Claudia Kemfert ist Professorin für Energieökonomie, Leiterin der DIW Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt und eine gefragte Energieökonomin, die unter anderem die Bundesregierung und die EU berät. Leider hören gerade Politiker*innen ihr häufig nicht zu, so scheint es, oder entscheiden sich bewusst gegen ihren Ratschlag. In "Schockwellen: Letzte Chance für sichere Energien und Frieden" rechnet sie mit der deutschen Klimapolitik der letzten zwei Jahrzehnte ab - schonungslos und faktenbasiert. Sie geht der fossilen Abhängigkeit Deutschlands von Russland auf den Grund, kritisiert das bewusste Ausbremsen der Energiewende und erklärt, dass der Verbrennung fossiler Energien den Rücken zu kehren und sich der effizienten Nutzung erneuerbarer Energien zuzuwenden einer Entscheidung gegen ein zentralistisch-autokratisches und zerstörerisches System hin zu einem dezentralen, demokratischen und friedlichen System gleichkommt. Ihr Buch liest sich oft wie ein (Wirtschafts)Krimi, sie vermag es, mit ihrem lockeren, bisweilen auch sehr provokanten Ton mitzureißen. Für meinen Geschmack an einigen Stellen etwas zu repetitiv und verallgemeinernd, insgesamt aber eine ausgesprochen lohnende, augenöffnende Lektüre.