Unnachahmlich treffsicher nimmt der Historiker Götz Aly den keineswegs immer »vorbildlichen« Umgang der Deutschen mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit in den Oft ist von »den Tätern« die Rede, wenn es um die NS-Verbrechen geht, von »der SS« oder »den Nationalsozialisten«. Doch es waren Hunderttausende Deutsche, die aktiv Menschheitsverbrechen ungeheuren Ausmaßes begingen, und viele Millionen, die diese billigten, zumindest aber geschehen ließen.
Götz Aly setzte sich in seinen Reden der vergangenen Jahre, von denen die wichtigsten in diesem Band versammelt sind, immer wieder mit den vielfältigen Praktiken auseinander, die Schuld auf möglichst kleine Gruppen und Unpersonen abzuschieben. Doch auch wenn sich mancher dagegen sperrt, so zeigt Götz Aly, es bleibt »Unser Nationalsozialismus«. Seine Maxime Die Vergangenheit nicht »bewältigen«, sondern vergegenwärtigen. So lässt sich daraus lernen.
»Götz Aly (hat) uns vor Augen geführt, dass kein deutscher Staatsbürger sich heute davon freisprechen kann, vom Holocaust möglicherweise profitiert zu haben. Es bleibt die Schuld, die von allen beglichen werden muss.« Patrick Bahners zur Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2018 an Götz Aly
Götz Haydar Aly is a German journalist, historian and social scientist.
After attending the German School of Journalists, Aly studied history and political science in Berlin. As a journalist, he worked for the taz, the Berliner Zeitung and the FAZ. Presently, from 2004 to 2005, he is a visiting professor for interdisciplinary Holocaust research at the Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main.
Ich hatte nicht erwartet eine Reihe von Reden zu finden in diesem Buch, das hat mir grundsätzlich nicht gefallen, aber hätte man durch etwas Recherche vorher natürlich rausfinden können. Ich konnte mich dann trotzdem ganz gut an die Mischung gewöhnen, weil ich den Schreibstil von Aly sehr schätze. Viele Reden waren durchaus interessant, andere eher weniger. Teilweise sind Geburtstagsgrüsse mit drin, das fand ich etwas skurril.
Reden und Schriften zu verschiedenen Themen der Geschichte, Politik, Soziologie - zum Beispiel eine Rede zum Holocaust-Gedenktag im Thüringer Landtag als direkte Gegenrede gegen Äußerungen Höckes - Detailbetrachtungen zu Einzelthemen, Geschichtsschreibung zu Details im Kontext der Zeit