Zeitzeichen - Gedichte und Liedtexte auf dem Weg - eigentlich ist dieser kleine Gedichtband für mich eher eine Art Tagebuch der letzten Jahre - ein Spiegel der Zeit unter meinem Blickwinkel. Trotz Wende und Einheit, wir Menschen haben uns nicht geändert - wir passen unslediglich den neuen Verhältnissen an und versuchen, wie vorher auch, dieses bißchen Leben zu leben. Wer will es uns verübeln, daß wir so sind, wie wir sind. Lange genug jagten wir mit Scheuklappen dem Morgenrot hinterher, haben uns angepaßt, durchgemogelt und fangen schon wieder an, uns etwas vorzumachen. Jeder ist plötzlich Opfer der Stalinisten - rund sechzehn Millionen Opfer... Haben wir nicht alle mehr oder weniger Schuld am vierzigjährigen Dahinsiechen des Real Existierenden? Dem, was gewesen ist, weine ich keine Träne nach. Doch das, was wir jetzt haben, ist auch noch längst nicht das Erstrebenswerte und so werden sicher noch einige Gedichte und Liedtexte auf dem Weg entstehen, auf dem wir die Wahrheit suchend umherirren.Ich danke allen, die mir immer wieder Mut zum Schreiben gemacht haben und allen, die geholfen haben, diesen Gedichtband zu veröffentlichen.Dresden, den 15.11.1991