Mit schonungsloser Offenheit berichtet Norbert Juretzko über seine Tätigkeit bei der wichtigsten deutschen Spionagebehörde. Er enthüllt nicht nur skandalöse politische Verflechtungen des BND in den 90er Jahren sowie atemberaubende Pannen, sondern schildert auch, wie er mit seinem Partner Informanten der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte angeworben hat - und wie ihnen ihre ehrenhafte Dienstauffassung letztlich zum Verhängnis wurde...
Durchaus glaubwürdig, der Autor wurde wahrscheinlich beim BND und durch seine stressige Arbeit traumatisiert, dementsprechend sind seine Erfahrungen mit einer Prise Salz zu lesen. Ferner sieht es für mich indiziert aus, dass dem Autor wichtige Informationen fehlten: könnte die Quelle "Eulenspiegel" vllt. vom FSB gefüttert worden sein? Trieb Foertsch vllt. selbst ein kompliziertes Abwehrspiel? Allerdings ist der Autor – berechtigerweise – emotional in den Sachverhalt investiert und da arbeiten natürlich kognitive Voreingenommenheiten mit.
Jedenfalls erkennt man auch was in Deutschland gerne mal falsch läuft, z.B. wenn man aus politischen Motiven "Justizopfer" wird. Ich glaube dem Autor, dass er weitesgehend korrekt ist. "Überkorrekt" sein, das kommt in Deutschland an vielen Stellen nicht an.