2023: Anat hat den Wehrdienst angetreten und trifft bei einer Übung im Westjordanland auf Karim, einen jungen Palästinenser. Beide sind wie gelähmt vor Angst, doch Karim bringt sie im Schutz der Dunkelheit zurück nach Jerusalem. Als er selbst bei einer Demonstration festgenommen wird, setzt sich Anats Mutter für ihn ein …
1947/1948: Tessa kommt als Halbwaise nach Palästina und begegnet in Jerusalem Mo, dessen Familie von dort vertrieben wurde. Sie freunden sich an, doch in den Kämpfen nach der Staatsgründung Israels trennen sich ihre Wege. Wird es ihren Enkeln gelingen, sich zu versöhnen?
Der renommierten Journalistin Anja Reumschüssel gelingt es ihn ihrem ersten Roman ebenso spannend wie kenntnisreich von der komplexen Geschichte Israels und seiner zwei Völker zu erzählen. In der Gegenwart verortet und doch mit Rückblicken bis zur Zeit der Staatsgründung versehen, entsteht hier ein differenziertes Bild des Nahost-Konfliktes, das Verständnis fördert und Hoffnung entstehen lässt.
So aktuell wie das Buch ist und so informativ, dürfte es wohl der Favorit für den Deutschen Jugendbuchpreis sein.
Wenn man literarisch Jugendliche informieren will, dann ist das das Buch der Stunde und durchaus lesenswert - wenngleich die historische Lehrstunde manchmal etwas zu stark im Zentrum steht.
Trotzdem: Lesenswert und eine Empfehlung- durchaus auch als Schullektüre.
«Es fühlte sich nicht nach einem Zuhaus an. Und der Junge auf dem Dach, Mo, der fühlte sich gar nicht mehr wie ein Araber an. Nicht wie einer, den man fürchten musste.»
Dieser Jugendroman hat mich begeistert. Zwei Geschichten, die zusammenhängen. 1947/1948: Tessa kommt als Halbwaise nach Palästina und begegnet in Jerusalem Mo und sie freunden sich an. Mos Familie wird im Verlauf aus der Stadt vertrieben, so trennen sich ihre Wege nach der Staatsgründung Israels. 2023: Anat hat den Wehrdienst angetreten und verläuft sich bei einer Übung im Westjordanland, trifft auf Karim, einen jungen Palästinenser. Beide sind wie gelähmt vor Angst, doch Karim bringt sie im Schutz der Dunkelheit zurück nach Jerusalem. Als er selbst bei einer Demonstration festgenommen wird, setzt sich Anats Mutter für ihn ein und holt ihn aus dem Gefängnis. Zwei Freundschaften zwischen zwei verfeindeten Parteien. Der Konflikt zwischen Juden und Palästinensern ist in diesem Jugendbuch gut recherchiert und berührt, weil sie lebendig und einfühlsam aus je zwei Perspektiven geschildert wird.
«Die meisten von ihnen waren ohnehin streng religiös und damit gegen einen jüdischen Staat und gegen die Zionisten. Sie glaubten daran, dass alleine der Messias am Ende der Zeiten einen jüdischen Staat ausrufen dürfe. Und das kein Mensch, auch kein noch so gläubiger Jude, dem Messias diese Arbeit abnehmen könne.»
Geschichte durch handelnde Personen begreifbar machen – immer wieder die beste Idee, historische Geschehnisse spannend und gleichzeitig plastisch zu verdeutlichen. Seit ich denken kann gibt es den dauernden Konflikt im Nahen Osten. Wie ist er entstanden und seit wann gibt es Israel? Warum schließt man keinen Frieden? Alle die Fragen werden in diesem Jugendbuch nebenbei erklärt. Jugendliche, die auf den «Feind» treffen, auf den Seiten stehen, die ihrer Eltern, ihre Religion, ihnen vorgibt. Aber wollen letztendlich nicht alle Menschen nur in Frieden leben? Gut recherchiert schafft es die Journalistin Anja Reumschüssel von der komplexen Geschichte Israels und seiner zwei Völker zu erzählen. Einmal in der Gegenwart verortet und zum anderen in Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg zur Gründung des Staates Israel. Hier entsteht hier ein differenziertes Bild des Nahost-Konfliktes, das Verständnis fördert und Hoffnung entstehen lässt. Zwei spannende Familiengeschichten, die doch zusammengehören.
