Ein halsbrecherischer Sturz bringt den fast 90-jährigen Willy Knobel ins Krankenhaus. Die Prognosen stehen schlecht, die Ärzte rechnen mit ein paar wenigen Wochen. Trotz der lauten Proteste seines Sohnes Harald setzt dessen Frau Petra es durch, dass der Alte bei ihnen zu Hause gepflegt wird. Dass Enkel Max es mit seiner Vanille-Pudding-Kur schaffen würde, den Großvater wieder auf Vordermann zu bringen, hätte keiner gedacht. Je besser sich der Umsorgte fühlt, desto mehr beginnt das Leben von Harald und Petra aus den Fugen zu geraten. Während sich die beiden den Kopf darüber zerbrechen, wie sie den Störenfried ohne Aufsehen loswerden, bandelt Max mit der Pflegerin Jenny an, die aber auch ein Geheimnis hütet. Ingrid Noll zeigt in ihrer bitterbösen Komödie, dass es ebenso wenig heile wie heilige Familien gibt.
Ingrid Noll, the German queen of crime fiction is one of the most appreciated German female authors. Her writing consists of imagination and the experiences she gathered while living in postwar Germany.
3,5 Sterne War es ein Krimi? Nicht wirklich. War es spannend? Nicht wirklich. Hat es gut unterhalten? Ja. In ungewohnter Weise stehen in diesem Werk von Ingrid Noll die Männer im Fokus des Geschehens. Alle bleiben recht unnahbar und austauschbar. Der Fall ist auch ziemlich an den Haaren herbeigezogen und überzeichnet. Und ich frage mich, ist es ein Spiel mit den Klischees oder eine Reproduktion dieser?
Ingrid Nolls Ehrenwort ist ein eigenwilliger Roman, in den man anfangs nur schwer hineinkommt – nicht wegen des Schreibstils, der im Gegenteil sehr zugänglich und leicht lesbar ist, sondern wegen der Figuren. Nahezu alle Charaktere sind moralisch fragwürdig, was es schwierig macht, Sympathie für sie zu entwickeln oder mit ihnen mitzufühlen. Das scheint zwar gewollt zu sein, schafft aber zunächst eine gewisse emotionale Distanz.
Hat man sich aber erst einmal an den Ton des Buches gewöhnt, liest es sich sehr flüssig. Nolls trockener Humor blitzt immer wieder auf, besonders in absurden oder ironischen Momenten, und bringt eine angenehme Leichtigkeit in die ansonsten eher kühle und stellenweise düstere Handlung. Ihr Stil ist präzise, die Erzählweise zügig und ohne unnötige Umwege.
Trotzdem schafft es der Roman nicht ganz, über ein „ganz unterhaltsam“ hinauszukommen. Er liest sich gut, bleibt aber nicht besonders lange im Gedächtnis. Es gibt zwar Ansätze für tiefere Themen – etwa über Familie, Täuschung und Moral –, doch diese werden nicht voll ausgeschöpft.
Fazit: 3 von 5 Sternen. Solide, stellenweise amüsant, aber kein Highlight.
So this truly was a good book, great story line & characters, yet I was looking for a more traditional crime novel so it left me wanting. Regardless, this is definitely a unique story and I would recommend it, just know that it really isn't what you may be expecting. It is quite funny too.
Nach der Hahn ist tot oder die Apothekerin, frage ich mich bloss was war los mit Frau Noll? Nach über Hundert Seiten passiert kaum lesenswert und ich muss leider aufgeben. Die gute Ratings von so vielen Lesern verstehe ich eben weniger.
Sehr spannend und sehr lustig mit Ingrid Nolls typischen markabren Humor. Es ist diesmal weniger ein Krimi als ein Buch über eine Familie mit all den typischen Problemen zwischen den Generationen und den Problemen, die ein Pflegefall, den man zuhause pflegt, mit sich bringt.
Since I was about 12 Ingrid Noll has been one of my favourite authors. I got hooked with her after reading her early works, Die Häupter Meiner Lieben (Headcount) and Der Hahn ist tot (Hell Hath No Fury), and really enjoyed her following novels as well as her short stories. Unfortunately do I have to say that the quality of her novels has lost their incentive for me since she published Rabenbrüder, a book I merely read because my mother got me a signed copy at the book fair. When my mom got me the example copy of Ehrenwort I was hoping that her genius might be back in full bloom, but the book disappointed me greatly to say the least. The story seems rather shallow and I miss the subtle malice and finesse I'm used to from characters such as Rosemarie, Maja and Cora.
Eine ganz normale Familie, die so ganz nebenbei Mordpläne ausheckt, manche zur Ausführung bringt, allerdings nicht mit den eigentlich geplanten Opfern, auch ein paar Totschläge kommen hinzu, und endlich fast eine Routine beim Beseitigen von Leichen entwickelt. Bitterböse durch die Alltäglichkeit, mit der diese Verbrechen begangen werden und die Amoralität, mit der dann über die Taten hinweggegangen wird. Die Beobachtung der Menschen, ihre Gedanken und Interaktionen, ist in ihrer Detailreiche und Genauigkeit faszinierend. Wunderbar zu lesen (und zu hören).