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Das Versprechen

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Mein Name ist Ryan, und ich habe letzten Monat angefangen, über das Virus zu schreiben. Ich habe für diese wenigen Seiten so lange gebraucht, weil ich nicht viel Zeit zum Schreiben habe, und oft schlafe ich ein, bevor ich einen Satz beenden kann. Ich habe zuerst in der „dritten Person“, wie meine Lehrer immer sagten, geschrieben. Aber dann hat mein Bruder Alan, der mir manchmal über die Schulter schaut und mich auf meine Rechtschreibfehler hinweist, gesagt, ich solle damit aufhören und wie eine normale Person schreiben. Er sagt, es ist zu unheimlich, wenn ich mich wie eine Art Gespenst anhöre, das uns alle beobachtet und seine Kommentare macht, und ausnahmsweise gebe ich ihm Recht. Ich bin jetzt vierzehn. Als man zum ersten Mal von dem Virus hörte, war ich elf, und ich war zwölf, als meine Eltern starben. Es kostet mich noch immer Mühe, über das alles zu reden. Ich bin nicht der Einzige. Manche Kinder sprechen jetzt überhaupt nicht mehr. Sie wachen nachts oft schreiend auf. Alan und ich haben zwei kleine Kinder, Julia und Thomas-Wassermann, in unserer Obhut. In unserer Gemeinschaft auf dem Bauernhof gibt es zwei Fünfzehnjährige. Dann sind da noch sechs Zwölfjährige, drei Dreizehnjährige und vier Zehnjährige. Die älteren Kinder kümmern sich um die jüngeren. Wir haben sie aufgeteilt, so gut wir können. Die meisten von uns haben mindestens zwei „Kinder“. Es ist nicht leicht, aber wir haben ein Versprechen gegeben, und wir wollen es nicht brechen. Es ist leichter für mich, über unser Leben zu sprechen, wie es jetzt ist. Wir leben auf einem großen Hof. Das gehörte zum Plan meiner Eltern. Als offensichtlich wurde, dass das Virus alles töten würde, machten unsere Eltern Pläne für meinen Bruder, meine kleine Schwester und mich. Sie waren vorausschauend. Das war nicht bei allen Eltern so. Ich denke, wir hatten Glück. Sie bestanden darauf, wir sollten nach Süden gehen, wo wir im Winter nicht unter der Kälte leiden würden. Sie sagten uns, welche Bücher wir lesen sollten, um überleben zu können. Sie gaben uns Landkarten und brachten uns bei, wie man Feuer macht und Essen zubereitet, und dann starben sie.

426 pages, Paperback

Published January 22, 2013

About the author

Jennifer Macaire

38 books136 followers
Jennifer Macaire lives in France with her husband, three children, & various dogs & horses. She loves cooking, eating French chocolate, growing herbs and flowering plants on her balcony, and playing golf. She grew up in upstate New York, Samoa, and the Virgin Islands. She graduated from St. Peter and Paul high school in St. Thomas and moved to NYC where she modeled for five years for Elite. She went to France and met her husband at the polo club. All that is true. But she mostly likes to make up stories.

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