, welches den Leser animiert die Rechtsauslegung und Rechtslage auch aus anderen Perspektiven zu betrachten, bzw. zu analysieren.
Profile Image for Timur Ina.
4 reviews
January 8, 2025
Eine Empfehlung für alle, insbesondere Menschen, die sich gern über die mangelnde Gerechtigkeit in der Justiz empören. Das Buch bietet auch für Laien verständliche, differenzierte Einblicke in rechtspolitisch brisante Aspekte des Strafrechts.

Als jemand, der Strafrecht im Jurastudium als Schwerpunkt hatte, kam mir einiges bekannt vor. Trotzdem habe auch ich sehr viel Neues gelernt. Die Frage, ob die Kudamm-Raser einen Mord begangen haben, wurde während meines Studiums heiß diskutiert und die im Buch erklärte Abgrenzung zwischen bewusster Fahrlässigkeit und bedingtem Vorsatz würden auch meine Großeltern verstehen, wenn es sie noch gäbe.

Mir gefällt besonders gut, dass das Buch zwar hochpolitische Fragen diskutiert, ohne sich dabei aber eindeutig in ein klares politisches Lager einzuordnen. Es wird weder plump für härtere Strafen plädiert (wie oft aus konservativen Kreisen), noch für die weitestmögliche Straffreiheit (wie eher aus progressiven Kreisen). Stattdessen wird der Einzelfall diskutiert, werden Argumente abgewogen und sachgerechte Lösungen angestrebt.

Dabei gehen Hoven und Weigend psychologisch einen interessanten Weg. Der durchschnittliche Leser des Buches wird sich vom Titel angesprochen fühlen und sich eben die skeptische Frage stellen, ob unser Strafrecht denn wirklich gerecht sei. Dieser Leser wird in den ersten zwei Teilen des Buches genau dort abgeholt, die schließlich heißen "Gerichte machen Fehler" und "Gesetze können ungerecht sein". Sodann wird aber "Das Problem der Grenzziehung" erläutert, dass Gesetze nunmal abstrakt formuliert werden müssen und manchmal Zufälle wie das Geburtsdatum über die Strafbarkeit entscheiden können. Gegen Ende heißt es dann "Das Recht ist gerechter als man denkt".

Im Einzelnen folgende persönliche Erkenntnisse:

Mir war nicht klar, dass das Mordmerkmal der Heimtücke sich faktisch zu Ungunsten von Frauen auswirken kann, da diese aufgrund ihrer körperliche Unterlegenheit oft keine andere Wahl haben als ihren Tötungsvorsatz durch Ausnutzen der Arglosigkeit ihres Opfers (oft Ehemanns) auszuüben.

Die Autoren stehen dafür ein, dass mehr gegen Hass im Netz getan werden muss, u.a. weil die Bereitschaft zur Ausübung öffentlicher Ämter sinkt und Silencing-Effekte durch Hasskommentare dazu führen, dass ein Drittel der Befragten sich gar nicht mehr an Online-Diskussionen beteiligt.

Sie sprechen sich auch vorsichtig für eine Strafmündigkeit ab zwölf Jahren aus oder jedenfalls eine Anwendbarkeit des Strafrechts für besonders schwere Taten wie Vergewaltigungen, die nichts Kindliches an sich haben, da "Indifferenz ebenso schaden kann wie überzogene Strenge".

Andererseits wird erklärt, wieso bestimmte Themen in der Öffentlichkeit leider missverstanden und in den Medien moralisch verklärt werden, dass beispielsweise die Strafbarkeit der Beleidigung durch Böhmermann für sein "Gedicht" wohl anders diskutiert worden wäre, hätte er den Präsidenten von Ghana in ähnlicher Weise rassistisch beleidigt, dass die Verunglimpfung unseres eigenen Bundespräsidenten weiterhin ein eigener Straftatbestand ist (§90 StGB), was aber offenbar niemanden stört und dass der eigentliche Strafzweck der abgeschafften "Majestätsbeleidigung" auch nicht der Schutz der Ehre des ausländischen Präsidenten ist, sondern die funktionierenden Beziehungen zwischen Staaten.

Richtung Lockerung des Strafrechts wird, wie von vielen, gefordert, den Inzest-Paragrafen abzuschaffen, weil er nur mehr Probleme erschafft als er löst. Spannend ist auch der Gedanke, dass dem Täter mit der Möglichkeit des Rücktritts eine goldene Brücke in die Straflosigkeit gebaut wird, die dieser oft nicht einmal kennt und dass man den § 24 auch so gestalten könnte wie in der Schweiz, wo das Gericht im Falle eines Rücktritts vom Versuch von einer Strafe absehen "kann", nicht "muss".

Auch extrem brisante Themen wie die Novellierung des Sexualstrafrechts werden mit Feingefühl für Opfer, aber auch der nötigen juristischen Sachlichkeit besprochen. Beim Thema Schwangerschaft wird besonders deutlich, dass das Buch keine Agenda verfolgt, sondern gerechte Ergebnisse im Sinn hat:
Einerseits wird angeprangert, dass bestimmte Handlungen gegenüber dem Fötus nicht strafbar sind und das eine Strafbarkeitslücke darstelle - ein Aspekt, mit dem man sich in der politischen Debatte eher selten beschäftigt, u.a. Gesundheitsschädigung durch Alkoholmissbrauch oder Verabreichen gefährlicher Medikamente. Andererseits wird aber auch erklärt, wieso die Reform des § 219a misslungen und dass der moralische Schutzzweck der Norm nicht mehr zeitgemäß war.

