In der JUNIUS-Reihe "Zur Einführung" gibt Gerhard Schweppenhäuser einen pointierten Überblick über das Gesamtwerk Adornos. Vervollständigt wird die Darstellung durch eine repräsentative Auswahlbibliographie sowie eine biographische Zeittafel.
Schweppenhäuser beginnt passend mit Adornos Kritik an Aktionismus und dem Drang nach konstruktiver Kritik und entlarvt ihn als Immunisierungsstrategie gegen Gesellschaftskritik. Diese Kritik als bestimmte Negation der bestehenden Negativität sei allerdings das Einzige, das dem Individuum Trost spenden könne.
Eine grundlegende Einsicht Adornos, an der es zeitgenössischer Gesellschaftstheorie oft mangelt, ist, dass es keine struktjurelle Erkenntnis ohne einen kritischen Begriff von Totalität geben kann. Dieser ist nicht der Empirie zu entnehmen. Vielmehr sei ausgehend von gesellschaftlichen Phänomenen auf die Erkenntnis der Struktur der Totalität zu zielen. Damit einher geht die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Wesen als notwendige Bedingung von Kritik.
Es folgen einige Erläuterungen zur Dialektik der Aufklärung und Schweppenhäuser stellt in dem Zusammenhang den kulturindustriell erzeugten Schein heraus, dass nichts anderes bestehen könnte und das gesellschaftliche Ganze ein Naturverhältnis sei. Generell laden die zitierten Passagen verschiedener Werke dazu ein, sie im Kontext des gesamten jeweiligen Werks zu lesen. Den Fokus legt Schweppenhäuser neben der Dialektik der Aufklärung auf die Ästhetische Theorie, Negative Dialektik, Minima Moralia und die soziologischen Schriften Adornos.
Wie passend die Einführung insgesamt ist, lässt sich aber nur sagen, wenn man über das Werk Adornos im Ganzen Bescheid weiß, was üblicherweise nicht der Fall ist, wenn man ein Einführungsbuch liest.
Mir ist dieses Buch zusammen mit der Einführung zu Sartre (Suhr, ebenfalls Junius Verlag) im Urlaub in die Hand gefallen, und dafür war es richtig: kurz genug, um es gut zwischendurch und am Abend zu lesen, aber dicht genug, wenn man einen Fuß in die Tür von Adornos Denken bekommen möchte. Fand die Zusammenstellung gelungen, auch wenn das Kapitel zur emanzipierten Gesellschaft für mich noch etwas mehr Raum vertragen könnte. Generell reduziert Schweppenhäuser Adorno aber nicht auf die üblichen Schlagworte, sondern zeigt kompakt, wie Gesellschaftskritik, Erkenntniskritik, Moral, Kunst und Kulturindustrie zusammenhängen. Für komplette Anfänger ist das Buch vielleicht stellenweise etwas anspruchsvoll weil die Denkbewegungen von Adorno nicht noch mehr kondensiert werden können, ohne dabei an Gehalt zu verlieren. Die Sprache ist aber auf jeden Fall zugänglicher als bei Adorno selbst. Als ernsthafter Einstieg funktioniert es gut, ist aber (meiner Meinung nach) keine bequeme Übersicht (was dieses Buch für sich aber auch nicht beansprucht).
quite a succinct, unpretentious and – i daresay – accessible intro to adorno's thought, which i am now better able to see as a constellation. but the hair-splitting & abstract philosophising between white men of the german intellectual tradition is extremely tiresome. i'm still not sure how i feel about adorno's theories on aesthetics, and there's a point at which i want to stop reading about the destructive effects of the mass culture industry and his (to me quite snobbish?) dismissals of the cultural commodities produced within its logics (call it ideology, false consciousness, whatever, pls just talk abt smth else). the bits about historical & political orientations (and praxes) were more appealing to me
always when I read stuff from the Frankfurt Schule I feel like it's either nonsense, I'm missing the point (lack the intelligence to comprehend it), but it's nonetheless satisfying to read.