Wie sehen die Utopien 25 bis 35-jähriger Filmstudenten/innen im Jahre 2007 aus? Wieso begeistert sich diese Generation dafür, eine Wunsch- und Traumwelt literarisch auszugestalten? Ist das als Flucht zu werten, als innere Emigration, oder als hoffnungsvoller Aufbruch, das scheinbar Unmögliche in die Realität unserer Welt zu tragen? Wer die Antwort finden will, muss dieses Buch lesen, denn es gibt keine kurze, allgemeingültige Antwort auf diese Fragen. Jede Geschichte bietet ihre eigene, individuelle Antwort. Da gibt es den vierzehnjährigen, hochsensiblen Jungen mit durchaus autistischen Zügen, der irgendwo in der Provinz Brandenburgs lebt, sich in eine Traumwelt zurückgezogen hat und die Wirklichkeit paradoxerweise genauer reflektiert als es jede rein äußerliche Beschreibung tun könnte. Oder den jungen Mann, der sich, weil seine Liebe zu groß ist für den Menschen, dem er sie angetragen hat, in eine Kaaba zurückgezogen hat. Oder den futuristischen DJ, der in einem Glaswürfel gefangen das langsame kollektive Verlöschen der Welt beobachtet. Es sind keine lauten, Feuer speienden Apokalypsen, die diese Generation umtreiben. Ihre Seele stirbt lautlos und unspektakulär. Mühelos zerrieben von den scheinbar unabänderlichen ökonomischen kommt ohne Gefühle aus und das Mutter/ Sohndrama im futuristischen Wellnesskomplex spielt sich beiläufig ab. Da freut es einen, wenn der Whisky zum Leben erwacht und sich einen letzten teuflischen Spaß leistet! Denn, wie wir in der fünften Jahreszeit erfahren, ohne das Destruktive, Böse, verkommt das Glück sehr schnell zur endlosen Langeweile..
Christoph Fromm wurde am 17. Juli 1958 in Stuttgart, Bad Cannstatt geboren. Er wuchs in Ludwigsburg auf und bereits während der Schulzeit begann er mit den ersten Schreibversuchen. Nach dem Abitur studierte er an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Während des Studiums arbeitete er als Kameraassistent und Beleuchter, seit 1983 dann erfolgreich als Drehbuchautor.
Er schrieb unter anderem für Dominik Graf die Kinofilme „Treffer“, „Die Katze“, „Spieler“. Für sein Drehbuch „Sierra“ erhielt er 2006 den Deutschen Drehbuchpreis. Der Dreiteiler „Die Wölfe“, den sein Bruder Friedemann Fromm inszenierte, wurde 2009 mit dem International Emmy Award und 2010 mit dem Grimmepreis ausgezeichnet.
2006 gründete er den Primero Verlag. Dort veröffentlichte er die Romane „Die Macht des Geldes“, „Stalingrad – Die Einsamkeit vor dem Sterben“ und „Amoklauf im Paradies“. 2013 entstand gemeinsam mit seinem Bruder Friedemann der Polizeiruf „Der verlorene Sohn“, der viel Aufmerksamkeit erregte. 2014 schrieb er, ebenfalls für seinen Bruder, die sechsteilige Fernsehserie „Die Stadt und die Macht.“ Im Oktober 2020 erschien die Satire "Das Albtraumschiff - Odyssee eines Drehbuchautors".
2017 erschien mit „Ennos gefährliche Reise“, der erste Band der Kinderbuchreihe „Gottfried, der Turborabe“, die die Themen Flucht und Integration auf kindgerechte und humorvolle Art und Weise behandelt, ohne sie zu verharmlosen. Christoph Fromm liest daraus mit großem Erfolg an zahlreichen Schulen. Das nächste Buch „Ennos allerbester Freund“ erschien im Februar 2019. Das dritte Buch "Enno und Kira zeigen es allen" erschien im März 2020.
Christoph Fromm lebt und arbeitet in München. Er unterrichtet auch seit 1992 an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2003 leitet er dort gemeinsam mit Franziska Buch die Drehbuchabteilung.