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Der Laden. Zweiter Teil

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Der Laden - 2. Teil - Erfolgreich verfilmt mit Cosma Shiva Hagen - bk1537; Aufbau Verlag; Erwin Strittmatter; pocket_book; 1998

503 pages

First published January 1, 1987

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Erwin Strittmatter

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February 14, 2025
Im zweiten Teil seiner Romantrilogie erzählt uns Strittmatter von seinen Jugendjahren. Während seine Eltern und seine „Anderthalbmeter-Großmutter“ weiterhin in Bossdom hart arbeiten, um mit ihrer Bäckerei und ihrer Landwirtschaft ihr Auskommen zu bestreiten, zieht Esau Matt in die Stadt, um dort als einziger Nachkomme die höhere Schule zu besuchen. Immer wieder wird deutlich, dass das Geld knapp ist: „In den Blumenläden hängen Adventskränze. Ich sehe lange auf sie und eigne sie mir auf diese Weise an. Später werde ich wissen, dass man sich alles zu eigen machen kann, ohne es besitzen zu müssen.“ (S. 142)
Bald erkennt Esau, dass er sich von den ländlichen Dorfbewohnern seiner Heimat distanziert und weder zu ihnen noch zu den Städtern gehört: „Manche auswärtigen Wörter erschienen [den Bossdomern] gespreizt. Kein Bossdomer Bergmann nimmt Stullen, Schnitten, Bemmen oder Brote mit zur Arbeit, sondern Schnieten. Kein Bossdomer sammelt die Blätter aus den geernteten Blaubeeren – er pieweit sie aus.“ (S. 19) Wie schon der erste Teil des Ladens, wird auch der zweite oft Zeugnis regionaler Gepflogenheiten und Redensweisen. Dies macht Strittmatters Bücher bereichernd und lesenswert, wenngleich nicht immer zur leichten Lektüre.
Esau kommt in das Alter, indem Schule nicht mehr das Wichtigste ist, da ihn andere – viel präsentere – Themen umtreiben. „Es geht mir auf, dass es neben Auto-, Geld- Reise- und Geschäftsverkehr auch einen Geschlechtsverkehr gibt.“ (S. 202) Er macht Erfahrungen, die ihn für sein Leben prägen werden, wie der Autor immer wieder in der Rückblende verdeutlicht: „Alles lernt sich, alles lernt sich, auch das Lügen aus Höflichkeit. Oder lüge ich aus Mitleid oder gar aus Liebe?“ (S. 313) Nicht selten schlägt er dabei philosophische Töne an: „Darfst du dich in Naturvorgänge einmischen, darfst du dich überhaupt in Vorgänge einmischen, die dich nicht betreffen? Darfst dus, darfst dus nicht?Wann darfst dus, wann darfst dus nicht? Ich habe die Antwort bis heute nicht gefunden; vielleicht gibt es keine bündige, vielleicht bilden wir uns nur ein, wir müssten auf alle Fragen eine klare Antwort finden, weil wir auf Ordnung aus sind?“ (S. 30); „Von dem Buchschreiber, der ich bin,, weiß ich, dass die von mir geschaffenen Figuren Versuche sind, zu ergründen, wie es mit mir ausgegangen wäre, wenn dieser oder jener meiner schwach ausgebildeten Charakterzüge ausgeformter und kräftiger mein Leben beherrscht hätte.“ (S. 28) oder „Wir lernen auf Erden eine Menge Menschen kennen, aber am wenigsten uns selber.“ (S. 28) Es waren wohl auch Textstellen wie diese, die mir Strittmatters Lektüre besonders sympathisch machten.

Leider beging ich noch während der Lektüre den Fehler, über Erwin und Eva Strittmatters Leben in Schulzenhof zu recherchieren. Sowohl als Eltern als auch menschlich kam Erwin Strittmatter dabei allerdings dermaßen schlecht weg, dass es mir nahezu die Lust an der Lektüre verdarb. Meine Lektion: Die Lektüre lieber unabhängig vom Autor wirken lassen.
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