Die Cholera wütet in Hamburg – doch nicht jeder Tote ist ein Opfer der Seuche. Ein Kind wird gesucht, ein Kind, das es nie geben durfte. Anwalt Sören Bischop wird eingeschaltet, denn zur Polizei will seine Mandantin nicht. In diesem heißen Sommer 1892 verfolgt Sören alle Spuren, und er gerät tief in die Abgründe einer Stadt, die so rasant wächst wie das Elend ihrer Ärmsten. Immobilienhaie und Arbeitsvermittler bestimmen über das Leben in den lichtlosen Quartieren, Brutstätten nicht nur des Verbrechens, sondern einer Gefahr, die alle bedroht …
Boris Meyn ist ein deutscher Krimi-Autor und Historiker. Er studierte an der Universität Hamburg und beendete dieses Studium 1989 mit seiner Magisterarbeit „Paul Seitz - Studien zum öffentlichen Bauwesen, insbesondere zum Schulbau der Fünfziger und Sechziger Jahre in Hamburg“. Sein daran anschließendes Promotionsstudium im Bereich Kunst- und Bauhistorie konnte er 1996 mit seiner Dissertation „Die Entwicklungsgeschichte des Hamburger Schulbaus“ ebenfalls erfolgreich beenden. Neben der Veröffentlichung von historischen Kriminalromanen, hat er zahlreiche wissenschaftliche Fachpublikationen herausgegeben. Die Krimis des Autors spielen in der Commissarius-Bischop-Reihe in Hamburg des 19. Jahrhunderts sowie in der Reihe Sonntag, Herbst und Jensen in Ratzeburg und Umgebung.
Sören Bischop bekommt einen delikaten Auftrag, es soll ein Kind suchen, das es eigentlich gar nicht geben durfte. Gleichzeitig breitet sich die Cholera in der Stadt aus, dieses wird aber um den Handel zu schonen verschwiegen. Doch nicht jeder Tote starb an der Seuche, ein Kneipenwirt wurde erstochen, und die Verlobte findet in Sören einen Helfer zur Aufklärung der Tat. Beide Aufgaben führen ihn wieder in die Hamburger Gesellschaft, aber auch in die finsteren Machenschaften der Arbeitsvermittlung und des Mietwuchers. Der 4. Band der Reihe um die Familie Bischop spielt im 1892, Stadt und Hafen wachsen. Dieser Erfolg hat aber auch seine Schattenseiten, sie zeigen sich besonders in den prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen der unteren Schichten. Wie gewohnt zeichnet Boris Meyn ein scharfes Bild der Gegebenheiten und läßt uns an den damaligen Bedingungen teilhaben. Natürlich kommt die Spannung auch in diesem Roman nicht zu kurz.