Weltweit werden immer mehr Naturräume unter Schutz gestellt. Das klingt nach einem wichtigen Beitrag zur Rettung des Planeten. Doch in diesen Gebieten leben Millionen Menschen. Im globalen Süden wird den Ärmsten ein Großteil ihres fruchtbaren Ackerlandes weggenommen. Geht Artenvielfalt auf Kosten von Menschenrechten?
Simone Schlindwein hat mehr als ein Jahr im Kongo und in Uganda recherchiert. Sie berichtet davon, wie Nationalparks zu Festungen ausgebaut werden und hochgerüstete Wildhüter immer häufiger Gewalt gegen Indigene und örtliche Bauern anwenden. Als Geldgeber sind darin westliche Länder wie Deutschland verstrickt, deren Rüstungskonzerne zugleich von der Militarisierung des Naturschutzes profitieren. Dabei gäbe es zu westlichen Schutzkonzepten durchaus afrikanische Alternativen.
DNF - irgendwann wurde es repetitiv. Aber grundsätzlich sehr spannend ob und wie Naturschutz in Afrika betrieben wir und warum es oftmals problematisch ist…
Ich fand das Buch sehr interessant, da es einen Aspekt des Naturschutzes aufzeigt, der mir so noch nicht bekannt war. Das Thema wird auch relativ umfassend betrachtet, es kommen verschiedene Seiten zu Wort und die Entwicklung von Nationalparks von den Anfängen bis heute wird nachvollziehbar dargestellt.
Allerdings beleuchtet das Buch vor allem Widersprüche zwischen dem Vorgehen "des Nordens" (der Begriff "Westen" im Titel macht meines Erachtens wenig Sinn) auf der einen und der lokalen Bevölkerung auf der anderen Seite und setzt so implizit homogene Interessen und Zugänge beider Seiten voraus. Damit wird übergangen, dass es auch innerhalb des Kongos und anderer Staaten sehr unterschiedliche soziale und ethnische Gruppen gibt, die ganz unterschiedliche Interessen haben. So wird zwar im Buch an einer Stelle erwähnt, dass die massive Gewalt von Parkrangern gegen lokale Volksgruppen teils rassistische Gründe haben könnte, das Buch beschäftigt sich allerdings vor allem mit der Aufrüstung der Parkranger durch den "Westen" und suggeriert so, dass dies die primäre Ursache der Gewalt wäre. Auch sonst wurde die jeweils innerstaatliche Politik