Zu guter letzt wird aber trotz der angestrebten Neutralität und Ausgewogenheit auch klargestellt, dass unser Strafrecht immer ein Spiegel der derzeit vorherrschenden Moralvorstellungen ist und bleiben wird.
1 review
September 13, 2023
Äußerst spannend und empfehlenswert! Das Buch steckt voller interessanter Fälle des deutschen Strafrechts und ist für mich als Laien sehr verständlich. Besonders gefallen hat mir die ausführliche Beleuchtung der verschieden Seiten der einzelnen Fälle und die Gegenüberstellung vom Gerechtigkeitsempfinden der Gesellschaft mit dem geltenden, wandelnden Recht.
Profile Image for Jan Gre.
60 reviews
June 1, 2025
Elisa Hoven und Thomas Weigend ist ein ganz besonderes Buch gelungen. Auch, wenn die Beschreibung dem Werk nicht gerecht wird, war es für mich eine gelungene Mischung aus spannendem True-Crime, gesellschaftlicher und politischer Debatte sowie juristischem Sachbuch.
Zu keinem Moment war ich dem Lesen überdrüssig. Vielmehr haben mich jedes Kapitel und die juristischen Einordnungen der Autoren aufs neue begeistert. Letztere waren dabei - zumindest als vorgebildeter Leser - angenehm und organisch sowie sehr verständlich in das Gesamtgefüge eingewoben.

Von mir eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die auch nur ansatzweise am Strafrecht interessiert sind oder Eltern/Großeltern, die dem Nachwuchs einen Schubs Richtung Jurastudium verpassen wollen - spätestens nach diesem Buch wäre ich interessiert gewesen!

Dankeschön Damian für die großartige Empfehlung!
Profile Image for Rakkasei.
147 reviews10 followers
June 10, 2023
Für die Rezension habe ich jetzt eine ganze Weile gebraucht, da mich das Buch sehr nachdenklich gestimmt hatte. Der Untertitel „Ist unser Recht wirklich gerecht?“ passt perfekt zu dem Inhalt des Buches und die Autoren versuchen auf diese Frage eine Antwort zu finden. Hierfür wurden beispielhaft 18 verschiedene Fälle ausgewählt, über die auch schon viel in den Medien berichtet wurde. Unter anderen geht es hier um Böhmermann, Werbung für Abtreibungen und vieles mehr.

Thematisch wurden dafür die Fälle in sieben verschiedene Themenbereiche unterteilt. Besonders gut haben mir die Kapitel über die Frage der Grenzziehung gefallen. Sie zeigen sehr deutlich wie schwer es ist ein Urteil zu fällen und es wirklich auf alle einzelnen Aspekte ankommt. Hier müssten die Gesetze eindeutiger formuliert werden, weil es sonst sehr schwer nachvollziehbar ist warum manche Handlungen strafbar sind und andere nicht. Speziell wurde darauf eingegangen, ab wann ein Mensch ein Mensch ist oder warum die strafmündig bei 14 Jahren in Deutschland beginnt. Beides wird ja nach wie vor heiß diskutiert und deshalb fand ich es ganz interessant zu lesen, warum die Gesetzestexten ausgerechnet so formuliert wurden.

Anhand einiger Fälle wird geschildert wie die Richter ausgerechnet zu diesem Urteil kamen, was für den Laien ja oft schwer nachvollziehbar ist. Schließlich gibt es manchmal sehr milde Strafen und nicht immer ist ersichtlich warum eben nicht der volle Strafrahmen ausgenutzt wurde.

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich genauso wie die Autoren fragt inwiefern unser Recht tatsächlich gerecht ist. Und der gerne mehr über gewisse Urteilsfindungen erfahren möchte. An ist ist das Buch definitiv gut für Laien lesbar und mich hat es auf alle Fälle zum Nachdenken angeregt. Aus dem Grund hatte ich mir auch Zeit gelassen beim Lesen.
77 reviews
April 18, 2023
Ist unser Strafrecht wirklich gerecht? Es gibt eine Fülle von Beispielen, in denen die Öffentlichkeit mit großem Unmut auf die Anwendung des Strafrechts reagiert hat, insofern scheint diese Frage mehr als berechtigt. Wie kann es sein, dass ein 12-jähriger Vergewaltiger ohne nennenswerte Konsequenzen davonkommt, oder ein Rentner, der sein Leben und Eigentum vor Einbrechern schützen will, am Ende selbst verurteilt wird?
In „Strafsachen“ setzen sich Elisa Hoven und Thomas Weigend genau mit solchen schwierigen Sachverhalten auseinander und erklären anhand von prominenten Fallbeispielen nachvollziehbar und nuanciert das Konzept von Gerechtigkeit und die Herausforderung unserer Rechtsordnung ein hinreichendes Maß an Gerechtigkeit zu sichern.
Den Autoren ist es dabei gut gelungen besonders die schwierigen juristischen Zusammenhänge und Feinheiten – also genau die Aspekte, die von der Öffentlichkeit regelmäßig gar nicht ins Auge gefasst werden (können), wenn über die Gerechtigkeit eines Urteils kontrovers diskutiert wird – verständlich darzustellen, sodass sie insbesondere juristischen Laien einen neuen Blickwinkel auf solche Sachverhalte ermöglichen. Es ist ein spannendes Sachbuch, das zur kritischen Auseinandersetzung mit Recht und Gerechtigkeit anregt und insgesamt sehr lehrreich.
Profile Image for Clara.
78 reviews
December 19, 2023
Nicht ganz gelesen aber was ich gelesen hab fand ich gut
Profile Image for Kallista.
243 reviews
July 19, 2025
Grundsätzlich interessant, aber wenn man nicht in Deutschland lebt sind die detaillierten Ausführungen der Paragrafen usw. eher unnötig.. Habe deswegen einige Stellen übersprungen.
Displaying 1 - 12 of 12 reviews

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