«Wenn wir einfach alle nur als Menschen zusammenleben würden, ohne an einen Gott zu glauben, dann hätten wir keine Probleme, oder?», fragte er dann. Wieder so eine Frage, auf die jede Antwort hohl klingen musste.»
Yerushalayim oder Al-Quds? Jerusalem wird im Hebräischen Yerushalayim genannt und von den Palästinensern Al-Quds, eine Stadt, die für Juden, Moslems und Christen religiös und historisch von großer Bedeutung ist. Hier treffen sich die 15-jährige Tessa und der gleichaltrige Mo spät am Abend auf dem Dach eines Hauses. Tessa, Theresa, ist gerade im Land angekommen, sie hat in Deutschland das Konzentrationslager überlebt, dabei ihre Mutter und den kleinen Bruder verloren. Der Vater hatte es vorher geschafft, in dieses Land zu fliehen. Er war der Attentäter, der das Grandhotel in Jerusalem in die Luft jagte, in dem Mos Vater arbeitete und ums Leben kam. Und es wird Mos Onkel sein, der Tessas Vater dieses Haus verkauft. Aber davon wissen die beiden Jugendlichen nichts, die sich auf dem Dach treffen. Mo muss später mit seiner Mutter die Stadt verlassen. Sie ziehen nach Bethlehem in ein Flüchtlingslager, wo er die Schule abbrechen muss, in einer Metzgerei arbeiten, um die Familie zu ernähren – zwei entwurzelte Familien. Am 29. November 1947 war durch eine UN-Resolution der Weg zur Gründung zum Staat Israel beschlossen worden; wobei eigentlich zwei Staaten geplant waren. Doch es kam anders. Die Briten verließen das Palästina und überließen den verfeindeten Gruppen das Land. Die Juden pochten darauf, es sei ihr Land, sie seien vor 2000 Jahren daraus vertrieben worden, und das ihn nun zugesprochene Gebiet sei mit Recht ihres. Die Araber hielten dagegen, sie seien seit Jahrhunderten hier ansässig und ließen sich nicht vom Land ihrer Väter vertreiben. Ein Konflikt mit blutigen Kämpfen, der bis heute schwelt.
«Keine Grenzen, keine Staaten, keinen Wehrdienst und keine Armee. Anat fand den Gedanken zwar verlockend, gleichzeitig aber auch albern. So lange es Menschen gab, hatte es Gruppen, Stämme, Völker gegeben, die sich gehasst und gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben. Das fing bei Kain und Abel an, die laut der Thora die Kinder der ersten Menschen waren. Wir sind wohl nicht zum Frieden geschaffen, dachte sie.»
Anat muss ihren Wehrdienst in der israelischen Armee leisten. Sie würde lieber studieren. Sie trifft auf den Palästinenser Karim, der im Aida-Flüchtlingscamp im Westjordanland wohnt, israelische Soldaten und die Mauer mit Steinen beschmeißt. Flüchtling in dritter Generation?, das gilt für Anat nicht, insbesondere, da es ja gar kein Camp ist. Für sie ist er ein Araber, denn die Existenz Palästinas, wird von Israel nicht anerkannt; sie stehen gleich für das Wort Terroristen. Und für die Palästinenser sind alle Juden Todfeinde, die ihnen ihr Land weggenommen haben, immer mehr wollen. Kann hier eine Annäherung, eine Freundschaft entstehen? Anja Reumschüssel stellt sich nicht auf eine Seite, sondern sie lässt ihre Figuren sprechen, miteinander Meinung austauschen, sich annähern und nach Lösungen suchen. Und sie kommen zum Punkt: Solange die extremen Gruppen ihrer Völker, die nicht unbedingt die Mehrheit vertreten, nicht aufeinanderzugehen und Frieden schließen, wird der Krieg weiter lodern. Karims Bruder findet eine eigene Lösung für sich … Was die einen als Nationaltag feiern, gedenken die anderen als Trauertag. Gut recherchiert mit einer Menge an historischen Hintergründen, die eingeflochten werden, gibt die Journalistin ein differenziertes Bild des Nahost-Konfliktes; und das in zwei spannenden Geschichten. Ein stimmungsvoller Jugendroman, emphatisch, spannend, geschichtsträchtig – ein Roman mit Wucht! Kann auch als Unterrichtsmaterial genutzt werden. Der Carlsen Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 14 Jahren. Das passt für mich – aber letztendlich Allage. Großartiges Jugendbuch!
