Inhalt:
Die Bewohner des kleinen Städtchens Sintra sind bislang immer gut durchs Leben gekommen. Die Ernte wurde im Lebensmittellager zusammengetragen, darüber hinaus hat das Wild in der Gegend stets gereicht, um die Speisekammern zu füllen.
Seit geraumer Zeit kam es jedoch immer wieder zu Ausfällen im Sicherheitssystem. Dieses Problem konnte noch nicht abschließend behoben werden. Eine nicht zu unterschätztende Gefahr, eine Chance für einen Drachen, ins Dorf zu gelangen und die Bewohner zu attackieren.
Den Soldaten, darunter auch Serina und ihrem Team, gelingt es, einen Angriff abzuwehren und den Drachen zu töten. Doch die Lebensmittellager wurden hierbei zerstört. Nun ist guter Rat teuer, denn die nächste Ernte kann noch lange nicht eingefahren werden und das Wild wird vermutlich nur leidlich ausreichen, um den Hunger von Sintas Bewohnern zu stillen.
Serina macht sich also eines Tages auf, um in den Wäldern zu jagen. Denn der Vorschlag ihres Vorgesetzten, Drachenfleisch auf den Speiseplan zu setzen, ist ihr zuwider. Auf diesem Ausflug macht die junge Offizierin jedoch neben der Erfahrung, dass kaum noch Wild auffindbar ist, eine unliebsame Bekanntschaft mit einem weiteren Drachen.
Mit ihrem Raptor versucht sie dem Untier so gut wie es geht auszuweichen bzw. ihn mit Geschossen zu attackieren. Drache und Soldatin geraten in einen Kampf, der für beide nicht gut ausgeht. Serina stürzt mit ihrem Flugzeug ab, der Drache wird schwer verletzt. Serina gelingt erst die Flucht, doch von einer Gefahr gerät sie schon bald in die nächste. Denn in den Wäldern gibt es noch weit Gefährlicheres als Drachen: Dämonen.
Der Feind meines Feindes ist mein Freund, bleibt aber auch mein Feind. Die rationale Serina muss eine Wahl treffen. Sie entscheidet sich für den Weg zurück zum verletzten Drachen. Die Dämonen zwingen Drache und Mensch für einen kleinen Moment ihre jahrelange Fehde beizulegen. Sie müssen zusammenarbeiten und finden dadurch ungewollt nah zu einander.
Ihnen gelingt nicht nur gemeinsam die Flucht. Zunächst fraternisieren und dann sympathisieren sie miteinander. Serina kommt hinter ein Geheimnis, nämlich das, dass Drachen in der Lage sind, die Gestalt von Menschen einzunehmen. Rihan, so der Drache in Menschengestalt, beginnt mit Serina einen Pakt abzuschließen.
Das Ganze hat nur einen Haken. Serina ist als Offizierin ihrem Vorgesetzten Hartwell unterstellt. Sie ist nicht befugt Entscheidungen zu treffen. Auch hat sie persönliche Schwierigkeiten mit den Soldaten. Und darüber hinaus hat sie mit dem Erzfeind nicht nur einen Handel abgeschlossen, sondern diesem auch einen Kuss gestohlen.
Serina durchlebt ihr Leben fortan als wachsenden Loyalitätskonflikt, zumal Hartwell immer noch der festen Überzeugung ist, dass Drachenfleisch auf dem Speiseplan die einzig wahre Lösung für das aktuelle Versorgungsproblem ist.
Meinung:
Ein Fantasybuch, in dem Drachen eine Hauptrolle spielen? Das musste ich lesen. Aufgrund des Untertitels, „Drachenküsse im Mondschein“, war ich jedoch auch ein wenig skeptisch, dann aber froh, dass der Handlung eine kitschig-oberflächliche Note fehlt.
Auf den ersten Seiten lernen wir die Protagonistin Serina kennen, die es als weibliche Offizierin nicht immer einfach hat. Denn die zum größten Teil männlichen Soldaten tun sich schwer, sie als ihre Vorgesetzte zu akzeptieren. Das Gerücht, Serina sei das Schoßhündchen ihres Vorgesetzten Hartwell, hält sich hartnäckig.
Durch den schwierigen Alltag helfen Serina jedoch ihre besten Freunde Nick und Jayden. Beide Männer könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Jayden der schweigsame Typ ist, der Zwischentöne stets wahrnimmt und Gefühle nur selten zeigt, ist Nick das genaue Gegenteil. Er lebt in den Tag, hat stets gute Laune und trägt das Herz auf der Zunge.
Über die Seiten hinweg gelingt es K.J. Night dem Leser die Welt näher zu bringen, auf der Serina und ihre Freunde leben. Kleine Einschübe, wie zum Beispiel ein Einkauf auf einem Markt, bei dem Serina und Nick Cowboyhüte ausprobieren und über vergangene Zeiten sinnieren, deuten hierbei an, dass es einst eine Welt gegeben hat, wie wir sie heute kennen. Zugleich nutzen die Bewohner von Sintra auch Raptoren und Kommunikationsuhren. Die meisten von ihnen besitzen zudem magische Fähigkeiten. So ist Jayden beispielsweise in der Lage sich zu teleportieren, Serina beherrscht die Fähigkeit der Telekinese.
Nachdem Kennenlernen von Rihan und Serina entscheidet sich die Autorin dazu, die Geschichte in Perspektivwechseln zu erzählen. Hierdurch erfährt der Leser mehr über die Beweggründe der Drachen aber auch der Menschen. Hiernach erfahren wir, dass Rihan eine sehr schwierige Vergangenheit hatte. Wir erfahren, wie es zu seiner aktuellen Stellung unter den Drachen kam. Auch hier gibt es noch einiges, das ungeklärt bleibt und das die Neugierde auf den Folgeband schürt.
Ein Höhepunkt des Buches sind die Subplots beispielsweise um die Tatsache, dass einer von Serinas besten Freunden Gefühle für die junge Soldatin hegt.
Fazit:
K.J. Nights Reihenauftakt, „Mein Feuer in deinem Lied – Drachenküsse im Mondschein“, ist ein Buch, das so vieles richtig macht.
Eine Welt, in der Drachen, Dämonen und Menschen leben. Ein Mix aus Dystopie und Fantasy. Ein wenig Liebe, epische Schlachten und eine jahrelange Fehde. Diese Zutaten moduliert K.J. Night zu einem beziehungsreichen und inspirierten Werk, dem eine Menge Spannungsmomente innewohnen.
Am Ende steht ein Finale, das vielleicht absehbar war, aber dennoch in einem gekonnten Cliffhanger endet, der neugierig auf eine Fortsetzung macht.