Dieses Buch bestätigt, was schon länger in mir brodelt. Viele der Texte fassen die Situation, in der man sich als FLINTA in der Szene (nicht beschränkt auf Punk!) befindet so perfekt zusammen. Die Beobachtungen und Erfahrungen, die ich gemacht, sind hier niedergeschrieben, was mir eines zeigt: ich bin nicht allein. Diese Phänomene sind überall. Und wir müssen dringend etwas tun. Wie genau das aussieht, ist vielfältig und die Autor*innen zeigen jede*r auf deren Weise, wie das aussehen kann. Die Texte sind weitgefächert und könnten dennoch queerer und weniger weiß sein.
Das bedeutet nicht, dass dieses Buch nicht absolute Pflichtlektüre ist, für jede*n Punk. Wir oft hatte ich Gespräche mit privilegierten Männern, die meinten so schlimm wär das ja im Punk nicht. Ich könnte niemals so viel erzählen, wie ich müsste, also werd ich denen in Zukunft dieses Buch vorhalten. Dann liegt‘s an ihnen zu zeigen, dass sie wirklich verstehen wollen.
Die Texte sind brutal ehrlich und kommen mit content warnings. Die Perspektiven sind so unterschiedlich, dass auch die Herangehensweise an das Thema immer anders aussieht. Es gibt auch viele Geschichten und Werdegänge, die völlig anders sind, als meiner, was auch sehr wichtig ist. (Stichwort: DDR und ehemaliger Osten)
Ich weiß, dass Punk mir extrem wichtig ist und ich weiß, dass ich wütend bin. Ich weiß, ich werde immer um meinen Platz kämpfen müssen. Aber ich weiß jetzt mehr denn je, wie wichtig das und dass ich damit nicht alleine da stehe.