Anja Reumschüssel, geboren 1983, arbeitet als Autorin und Reporterin in Deutschland und weltweit. Sie hat Publizistik, Soziologie und Theologie studiert, die renommierte Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg absolviert und längere Zeit in Israel gelebt und recherchiert. Als freie Journalistin schreibt und produziert sie Videos, unter anderem für den STERN, GEO Wissen, ze.tt und Spiegel Online. Für ihr Jugendsachbuch über «Extremismus» wurde sie mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Nach weiteren ebenfalls hochgelobten Sachbüchern für Jugendliche erscheint mit «Über den Dächern von Jerusalem» ihr erster Roman.
teilweise ziemlich repetitiv (ist glaube ich aber beabsichtigt) und sind mir etwas zu viele Zufälle, die Autorin sagt selbst im Nachwort, dass diese Geschichte ziemlich unrealistisch ist. Zum Lesen fand ich diese Zufälle schön, gerade das störte mich aber irgendwie, ich wollte schliesslich nichts beschönigt haben und hätte mir eine etwas weniger künstlich konstruierte Geschichte gewünscht. Allerdings darf ich nicht vergessen, dass das ein Roman, kein Sachbuch ist und sich an Jugendliche wendet, die nunmal nicht undbedingt die Zielgruppe für trockene Geschichtsbücher sind. Deshalb finde ich das Buch trotzdem wichtig, es schafft erleichterten Zugang zum Thema Nahostkrieg und auch ich, die schon Geschichtsbücher darüber gelesen und Podcasts dazu gehört hat, habe nochmal dazugelernt, das Buch ist nämlich durchaus gut recherchiert. Hinten im Buch ist zudem ein kurzes Glossar, wo verschiedene arabische und hebräische im Buch verwendete Worte und deren deutsche Übersetzung aufgeführt sind. Empfehlenswertes Buch, auch wenn mir die Umsetzung der Handlungsidee (Israelis und Palästinenser bzw. Juden und Muslime verschiedener Generationen treffen aufeinander) zu unrealistisch ist.
Ein so starker und wortgewaltiger Roman über Israel und Palästina, der frustriert, zornig macht und Verständnis erzeugt. Ich habe jede Zeile geliebt. 💚
Stellenweise ist das Buch schwere Kost, denn die Charaktere machen keinen Hehl daraus, dass sie rassistische und antisemitische Vorurteile haben. Mir wurde es in manchen Szenen echt zu viel, da mir das Argument "Aber die Terroranschläge, die von eurer Seite ausgingen..." irgendwie zu oft von den Charakteren genutzt wurden, nur in immer wieder anderen Worten verpackt. Dafür fand ich es gut, dass es gegen Ende hin doch recht hoffnungsvoll wurde!
„Über den Dächern von Jerusalem“ ist eine Geschichte über das Zusammenleben von Palästinensern und Israelis in Jerusalem und allen Konflikten, die über die Jahre aufgekommen sind.
Tessa, 15 Jahre, hat das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt und wünscht sich nur eins: endlich zu ihrem Vater in das Land gehen zu dürfen, dass den Juden versprochen wurde und an dessen Errichtung Tessas Vater im Untergrund in Jerusalem arbeitet. Der arabische Jugendliche Mo verliert zur gleichen Zeit 1947 seinen Vater bei einem von Juden ausgeführten Bombenanschlag auf ein Hotel in Jerusalem. Immer mehr Juden kommen ins Land und drängen die arabische Bevölkerung brutal zurück. Durch einen Zufall begegnen sich die beiden Jugendlichen und obwohl sie bezüglich des Konflikts gegensätzliche Ansichten haben, ist da auch etwas, das die beiden verbindet. 2023: hier treffen ebenfalls zwei Jugendliche aufeinander. Anat ist Soldatin der israelischen Armee und Karim, ein palästinensischer Jugendlicher. Zunächst sind sie einander gegenüber sehr misstrauisch und haben Angst, der andere könnte ihnen etwas tun, bis sie lernen einander zuzuhören.
