Manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, wie nah das Buch der Realität kommt. An "Der Herr der Fliegen" habe ich auch denken müssen, allerdings sind die Charaktere in "The accomplice" viel skrupelloser.
Ich habe beim Lesen zwischen Verständnis für die Passivität der Gestrandeten und Unverständnis geschwankt. Ich konnte verstehen, dass sie nicht die Kraft zum Widerstand hatten, sondern lieber den Kopf einzogen und hofften, dass das Unglück an ihnen vorüberzieht. Auf der anderen Seite konnte ich nicht verstehen, warum man sich nicht zusammengeschlossen und gewehrt hat. Vielleicht hat ihnen der Führer gefehlt. Das hätte Judiths Vater sein können, weil die Menschen zu ihm aufgesehen haben. Aber er war nicht stark genug. Und diejenigen, die stark genug gewesen wären, sind direkt ausgeschaltet worden. So ist es immer leichter, von außen zu überlegen, was man gemacht hätte.
Wie man mit dieser Schuld weiterleben kann, kann ich mir nicht einmal ansatzweise vorstellen. Ob die Überlebenden jemals die Erinnerungen losgeworden sind?
"The accomplice" zeigt deutlich, wie hilflos Menschen in Ausnahmesituationen sind. Ich habe beim Lesen überlegt, was ich getan hätte und muss sagen, dass ich keine Antwort gefunden habe.