Sie waren langst in den Archiven verschwunden und allenfalls fur einige Fachleute von die Diskussionen urn Fragen der Stadtplanung, des Wohnungsbaus oder der Denkmalpflege, die Architekten und Publi zisten, Wissenschaftler und Politiker nach dem Krieg im ostlichen Teil Deutschlands fuhrten. Als im Fruhjahr 1989 mit der Arbeit am Thema dieses Buches begonnen wurde, bot die Deutsche Demokratische Repu blik das Bild eines stabilen, in seiner Existenz nicht ansatzweise in Frage gestellten Staates. Erst nach ihrer unerwarteten und raschen Auflosung finden viele Aspekte ihrer Geschichte, vor allem auch im Westen Deutschlands, wo bis dahin Desinteresse vorherrschte, Beachtung. Der Zeitraum, dem diese Untersuchung gilt, das erste Jahrzehnt nach dem Ende von nationalsozialistischer Diktatur und Weltkrieg, liegt genugend weit zuruck, urn in erster Linie unter historiographischen Gesichtspunkten betrachtet zu werden. DaB Erscheinungen aus dieser Zeit wieder in hoherem MaBe als von Belang fur die Gegenwart empfun den werden, ist eine Folge jener Veranderungen. Wenn heute intensiv uber Architektur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR gesprochen wird, ist das selbstverstandlich. Nicht selbstverstandlich ist, daB manche The men aus den vierziger und funfziger Jahren wieder auftauchen, als hatte es die vier Jahrzehnte, die seither vergangen sind, nicht gegeben. Ob aus der Ruine der Dresdener Frauenkirche wieder ein intaktes Bauwerk entstehen solI, diese Frage aus den ersten Nachkriegsjahren fullte monatelang die Feuilletons und die Leserbriefseiten der Zeitungen.
Musste es fix für die Uni durchlesen. Gute und verständluche Zusammenfassung der Diskussion in der sowjetischen Besatzungszone und später DDR über Leitbilder in Architektur und Städtebau von 1945 bis 55. Mehr über kulturpolitische Stimmung als über Architektur, aber auch darüber nimmt man spannende facts mit, besonders die Stalinbauten am Frankfurter Tor bis Strausberger Platz. Einige Original Schriften und Quellen im Anhang zusammengestellt.