Richard Ford, born February 16, 1944 in Jackson, Mississippi, is an American novelist and short story writer. His best-known works are the novel The Sportswriter and its sequels, Independence Day, The Lay of the Land and Let Me Be Frank With You, and the short story collection Rock Springs, which contains several widely anthologized stories. Comparisons have been drawn between Ford's work and the writings of John Updike, William Faulkner, Ernest Hemingway and Walker Percy.
His novel Independence Day won the Pulitzer Prize for Fiction in 1996, also winning the PEN/Faulkner Award in the same year.
Richard Ford ist einer der großen amerikanischen Erzähler. In dieser melancholischen Novelle geht es vordergründig um einen Vorfall der Polizeibrutalität, bei der während einer Festnahme der verdächtige Indianer kurzerhand erschlossen wird. Der Schüler Larry ist mit seiner Tante Doris unterwegs von seinem Vater zur getrennt lebenden Mutter und wird Zeuge des Vorfalls.
Titelgebend ist jedoch die Eifersucht der Tante auf ihren Neffen, der im Leben noch alles vor sich hat, noch keine vertanen Chancen hinter sich hat. Ganz im Gegenteil zu ihr. Es geht auch um die zerbrochene Ehe von Larrys Eltern, aber die Eifersucht ist damit wohl nicht gemeint, obwohl es offensichtlich Liebe zwischen Vater und Sohn gibt, auf die sowohl Mutter als auch Tante eifersüchtig sein könnten.
Meine erste Geschichte von Ford ist durchweg melancholisch, traurig, aber nicht dramatisch. Emotionen sind stets gedämpft. Ein Genuss wie ein Glas warmen Eistees. Manche mögen das, manche nicht.
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Bemerkenswert unspektakulär wirkt die 96seitige Novelle, die durch die Verwendung von Blocksatz und etwas kleinerer Schriftgröße gut auf 50 bis 60 Seiten hätte erscheinen können. 1975: Lawrence, 17 Jahre, lebt bei seinem Vater in Dutton, einem verlassenen Nest in Montana. Zu Thanksgiving soll er seine Mutter in Seattle besuchen, wohin ihn seine Tante Doris begleiten soll. Mit ihr bricht er nach Shelby auf, der nächstgelegenen Stadt mit Bahnhof, um dort in einen Zug zu steigen. Vor der Abfahrt kehren beide noch in einer Kneipe ein, in der Doris die Bekanntschaft eines Indianers macht. Kurze Zeit später wird dieser in der Toilette von der Polizei erschossen. Ruhig und besonnen schildert Lawrence (Larry) das Leben mit seinem Vater ebenso wie die Unklarheiten und Unsicherheiten, die die unterschiedlichen Geschehnisse in ihm hevorrufen. Auch der Vater scheint ein in sich ruhender Mensch zu sein obwohl es scheint, dass es ihm noch zu schaffen macht dass seine Frau ihn verließ. Doris stellt den Kontrapunkt zu den beiden Männern dar: Zwar vermittelt sie anfänglich den Eindruck eines lebhaften und glücklichen Menschen, doch zunehmend entsteht ein Bild einer rastlosen und unausgeglichenen Frau. Man spürt vermehrt, wie sie Larry um sein Leben beneidet, was sie gegen Ende auch direkt äußert: ‚O je. Du hast alles. Ja, so ist es, du hast einfach alles.’ (und damit dem Buch wohl auch seinen Titel verleiht). Kein aufsehenerregendes Thema, selbst der erschossene Indianer erscheint eher als Randfigur in dieser Novelle. Ford gelingt es jedoch auf diesen wenigen Seiten trotz des ruhigen und verhaltenen Tons eine Spannung der ganz eigenen Art aufzubauen, eine Beziehung zwischen den Lesenden und Larry. Und man beginnt zu verstehen, um was Doris Larry beneidet: Die Liebe zu seinem Vater, die Liebe des Vaters zu ihm, die ihm die Ruhe und die Zuversicht gibt, dieses Leben zu bewältigen.