Ganz gutes Buch, schreckliche Übersetzung.
(der Originaltitel "You gotta have balls"bezieht sich auf Edeks Restaurant. Im Deutschen: Klops braucht der Mensch, abgeleitet von dem Idiom "Grips braucht der Mensch", anscheinend.)
Ruth, die Protagonistin, ist eine wahnsinnig privilegierte Frau, aber sie merkt es irgendwie nicht. Sie sehnt sich nach feministischer Solidarität, zeigt sich aber nicht sonderlich solidarisch mit anderen Frauen. Weil sie aber gleichzeitig so naiv ist und unter dem von der Gefanngenschaft in Ausschitz ihrer Eltern ausgelöstem Transgeneratinalem Trauma leidet, kann ich ihr das ganz gut verzeihen, zumal sie charakterliche Entwicklung an den Tag legt (anders als beispielsweise bei Meg Wolitzers"Die Zehnjahrespause", wo ich gar nicht klargekommen bin mit den weiblichen Charakteren).
Ihr Vater 87-jähriger Vater Edek will ein Restaurant eröffnen, was sie ihm kaum zutraut (zurecht).
Ich fand die Geschichte charmant und schnell zu lesen, angemessen witzig, aber ein bisschen flach. Und, wie oben schon gesagt, die Überetzung ist absolut nicht zu empfehlen.