Das Buch erschien im Februar 2023. Seitdem ist der ungelöste Konflikt in Nahost noch weiter eskaliert.
Mit ihrem Debütroman gelingt es der Journalistin Fakten zum Nahost-Konflikt, der Geschichte Jerusalems und seiner Völker ebenso spannend wie kenntnisreich zu erzählen. Hierbei verortet sie ihre Geschichte sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit und zeichnet ein sehr differenziertes Bild des Konflikts.
Die Autorin stellt sich in ihrem Buch auch nicht auf die eine oder die andere Seite und versucht auch nicht ihren Leser dazu zu bringen für eine Seite Partei zu ergreifen. Die wichtigsten Botschaften dieser Geschichte sind Frieden und vor allem Hoffnung auf Frieden, denn nichts wünschen sich die Protagonisten des Buches mehr.
Von mir erhält dieser Roman auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Vielleicht schon jetzt eines meiner diesjährigen Jahreshiglights? Ich habe es gerade beendet und es hat mich so beeindruckt. Ich bin sogar traurig, dass die Geschichte nun vorbei ist und würde am liebsten noch einmal von vorn bei Mo und Tessa beginnen.
Ich habe sehr genossen, dass Buch zu lesen. Besonders Mos und Tessas Geschichte. Aber auch die von Anat und Karim hat mich beeindruckt. Generell das ganze Buch. Ich kann meine Gedanken und Gefühle dazu noch gar nicht so richtig in Worte fassen. Ich habe unfassbar viel gelernt, will noch mehr über das Thema wissen und mich weiterbilden, weil das Buch Lust darauf macht. Das Nachwort ist auch echt stark und klärt nochmal einiges auf. Ich mag die Charaktere, ihre Gedanken und Hinterfragungen, Beweggründe und die Geschichte an sich. Vor allem auch, wie am Ende alles miteinander verflochten wird. Als ich es das erste Mal verstanden hab, dachte ich, das hätte ich mir noch mehr gewünscht und in den letzten Kapiteln, die mich dann auch sehr glücklich gemacht haben, ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen. Mo und Tessa sind definitiv meine Favoriten aus dem Buch und ich kann es wirklich jedem empfehlen, zu lesen. Es ist wohl gerade auch wieder aktueller denn je.
Tessa hat den Holocaust überlebt und reist 1947 allen Schwierigkeiten zum Trotz zu ihrem Vater nach Jerusalem. Dort erlebt sie die Gründung des Staates Israel und die darauf folgenden Kämpfe zwischen Juden und Arabern, Israelis und Palästinensern. Und sie lernt Mo kennen, der arabische Junge von nebenan, mit dem sie sich nachts auf dem Dach seines Hauses trifft. Die Lesenden bekommen durch den Austausch der beiden einen sehr direkten Einblick in die Grundlagen des Nahost- Konflikts, denn Tessa und Mo vertreten ihre Interessen deutlich- und schaffen es dennoch, ihren Zorn immer wieder zu zügeln und ihre gegenseitige Wertschätzung davon nicht ruinieren zu lassen. Im Hier und Heute lernt Anat, Soldatin der israelischen Armee, den arabischen Jungen Karim kennen, der ihr zurück nach Hause hilft, als sie auf palästinensischem Gebiet zurückgelassen wird. Als Karim nach einer Demonstration im Gefängnis landet, sorgt Anat für seine Freilassung und versteckt ihn in ihrem Haus- und dort macht Karim eine Entdeckung, die die Welt für die beiden verändert... Einfacher kann man den Nahost-Konflikt nicht erklären. Absolut lesenswert für jeden Menschen!
Ich denke ich lasse dieses Buch ohne Rating, da ich finde, dass dieses Buch sich abseits meiner alltäglichen Lektüre befindet und ich mich daher mit einer Bewertung schwer tue. Das Buch ist Bestandteil meiner Uni Lektüre und ich muss sagen ich bin sehr froh darüber!!
Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich zunächst Befürchtungen, dass es in eine Richtung verläuft ohne kritische Betrachtung. Jedoch überraschte mich diese Art und Weise.
Das Buch umfasst ein solch komplexes Thema und beschäftigt sich auf eine beeindruckende Weise damit. Multiperspektivität, tiefgründig mit historischen Zusammenhängen und all das ohne die Leserschaft aktiv in eine Richtung zu lenken. Ein guter Einstieg für all jene, die sich bisher noch nicht damit auseinandergesetzt haben oder auch für all jene, die einen literarischen fiktiven Beitrag dazu lesen wollen.
Definitiv empfehlenswert nicht nur für die Jugend, sondern für jede Altersstufe! Jedoch sollte definitiv davor, dabei ujd danach eine Reflexion stattfinden und weitere Recherche erfolgen- meiner Meinung nach, ist natürlich jedem selbst überlassen…
Ich habe die Geschichte und das Thema, das ja auch gerade sehr aktuell ist sehr gerne und mag es sehr gerne wie diese Geschichten zwei unterschiedlichen Zeitlinien so miteinander verwoben sind. Ich denke einfach, dass man den Schreibstil besser ausbauen könnte, oft wird die Spannung durch vorwarnende Sätze wie zB „Sie sollten sich nicht mehr wiedersehen“ einfach genommen und die Charaktere erklären Dinge, die ihr Gegenüber wohl wissen würde und so fühlt es sich oft so an als würden die Charaktere das sagen, was die Autorin selbst erklären würde, und nichts realistisches. Ich denke auch sie würden nicht so oft darüber reden wie im Buch. Ich denke, es wäre gut gewesen mehr von der Situation als von den Dialogen zu erzählen. Ich finde auch die Charaktere sind sich alle sehr ähnlich von den Persönlichkeiten her. Dadurch, das muss man auch anmerken, lernt man andererseits sehr viel über die Situation und das ist wiederum positiv. Das alles zum Schreibstil ist allerdings nur meine eigene Meinung, und ich habe das Buch trotzdem sehr gerne gelesen.
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Obwohl ich die literarische Qualität und die gut recherchierte Darstellung von Über den Dächern von Jerusalem anerkennen kann, hat mich die politische Haltung des Buches enttäuscht.
Das Buch verortet Gewalt und Trauma auf beiden Seiten, ohne die strukturelle Machtasymmetrie klar zu benennen. Es bleibt in einem „Versöhnungsnarrativ“ stecken, das letztlich dazu beiträgt, die Verantwortung des israelischen Staates und seiner internationalen Unterstützer zu verwässern.
Ich lehne keine Mitmenschlichkeit ab – jüdische Israelis verdienen Sicherheit und ein Leben in Würde. Aber ihr Leiden darf nicht zur Relativierung der historischen Schuld instrumentalisiert werden. Dass das Buch das nicht klarer positioniert, war für mich ein Ausschlusskriterium.
Ich wünsche mir Literatur, die den Mut hat, koloniale Gewalt beim Namen zu nennen, palästinensische Stimmen ins Zentrum stellt und nicht auf falsche Symmetrie setzt.
Ich denke, dass das Buch gerade für die eigentliche Zielgruppe von jugendlichen Leser*innen sehr gut geeignet ist, um differenziertes Wissen zum Nahostkonflikt zu vermitteln und eine Auseinandersetzung zu ermöglichen. Mir selbst war die Geschichte ein bisschen zu plakativ geschrieben und ich wurde mit dem Schreibstil nicht so richtig warm. Viele Gespräche zwischen den Hauptcharakteren haben sich für mich nicht authentisch angefühlt, sondern so als müsste jetzt nochmal etwas zu Israel oder Palästina gesagt werden und die Hauptcharaktere übernehmen das eben dann. Alles in allem trotzdem eine wichtige Geschichte, die ich vor allem allen empfehlen würde, die einen einfachen Einstieg in das Thema Nahostkonflikt suchen.
Ein gelungener Jugendroman über den Nahostkonflikt. Die Figuren wirken authentisch und nahbar und man erhält einen hervorragenden und ausgewogenen Einblick in die jeweiligen Argumentationen der Palästinenser und der Israelis. Zudem werden wichtige historische Ereignisse in die Handlung integriert. Das ist zwar sehr interessant und lehrreich, bisweilen nimmt das aber so viel Platz ein, dass die eigentliche Handlung überlagert wird. Das hätte man subtiler lösen können. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen kurzweiligen, emotionalen und horizonterweiternden Roman.
