Die Bergmanns waren eine ganz normale Familie. Bis Sarah, die sechzehnjährige Tochter, eines Abends auf dem Nachhauseweg ermordet wird. Jetzt, ein Jahr später, ist der Gerichtsprozess vorbei, der Täter verurteilt. Doch was geschieht mit denen, die zurückbleiben, die mit ihrem Leben nicht einfach weitermachen können? Vom Atmen unter Wasser erzählt vom Versuch einer Familie, mit ihrer Trauer umzugehen. Als die Mutter am ersten Jahrestag von Sarahs Ermordung einen Suizidversuch unternimmt, bittet der Vater den Sohn um Hilfe. Ausgerechnet Simon, der Zeit seines Lebens im Schatten der jüngeren Schwester stand, soll nun die Balance der Familie wiederherstellen. Und tatsächlich: Es gelingt ihm, seine Mutter in ihrem Kokon aus Trauer und Wut zu erreichen - doch dabei gerät er an seine Grenzen und droht sich selbst zu verlieren.
Lisa-Marie Dickreiter wurde 1978 in Furth im Wald (Bayern) geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Drehbuchstudium an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, das sie 2006 mit Diplom abschloss.
Ihr Debütroman "Vom Atmen unter Wasser" ist 2010 im Berlin Verlag erschienen und wurde 2008 mit Andrea Sawatzki, Thorsten Merten und Adrian Topol für SWR/arte verfilmt. 2014 erschien bei Oetinger ihr erster Roman für Kinder, den sie zusammen mit Winfried Oelsner geschrieben hat.
Lisa-Marie Dickreiter lebt und arbeitet als freie Autorin und Dramaturgiedozentin im Schwarzwald und in Berlin.
Einen geliebten Menschen zu verlieren ist an sich schon schlimm genug. Dass die Tochter ermordet wurde, macht alles noch viel schlimmer. Ich finde, dass Anne mit dem Verlust noch am besten umgeht. Das mag angesichts ihres Selbstmordversuchs absurd klingen, aber sie setzt sich mit dem Verlust auseinander und schafft es letztendlich nicht, damit umzugehen. Mit ihrem Verhalten macht sie es ihrem Sohn und Mann nicht leicht, aber ich kann ihre Verzweiflung und ihren Zorn gut verstehen.
Simon und sein Vater flüchten- der eine aus dem Haus, der andere in den Alltag. Gerade den Vater kann ich nicht verstehen. Man kann doch nicht einfach so weitermachen und glauben, das die tagtägliche Routine hilft. Jeder der drei trauert alleine. Eine Lösung gibt es letztlich nicht, aber zumindest sieht man am Ende des Buchs einen Weg.