Warum wir nur sehen, was wir sehen wollen – und was das für die Wahrheit heißt
Sind Ausländer die kriminellste Gruppe in Deutschland oder Männer? Explodieren die Krisen auf der Welt oder war es früher noch schlimmer? Sind die Deutschen reich oder ist die Mehrheit nicht vielmehr unterprivilegiert? In diesem ebenso erhellenden wie unterhaltsamen Buch zeigt Datenjournalist Tin Fischer, dass man längst keine Statistik mehr fälschen muss, um die öffentliche Meinung nach den eigenen Überzeugungen zu beeinflussen. Anhand vieler verblüffender Beispiele zeigt er, wie völlig unterschiedlich sich die gleichen Daten interpretieren lassen, je nachdem, ob man als Betrachter politisch rechts oder links steht. Ob Migration, soziale Gerechtigkeit oder Umweltthemen: Was bedeutet es für den Einzelnen, für die Gesellschaft, die Medien und die Politik, wenn die Wahrheit immer nur im Auge des Betrachters liegt?
In einer zunehmend unübersichtlichen Welt werden sie immer wichtiger: Statistiken sind das Mittel der Wahl, um die Wirklichkeit scheinbar unverfälscht abzubilden. Dieses verblüffende Buch zeigt, warum wir in Statistiken aber immer nur das sehen, was wir sehen wollen – und andere etwas völlig anderes darin erkennen.
Ich schätze die Gegenüberstellungen und Vergleiche der datengestützten Argumentationsweise der Vertreter unterschiedlicher politischer Meinungen. Was mir in dem Buch leider gefehlt hat ist die Klarstellung, zu welcher Aussage Daten denn letztendlich befähigen. Denn mitgenommen habe ich, dass sie zu keiner klaren Aussage jemals befähigen und dann stellt sich mir die Frage, wozu wir sie dann überhaupt sammeln. Das macht mich natürlich vorsichtiger bei der Betrachtung der Darstellungen oder Beschreibungen von/ mit Daten. Was auch Absicht des Autors war.
Die Praxis sagt aber ja schon dass sie zu einigem befähigen. Aber was genau ist es? Der Autor vermochte da keine klare Aussage treffen.