»Niemand ist besser als du und niemand ist schlechter als du.« sind wohl die Worte aus dem gesamten Buch, die mir hoffentlich bis an mein Lebensende in Erinnerung bleiben.
Dieser Roman war mehrheitlich mitreißend, sodass ich jederzeit darüber nachgedacht habe, wie es weitergehen wird. Insbesondere das Ende hat mich zu Tränen gerührt - sowie andere Teile des Buches.
Es gibt einen wichtigen Einblick auf vier Perspektiven des gesamten Nahostkonflikts, besonders interessant war dabei, wie die Autorin es in ihrem Nachwort erläutert hat.
Mein Highlight des Jahres! Ein tolles fiktives Buch auf realen harten Tatsachen. Zwei wundervolle Geschichten (naja eigentlich vier) die am Ende auch durch den flüssigen Schreibstil geschmeidig zusammenfließen. Natürlich ist vorallem das Ende ein Riesen Zufall, aber wer sagt, dass nicht auch das reale Leben die besten Zufälle schreibt? Und wer sagt, dass es nicht vielleicht genau diese Zufälligen Begegnungen für eine friedliche Lösung braucht…
Trotz des schwierigen und aufgeladenen Themas des Nah-Ost-Konflikts hatte das Buch stellenweise immer wieder einen gewissen feel-good Charakter und macht Hoffnung. Ich persönlich finde es eine gute Einordnung um sich selbst eine Meinung bilden zu können, würde mir aber angesichts der aktuellen Situation eine Fortsetzung in welcher Form auch immer wünschen, in der auf die veränderte Situation eingegangen wird.
Das Buch wurde für eine Leserunde ausgewählt und deshalb "musste" ich es lesen. Ich hatte nicht so richtig Lust auf die Thematik des Buches und habe es deshalb auch recht unkonzentriert gelesen. Ich denke dass es mir zum richtigen Zeitpunkt richtig gut gefallen könnte. Zumal mich ein Besuch in Jerusalem, wo drei Religionen aufeinander stoßen, vor ein paar Jahren doch sehr fasziniert hat.
Mein Sohn musste das Buch für die Schule lesen. Als er fertig war, hab ich es in die Hand genommen, um mal zu schauen, wie es so ist. Ich dachte nicht, dass es mir so gefallen würde. Wobei "gefallen" nicht ganz das richtige Wort für ein Buch über den Nahostkonflikt ist. Es ist mir wirklich unter die Haut gegangen.
Beide Seiten wurden in so einer einzigartigen und berührenden Geschichte aufgegriffen. Man hat dadurch gemerkt wie die zwei Parteien sich doch so nahe stehen. Und das Ende habe ich absolut nicht erwartet. Die Kulisse und das Zusammenhalten trotz eines so brutalen Krieges hat mich am Ende so mitgenommen und berührt. Pflichtlektüre für jeden!
obwohl die figuren fiktiv sind, kann man "über den dächern von jerusalem" auch als sachbuch verstehen. in detaillierten gesprächen werden die hintergründe und perspektiven des nahost-konflikts erklärt. allerdings wiederholen sich die argumente häufiger, was die geschichte etwas schleppend macht.
Mich hat es gefreut, dass es ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Geschichten gibt. Großartiger Roman aus Sichtweise der Israelis und Palästinensern.
Ein sehr berührendes Buch mit spannenden Hintergrundinfos zum schlimmen Nah-Ost-Konflikt. Man kann sich gut in beide Seiten hinter der Mauer hineinversetzen.
Das Buch ist informativ, erklärt viel und gibt einen guten Einblick, wie der Konflikt entstanden ist. Dabei erhalten beide Seiten die Möglichkeit ihre Sicht darzustellen und man versteht. schön ist, wenn sich dabei Freundschaft ergibt.
Dieses Buch ist sehr gut beschrieben und beleuchtet historisch und politisch gut sowohl die jüdische, als auch die palästinensische Sicht auf Palästina/ Israel.