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Sofern es sich hier angesichts der verdächtigen Klischeehaftigkeit bei der Männerklassifizierung nicht nur um ein zusammenspintisiertes „Fake“ handelt – wovon wir einmal großzügig ausgehen wollen –, haben sich die beziehungsgeschädigten Frauen, die Koidl angeblich ihr Leid geklagt haben, erstaunlich weit geöffnet und ihn tief in ihre Seele blicken lassen. Doch Koidl nimmt nicht nur den Machismo aufs Korn, wenn er beispielsweise auffällige Verhaltensweisen wie ungewohnte Fürsorge, plötzliches Blumenschenken oder nie gekannte Hochform im Bett als sichere Indizien für Fremdgehen entlarvt, er führt auch den lustlos gewordenen Couchpotato vor, der es sich bei seiner Ersatzmutti gemütlich eingerichtet hat. Doch nicht nur die Männer kriegen ihr Fett weg. Koidl geht durchaus auch mit den typischen Machtspielchen der Frauen zu Gericht, indem er beispielsweise die auf sich selbst fixierten „Gefall-Töchter“ geißelt, denen es weniger um Sexualität geht als darum, den triebgesteuerten Männern schöne Augen zu machen und sie mit ihren körperlichen Reizen zu locken. Auch wenn der Autor im zweiten Teil dann auch noch auf Analytiker macht, der sich mit den tiefenpsychologischen Ursachen der weiblichen Sehnsüchte und ihren vorprogrammierten Enttäuschungen auseinandersetzt, eher leichte Kost als starker Tobak. – Franz Klotz
240 pages, Paperback
First published January 1, 2010