Wenn das Schlimmste passiert ist, muss man sich endlich nicht mehr davor fürchten.
Joachim machte seine Arbeit gut, die Kollegen schätzten ihn. Wenigstens das stand doch außer Frage. Denn mit der neuen Chefin blieb für ihn nichts, wie es war. So kam der Briefumschlag mit der fristlosen Kündigung beinah wie eine Erleichterung. Aber für Joachims Familie war das Glück längst flüchtig wie das Vertrauen, das sie in sich und das Leben gehabt hatte. Mit »Mobbing« gelingt Annette Pehnt in der Verbindung aus Anteilnahme und literarischer Distanz ein glänzender Roman um ein drängendes Thema.
Ein irreführender Titel. Bei einem Buch mit dieser Überschrift erwartet man eine gewissenhafte Auseinandersetzung mit diesem Thema. Doch behandelt wird es 'nur' aus der Sicht der Ehefrau des Betroffenen. Die Leserinnen und Leser wissen so viel, wie sie von ihrem Mann erfährt, man lernt ihre Gefühls- und Gedankenwelt kennen. Und so entsteht ein recht bruchstückhaftes Bild wie es zu diesem 'Kriegszustand' (lt. ihrem Mann) in seinem Büro kommen konnte, aber im Gegensatz dazu ein umso vollständigeres über eine Beziehung, die díeser Belastung (und vermutlich auch anderen) wohl nicht standhalten wird. In Rückblenden und Momentaufnahmen beschreibt die namenlose Ich-Erzählerin das gemeinsame Leben mit ihren beiden kleinen Kindern, ihrem Mann Jo und die immer stärker werdende Zerrüttung an seinem Arbeitsplatz. Seine neue Chefin ist die Ursache des Ganzen, sie mag ihn nicht, versucht ihn kaltzustellen ebenso wie seinen Kollegen und Freund. Doch ganz so einfach ist es nicht mit der Schuldzuweisung: Immer wieder klingt durch, dass auch Jo kein einfacher Charakter ist. Er wirkt rechthaberisch, unnachgiebig, geht direkt auf Konfrontationskurs. Von seiner Frau erwartet er von Beginn an dass sie uneingeschränkt auf seiner Seite steht. Kommen kritische Fragen blockt er ab und redet nicht weiter, sein eigenes Verhalten scheint er nicht zu reflektieren . Doch auch als die Sache eskaliert, er seine Kündigung erhält, steht sie noch immer nicht völlig hinter ihm, sie kann sein Verhalten nicht nachvollziehen (Ein häufig wiederkehrender Satz ist: '...obwohl er doch jetzt Zeit hätte.') Doch auch sie ist nun ohne Rückhalt: Das wofür sie ihn geliebt hat, existiert nicht mehr (ihr Kraft und Rückhalt zu geben, seine Entschlossenheit usw.). Dass eine Liebe nicht nur im Alltag sondern gerade auch unter besonderen Belastungen zerbricht, zeigt dieses kleine Büchlein mehr als deutlich. Beiden Seiten gelingt es nicht, sich in die Position des jeweils Anderen zu versetzen, ohne das eigene Ich in den Vordergrund zu stellen. Jeder sieht sein eigenes Leid als das jeweils Schwerste an, die Unverstandenheit der eigenen Bürde wächst und das Verständnis für die Last des Anderen sinkt. So währt es nicht lange und die Schuldzuweisungen beginnen. Alles in allem ein ausgesprochen bedrückendes Buch - aber gerade deshalb sehr lehrreich.
Ein hervorragender, kleiner Roman. Die Ich-Erzählerin, Frau des entlassenen Joachim, erzählt im wahrsten Sinne des Wortes, was passiert ist bzw. wie sie es alles erlebt hat: die Veränderungen in ihrem Mann, die Probleme, die sich daraus in ihre Beziehung drängten, überhaupt die ganze Tragweite von Mobbing und Frustrationen. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass es keine direkte Rede mit Anführungszeichen gibt, sondern alles erzählt wird beinahe wie in einem "Bewusstseinsstrom" (alles, was ihr gerade in den Sinn kommt), packt einen die Geschichte unheimlich. Zwei kleine Minuspunkte: Wieso nennt sie das Baby nicht mit dem Namen («Ich schaute dem Baby zu.» - «Es läuft herum und spricht mit mir.»)? Und weshalb in aller Welt hört die Geschichte so abrupt auf? Da hätte ich liebend gerne noch mindestens 100 Seiten weiter gelesen!
מה קורה לאדם שמפוטר אחרי שנים של עבודה בעירייה? מה קורה למשפחתו של אותו האדם?
אנטה פנט מספרת את סיפורם של האנשים הקטנים והרמוסים. אותם עובדים שיום אחד יש להם ביטחון כלכלי, בית בשכונה מטופחת, נסיעה לחו"ל אחת לשנה, חברים ושיגרת חיים של מעמד ביניים מבוסס ויום אחרי המציאות הזו מתנפצת לרסיסים.
זה לא הספר הראשון שעוסק במשבר הכלכלי והתוצאות שלו. קראתי גם את "וכך הגענו לסוף" שעסק באותו הנושא. השוני בינהם בזווית הראיה שאימצה אנטה פנט, זווית ראיה של הרעיה המספרת בגוף ראשון את סיפורו של בעלה, שהולך וקטן למול עינייה עד כדי כך שהוא מעדיף חיים של השפלה ורמיסה בעבודה על פני הסטטוס של להיות מובטל.
כולנו רוצים סביבת עבודה עם מכונת אספרסו, את הביטחון המתעתע שמציעה סביבה כזו.
סביבה כזו תורמת לדימוי העצמי שלנו ומאפשרת לו לשגשג. רובנו נתקשה מאוד לנצל את ההזדמנויות התעסוקתיות שמצב אבטלה מציע לנו, במיוחד אם אנחנו בעלי משפחה. אצל גברים המצב נראה לי שביר יותר, כל הדימוי העצמי הגברי מבוסס על היכולת לפרנס כך שמצב אבטלה מוביל אותם לאימפוטנציה וסירוס כללי.
אנטה פנט אינה מציעה לקורא פתרונות. גם לא נחמה. סיום הספר אופטימי אבל מותיר מועקה גדולה.
ספר חזק, שגורם לקורא להסתכל לעצמו בלבן של העיניים ואינו משחרר.