Karl Ho Bob Krämer wird ziemlich überraschend während einer Demo auf einem Ho-Chi-Minh-Plakat geboren. Da ist die Welt noch schwarz-weiß und irgendwie übersichtlicher. Gute 37 Jahre später, nach einer chaotischen Kindheit und einer wilden Jugend, hat Ho im Berlin des neuen Jahrtausends ein echtes Problem: Er weiß nicht, wo sein Problem liegt. Hat er Bindungsängste, weil er in einer Kommune aufgewachsen ist? Kann ein allzu politischer Papa ein Vorbild sein? Und muss Ho immer noch die Songs von Janis Joplin hören, nur weil seine Schwester nach ihr benannt ist? Ho stolpert durch ein Leben voller Fragen und traut keiner unkomplizierten Antwort über den Weg. Darf er ein glücklicher Mann werden oder ist das zu unkritisch? Und überhaupt: Sind seine Eltern an allem Schuld? Hm, wahrscheinlich jein. Aber immerhin gibt es da eine Frau, die ihn mindestens so oft zum Lachen wie ins Grübeln bringt …
Angenehm zu lesende, leichte Unterhaltung ohne großartige Höhen und Tiefen. Von den Charakteren ist eigentlich nur Ho einigermaßen entwickelt worden. Der Rest sind ziemliche Klischees, z.B. die Zwillingsschwester als verantwortungsvermeidende Künstlerin, die ohne eine Sorge in der Welt ihrer Musik nachgeht. Oder die Freundin Celia, deren einzige Rolle es zu sein scheint eine Projektionsfläche für Ho's Bindungsangst zu sein.
Gründe für das Buch: - schön geschriebn und gut zu lesen (abwechselne Kapitel) - noch nie gelesene Zeitperiode - Geschichte wird immer interessanter
Gründe gegen das Buch: - einige Kapitel benötigt um in die Geschichte zu finden - Handlung der Charaktere an einigen Stellen erst am Ende des Buches nachzuvollziehen - manche Szenen wechseln sehr schnell