Leander hat es befürchtet: Seine Familie bekommt Wind von seiner Freundschaft mit Luzie und kommandiert ihn ab – er muss von nun an Promi-Meerschweinchen hüten! Luzie ist enttäuscht, hofft aber insgeheim, von nun an wieder unbehelligt verrückte Dinge tun zu können. Doch mit 13 ist sie noch zu jung, um nicht mehr beschützt zu werden. An Leanders Stelle steht ihr deshalb nun ein ganz besonders langweiliger Körperwächter zur Seite, der jeden Stunt beim Parkour unmöglich macht. Dabei hätte sie ihr Training bitter nötig, um Seppo, den besten Traceur der Stadt, zu beeindrucken. Wie also wird man einen lästigen Schutzengel los? Luzie fällt nur eines ein: Sie muss so schnell wie möglich erwachsen werden! Denn Leander wird ja nicht mehr zu ihr zurückkommen – oder etwa doch? ?
Bettina Belitz, an einem sehr sonnigen Spätsommertag 1973 beinahe in einer Heidelberger Bäckerei zur Welt gekommen, wuchs zwischen unzähligen Büchern auf und verliebte sich schon früh in die Magie der Buchstaben. Lesen alleine genügte ihr dabei nicht – nein, es mussten auch eigene Geschichten aufs Papier fließen.
Nach dem Studium der Geschichte, Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft arbeitete Bettina Belitz als Redakteurin und Freie Journalistin, bis sie ihre Leidenschaft aus Jugendtagen zum Beruf machte.
Heute lebt Bettina Belitz umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern als Freie Autorin in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald und tankt auf dem Pferd oder beim Karatetraining neue Energien.
Ich muss sagen, dass dieser Band ein bisschen anstrengend war. Leander war die meiste Zeit nicht da, Luzie war nicht besonders gut drauf und es schien ständig und mit jedem Streit zu geben. Vorallem Seppo ging mir gehörig auf die Nerven. Außerdem habe ich (genau so wie Luzie) die Parkour Einheiten vermisst.
Jetzt da Leander wieder da ist, kann es mit der Stimmung ja aber nur wieder bergauf gehen!
Luzie hat es ganz und gar nicht leicht: Einen Körperwächter mit menschlichen Bedürfnissen im Haus zu verstecken ist gar nicht so einfach. Vor allen Dingen, wenn dieser eingebildet ist und eine Paranoia vor Weihnachten hat. So muss Luzie ihr ganzes Taschengeld für Leanders horrenden Duschzeugverbrauch ausgeben und sorgt mit scheinbar unermüdlichen Appetit für Misstrauen. Weihnachtsstimmung kommt auch nicht wirklich auf, wenn jemand düster vom “Fest des Todes” munkelt und sämtliche Gefahrenquellen wie brennende Kerzen eliminiert. Als Leander dann von seiner Familie abgeholt wird, ist Luzie ziemlich froh – oder doch nicht?
Der zweite Band der “Luzie & Leander”-Reihe beginnt in der Vorweihnachtszeit. Da es wegen der Witterung zu gefährlich für Parcour ist, muss Luzie gezwungenermaßen pausieren. Der divenhafte Leander macht das Leben auch nicht einfacher. Doch nach dem “Fest des Todes” wird alles anders: Leander verlässt sie und sie bekommt einen neuen Körperwächter names Vitus. Außerdem ist da natürlich noch Seppo, der sich mehr für seine italienische Cousine als für Luzie zu interessieren scheint…
Die größte Schwäche des Buches ist der Klappentext: Der groß angekündigte Vitus taucht nämlich erst mitten im Buch auf. Da ich auf seinem Auftritt gewartet habe, war das doch recht störend. Auch sonst hat mich der Anfang des Buches nicht wirklich überzeugt, Luzie und Leander benahmen sich nervtötend und kindisch, aber wenig sympathisch. Ab Seite 80 nahm das Buch dann langsam Fahrt auf, um sich dann bis zum Ende kontinuierlich zu steigern und in einen gelungenen Finale zu enden. Einige schöne Ideen und Szenen sind dabei: Das Video, der Ball, der Balkon und ein sprechender Serdan. Ganz schwieriger Punkt sind die Gefühle von Luzie und Leander füreinander: Für nur Freunde ist es meiner Meinung nach eigentlich zuviel. Aber vielleicht ist diese Deutung ja auch so gewollt? Insgesamt fällt die Fortsetzung eindeutig gegenüber Band Eins ab und von mir gibt es vor allen wegen den doch recht schleppenden Beginn.
Auch der zweite Band der Reihe um Luzie und Leander war sehr witzig und ich habe während des Lesens immer wieder lachen müssen. Die Figuren bekommen mehr Tiefe und man lernt sie immer besser kennen. So kommen auch die Nebenfiguren, wie zum Beispiel Serdan, mehr ins Blickfeld des Lesers und gewinnen damit an Bedeutung. Auch die Eltern werden immer mehr ins Geschehen einbezogen. Es werden zum Beispiel die typischen Streitereinen gezeigt und die vielen Versuche von Luzies Mutter, sie in ein "richtiges" Mädchen zu verwandeln. Luzie erlebt Veränderungen, die eine 13-Jährige während der Pubertät nun einmal durchmacht und wirkt dadruch sehr authentisch. Man kann sich wirklich gut in sie hineinversetzen und ihre Gefühle gänzlich nachvollziehen. Die Geschichte um sie und Seppo wird ebenfalls weiter ausgebaut, was mich immer wieder zum Schmunzeln brachte und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den beiden weitergeht. Leider steigt die Spannung erst ziemlich am Ende, welche der Geschichte vorher etwas fehlt. Außerdem wurde eine Sache nicht wirklich geklärt, was mich dann doch gestört hat, aber vielleicht klärt es sich auch erst in einem späteren Band oder ich hab es einfach nicht verstanden. Alles in Allem fand ich das Buch wieder ganz wunderbar, aber leider muss ich wegen den zwei kleinen Kritikpunkten einen Stern abziehen und vergebe daher 4 von 5 Sternen.