Lothar war Pilot – bevor es geschah. Seine Frau Ruth war Stewardess, nun hilft sie in der Telefonseelsorge. Ihr Sohn Merten glaubt als Einziger zu wissen, warum sein Bruder ermordet wurde. Andreas Schäfer erzählt luzide und souverän die Geschichte eines Traumas und seiner Folgen. Sie lässt den Leser nicht mehr los.
Die Erzählung ist teilweise zu zerhackt und sprunghaft. Es gibt zwei, drei Kapitel oder Ausschweifungen, die die Geschichte nicht voran bringen. Bei lediglich 180 Seiten fallen derlei unnötige Szenen doch sehr auf. Gleichzeitig passt das schwanken gut zur zerrütteten Familie selbst. Ich dachte deren Verarbeitung des Todes von Jakob stehe im Mittelpunkt, doch die Figuren leben einfach nur aneinander vorbei, um am Ende ohne größeren Grund plötzlich wieder in Harmonie zu leben. Es gibt einfach kein klar zu erkennendes Ziel der Geschichte. Es wurde sich auf zu viele Aspekte (Trauer & Verzweiflung der Familie, neue Personen, eigenes Gefühlschaos, Distanz) konzentriert, die neben den überflüssigen Szenen auf lediglich 180 Seiten einfach viel zu kurz und daher bedeutungslos daher kommen. Sehr schade!
Eine Familie wird durch den Tod eines Mitglieds zerrissen. Andreas Schaefer hat einen wunderbaren Sinn fuer Details, er laesst Koerpersprache, Ticks und Gesten zeigen, was andere Autoren sagen muessen. Wie jedes Familienmitglied auf seine Art betroffen ist und sich in winzigen Schritten einen Weg zurueck in die Normalitaet erarbeitet, ist bewegend. Ich werde nach anderen Buechern von Schaefer Ausschau halten.
sprachlich gut, nur die story ist ein wenig belanglos. fängt mittendrin an und hört mittendrin auf... wie wenn man ein einzelnes kapitel gelesen hätte statt eines ganzen buches...